Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Reisen So lohnend ist ein Mallorca-Besuch auch im Herbst

Sonne, Strand und Ballermann – so kennt man Mallorca. Die Insel hat aber auch abseits des Sommers viel zu bieten. Neun Tipps für einen Besuch.
Kommentieren
Die Lieblingsinsel der Deutschen bietet zu jeder Jahreszeit attraktive Ausflugsziele. Quelle: Dirk Kruell/laif
Mallorca jenseits des Sommers

Die Lieblingsinsel der Deutschen bietet zu jeder Jahreszeit attraktive Ausflugsziele.

(Foto: Dirk Kruell/laif)

Palma de Mallorca Allen Unkenrufen zum Trotz: Mallorca ist und bleibt eines der beliebtesten Reiseziele in Europa. Auch wenn in der Hochsaison ein paar Touristen im Vergleich zum Vorjahr weniger auf die Baleareninsel kamen, verbuchte die Insel im ersten Halbjahr 2019 unterm Strich erneut ein Plus – wenn auch mit 0,2 Prozent nur minimal.

So wurden zwischen Januar und Juli insgesamt 7.884.310 ausländische Urlauber registriert. Die meisten kamen mit 26,8 Prozent aus Deutschland, knapp dahinter folgt Großbritannien mit 26,3 Prozent.

Im Jahresschnitt kommen freilich die meisten Besucher in den Sommermonaten nach Mallorca. Dabei ist die Insel gerade im Herbst und Winter einfach wunderschön:

Wenn deutlich weniger Urlauber unterwegs sind, die Vegetation sich saftig-grün von ihrer schönsten Seite zeigt, Mallorca in einem ganz besonderem Licht erstrahlt und frühlingshafte Temperaturen die Möglichkeit bieten, die Insel weniger schweißtreibend zu erkunden.

Das Freizeitangebot ist auch außerhalb der Hauptsaison riesig. Wir haben eine bunte Mischung aus echten Mallorca-Klassikern und Geheimtipps zusammengestellt, die einen Herbst- oder Winterurlaub auf Mallorca unvergesslich machen.

Einem Konzert von Biel Durán lauschen

Er gehört wirklich zu den ganz Großen seines Fachs und hätte auf dem Festland vermutlich schon eine große Karriere gemacht – doch Biel Durán liebt Mallorca und kommt nicht von der Insel los. Dort gibt er entsprechend seine meisten Klavierkonzerte.

Wie kaum ein anderer schafft er es, Klassik, Blues, Rhythm ’n‘ Blues, Jazz und Boogie Woogie mit modernen Kompositionen zu verbinden – und dabei die Zuschauer stets zu überraschen. Der Pianist hat sich seinen Ruf dank seiner Konzerte an malerischen Orten wie dem Weinkeller der Bodega Macià Batle in Santa Maria oder auch im Teatre Principal in Palma wahrlich verdient.

Mit Musikern wie Mike Oldfield, Kevin Ayers oder Concha Buika spielte er früher, heute füllt er selbst Konzertsäle, und das stets im feinen Zwirn und mit extravaganten Schuhen. Durán, geboren im Bergdorf Valldemossa, ist übrigens ein Viertel Deutscher und besucht öfter seine Familie in Essen und München.

Seine früheren Musikstudien führten ihn auch ans Mozarteum in Salzburg. Da verwundert es auch nicht, dass er Bach für einen der größten Musiker hält. Wer die Möglichkeit hat, einmal ein Konzert von Durán zu erleben, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

Das Wahrzeichen der Insel besuchen

Im Herbst und Winter lässt sich der imposante Bau in aller Ruhe bestaunen. Quelle: mallorca-backstage
Kathedrale Le Seu in Palma

Im Herbst und Winter lässt sich der imposante Bau in aller Ruhe bestaunen.

(Foto: mallorca-backstage)

Stolze 110 Meter lang, bis zu 44 Meter hoch und 33 Meter breit mit einer Gesamtfläche von rund 6.600 Quadratmetern – wuchtig und bewundernswert beherrscht „La Seu“, die Kathedrale von Palma, die Bucht der Inselhauptstadt. Sie gehört für jeden Mallorca-Besucher zweifelsohne zu einem Muss beim Sightseeing-Programm.

Während sich im Sommer die Touristenmassen durch die Kathedrale schieben, lässt sich der imposante Bau im Herbst und Winter in aller Ruhe bestaunen. Errichtet unter König Jaume I. ab 1230 nach Ende der Herrschaft der Mauren über Mallorca, dient sie heute als Bischofssitz von Mallorca. Aber erst im 16./17. Jahrhundert wurde der Bau vollendet.

Den Beinamen „Kathedrale des Lichts“ trägt das Wahrzeichen der Insel vor allem wegen der beiden riesigen Fensterrosetten am Ost- und Westende. Zweimal im Jahr stehen die beiden Fenster im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: An jedem 2. Februar (Lichtmess) und 11. November ist dann eine „Licht-Acht“ zu sehen.

Die Strahlen der aufgehenden Sonne projizieren das bunte Fenster der gegenüberliegenden Seite genau unter die Rosette auf der Innenwand der Hauptfassade. Wer das Schauspiel erleben möchte, muss früh aufstehen: Gegen halb neun am Morgen ist die Acht perfekt.

Wer zu Weihnachten auf der Insel weilt, sollte unbedingt eine der zwei Christmetten am 24. Dezember besuchen. Die evangelischen und katholischen deutschsprachigen Kirchengemeinden Mallorcas feiern dann gemeinsam in der festlich geschmückten Kirche das Weihnachtsfest.

Das Castell de Capdepera besteigen

Schon aus der Ferne ist das Castell de Capdepera, das hoch über dem Ort im Nordosten der Insel thront, zu sehen. Wer die Burg auch aus der Nähe bestaunen will, dem sei empfohlen, den Mietwagen besser im Ort stehen zu lassen und die sehr engen Gassen zu Fuß hinauf zu gehen.

Rund um das Areal steht eine noch sehr gut erhaltene hohe Mauer, von der aus man einen tollen Blick auf den Ort Capdepera, darüber hinweg auch bis zum Urlauberort Cala Ratjada sowie auf den Kanal zwischen Menorca und Mallorca hat. Die befestigte Anlage wurde einst im 14. Jahrhundert im Auftrag von König Jaume II. für die Bevölkerung der Gegend errichtet, die sich dort unter anderem vor den zahlreichen Piratenangriffen schützen sollten.

Im ehemaligen Haus des Statthalters ist heute ein Museum untergebracht. Zu besichtigen ist auch eine kleine Kapelle, in der heute regelmäßig Hochzeiten stattfinden. Kein Wunder eigentlich, denn das gesamte Gelände bietet einfach eine Traumkulisse für die anschließenden Hochzeitsbilder.

Um die Kirche rankt sich übrigens auch eine hübsche Geschichte: So sollen am 18. Dezember 1569 die Menschen, die vor den heranrückenden Mauren in der Burg Schutz gesucht hatten, voller Angst eine Figur der Schutzheiligen Virgen de la Esperanza aus der Kirche geholt und über das Gelände getragen haben.

Laut Legende bildete sich daraufhin dichter Nebel, der den Mauren den Blick auf die Burg verwehrte. Diese bliesen schließlich ihren Angriff ab. Seither wird dieses Wunder alljährlich in Capdepera mit einer Prozession gedacht. Der Eintritt in die Burg kostet drei Euro.

In die Drachenhöhlen hinabsteigen

In der Höhle befindet sich einer der weltweit größten unterirdischen Seen. Quelle: Cuevas del Drach
Drachenhöhle von Porto Cristo

In der Höhle befindet sich einer der weltweit größten unterirdischen Seen.

(Foto: Cuevas del Drach)

Die Drachenhöhle von Porto Cristo ist Mallorcas bekannteste Höhle. Im Jahr 1880 wurden sie von M.F. Will und 1896 von E.A. Martel erforscht. Letzterer entdeckte auch jene Höhle, in der sich ein riesiger See befindet – einer der größten unterirdischen Seen weltweit.

Bereits in den 20er- und 30er-Jahren wurde die Höhle für Besuche hergerichtet, indem unter anderem Wege und Treppen angelegt wurden. Im Sommer macht ein Besuch hier wegen des enormen Touristenansturms wenig Spaß, doch in der Nebensaison sind die Höhlen wirklich ein lohnenswertes Ausflugsziel. Aber: Familien, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind, sollten diesen besser nicht mit in die Höhle nehmen. Denn es gibt reichlich Treppenstufen zu überwinden.

Ein Highlight eines jeden rund einstündigen Besuchs der Drachenhöhle ist ein klassisches Konzert unter Tage. Zu den Klängen der Barcarole von Jacques Offenbach setzen Ruderboote über den Martelsee über. Die Führungen außerhalb der Hauptsaison finden vom 1. November bis 12. März jeweils um 10.45, 12.00, 14.00 und 15.30 Uhr statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren zahlen acht Euro.

Mallorcas Unterwasserwelt erleben

Fische, die man sonst beim Schnorcheln sieht, kann man sich auch hautnah ansehen – ohne dabei nass zu werden: im Meeres-Aquarium in Colònia de Sant Jordi im Südosten von Mallorca, das noch ein Geheimtipp für die Insel ist. Denn die meisten Touristen mit einem Faible für die Unterwasserwelt steuern eher das deutlich bekanntere Palma Aquarium an. Im Sommer stehen hier entsprechend die Touristenbusse zu Dutzenden auf dem Parkplatz. Und auch außerhalb der Saison ist es mitunter voll.

Ruhiger geht es da im Cabrera-Besucherzentrum in Colònia de Sant Jordi zu, das als unterirdische Grotte gestaltet ist. Etwa 150 Fischarten kommen in den Gewässern rund um Mallorca und der benachbarten Inselgruppe Cabrera vor, viele von ihnen kann man in den 17 Aquarien beobachten.

2013 wäre das Aquarium beinahe geschlossen worden, da zu wenige Besucher kamen. Dabei lohnen sich die sechs Euro Eintritt wirklich. Dafür gibt's Mallorcas faszinierende Unterwasserwelt pur – und das ohne Touristenrummel.

Der Insel aufs Dach steigen

Die einen quälen sich mit dem Fahrrad hinauf, andere legen den Weg zu Fuß zurück oder nehmen das Auto oder den Bus, wieder andere cruisen im Buggy die Serpentinen rauf: So oder so – ein Ausflug zum Kloster Santuari de Sant Salvador lohnt sich immer.

Oben auf dem 509 Meter hohen Berg Puig de Sant Salvador angelangt, eröffnet sich dem Besucher ein fantastischer Panoramablick. Diesen genießt man am besten vom Fuße des 37 Meter hohen Turms mit seiner sieben Meter großen kupfernen Christusfigur, die in den Hügeln der Serra de Llevante nach den Wolken greift.

Von hier lässt sich über ganz Mallorca und bei guter Sicht sogar bis zum Meer und der benachbarten Insel Cabrera blicken. Im Nordwesten kann man einen Blick auf die Serra de Tramuntana werfen und im Norden bis Alcúdia und Pollença. Gleich nebenan liegt die eher schlicht gehaltene Klosteranlage.

Die Außenfassade des Bauwerkes erinnert eher an eine Festung als an ein Kloster. Wahrer Prunk offenbart sich dem Betrachter jedoch in der glanzvollen, aufwändig verzierten Klosterkirche. Bildhauer Pere Coronero brachte sie einst zu vollem Glanz. Auch wenn es ein bisschen kitschig ist: Investieren Sie die zwei Euro in dem kleinen Apparat auf der rechten Seite der Klosterkirche und lassen Sie damit ein ganz persönliches Konzert erklingen – inklusive Lichtershow.

Per Zug in die Vergangenheit reisen

Die historische Bahn ist bereits seit mehr als 100 Jahren im Einsatz. Quelle: Ferrocarril de Sóller
Straßenbahn in Sóller

Die historische Bahn ist bereits seit mehr als 100 Jahren im Einsatz.

(Foto: Ferrocarril de Sóller)

Sie gehört einfach zum Stadtbild von Sóller dazu: die historische Straßenbahn, die Sóller mit Port de Sóller verbindet. Wer in die kleine, ruckelige Bahn einsteigt, kann sich auf eine nostalgische Fahrt freuen. Denn die elektrische Straßenbahnlinie wurde bereits am 4. Oktober 1913 eingeweiht. Die Tram mit ihren historischen Waggons fährt über den Marktplatz von Sóller und durch enge Gassen.

Nachdem man den Ort verlassen hat, geht es vorbei an Orangen- und Zitrusplantagen und um die runde Bucht von Port de Sóller bis zum Hafen. Eine einfache Fahrt kostet fünf Euro. Wer eine längere machen möchte, sollte im „Roten Blitz“ Platz nehmen, der Sóller und Palma verbindet. In dem historischen, rund 100 Jahre alten Zug lässt sich auf etwas mehr als 27 Kilometern die herrliche Landschaft genießen.

Oktoberfest auf Mallorca feiern

Der eine oder andere mag bei diesem Tipp sagen: Das gehört vielleicht noch gerade so an den Ballermann – aber doch wirklich nicht nach Mallorca. Doch tatsächlich wird auch auf der Baleareninsel Oktoberfest gefeiert, und das eben nicht nur von den Deutschen. Unter den rund 20.000 Besuchern, die im vergangenen Jahr im spanischen Dorf, dem Pueblo Espanol in Palma, vier Wochen lang bei Haxen, Brezeln und Paulaner-Bier feierten, waren vor allem Spanier.

Da störte es auch niemanden, dass die vermeintlich bayerische Band auf der Bühne eigentlich aus Prag kam und bei den Gassenhauern alles andere als textsicher war. Das gemeinsame „Zicke, zacke, zicke, zacke, hoi, hoi, hoi“ wurde von Bandmitgliedern und Gästen lauthals geschmettert.

Denn so muss es ja wohl auch in München zugehen – zumindest in der Vorstellung der Mallorquiner, die richtig Spaß hatten. Wer also schon immer einmal ein mallorquinisch-deutsches Oktoberfest feiern wollte, ist im September und Oktober im Pueblo Espanol richtig. Der Eintritt ist übrigens frei.

Sich von Mallorcas Teufeln erschrecken lassen

Wenn auf Mallorca im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los ist, gehören sie einfach dazu: die Dimonis. Bei verschiedenen Festen tanzen die als Teufel maskierten Figuren mit bimmelnden Glocken über die Dorfplätze, in ihren Händen lange Stäbe, von deren Spitzen Funken sprühen. Begleitet werden sie meist von Trommlern und weiteren gruseligen Gestalten, die jedem einen Schauer über den Rücken fahren lassen.

Feuerläufe sind aus dem Festgeschehen der Insel gar nicht mehr wegzudenken. Eines der größten Dimonis-Spektakel auf Mallorca findet am Vorabend des Sant Antoni-Festes statt, der sogenannten „verhexten Nacht“ vom 16. auf den 17. Januar. Zuhauf unterwegs sind die Feuerläufer auch in der Johannesnacht (23./24. Juni).

Dann werden zusätzlich Lagerfeuer an den Stränden abgefackelt und in vielen Ortschaften steigen Johannisfeste. Wer ohne viele Touristen die Dimonis erleben will, ist beispielsweise im kleinen Dorf Mancor de la Vall richtig, wo die Teufel in der Johannesnacht sämtliche Straßen unsicher machen.

Aber auch im Herbst tauchen die Dimonis bereits bei vielen Stadtfesten auf Mallorca auf. Ab Oktober steigen etliche „Firas“ auf der Insel – mit tollen Märkten, Kirmestreiben, Konzerten, Kulturprogramm. Feiern können die Mallorquiner wirklich gut – auch oder insbesondere außerhalb der Hochsaison.

Mehr: Es muss nicht immer Sterneküche sein: Zehn Restaurants, in die es Mallorcas Einheimische ganz besonders zieht.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Reisen - So lohnend ist ein Mallorca-Besuch auch im Herbst

0 Kommentare zu "Reisen: So lohnend ist ein Mallorca-Besuch auch im Herbst"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.