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„Rich Kids of Instagram“ Dekadente Schnappschüsse der reichen Kids

Die Kinder der Superreichen lassen mit dem Online-Fotodienst Instagram die Welt an ihrem Reichtum teilhaben. Der Blog „Rich Kids of Instagram“ sammelt die dekadenten Schnappschüsse – und spaltet die Gemüter.
  • Johannes Steger
24.08.2012 - 12:18 Uhr 10 Kommentare
Champagner bei Strand und Sonne: Die RichKids 2.0 scheuen sich nicht, ihren Reichtum zu präsentieren. Quelle: Instagram

Champagner bei Strand und Sonne: Die RichKids 2.0 scheuen sich nicht, ihren Reichtum zu präsentieren.

(Foto: Instagram)

Schnell zur Champagner-Party an die Côte d´Azur, eine neue Platin-Rolex einkaufen oder eben mal einen fünfstelligen Betrag für einen Restaurantbesuch hinblättern – die Kinder reicher US-Bürger wissen, wie es sich angenehm leben lässt. Noch besser wissen sie allerdings, wie man das auch anderen unter die Nase reibt. Und da das eigene Umfeld sich nicht so leicht beeindrucken lässt, hat die Jeunesse dorée das Netz entdeckt.

Mit Hilfe von Instagram lassen sich Fotos aufnehmen und im Netz mit anderen Nutzern teilen. Für die reichen Erben ist die App das ideale Selbstinszenierungswerkzeug. Ob ein Bild vom imposanten Schlafzimmer, Impressionen von der letzten Pool-Party oder der Schnappschuss vom neuen Ferrari. Alles wird fotografiert, hochgeladen und markiert mit Schlagwörtern wie wealth oder einschlägigen Markennamen. Der Betreiber des Blogs „Rich Kids of Instagram“ (RKOI) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Bilder zu sammeln und zu veröffentlichen. Laut Selbstdefinition ist der Blog das Fenster zur Welt der privilegierten Jugend.

Wer hauptberuflich Sohn oder auch Tochter ist, dem stellen sich  auch andere Fragen, als dem Kind von Otto Normalverbraucher. Welche der sechs Taschen im Wert eines Kleinwagens wird denn heute zum Shopping ausgeführt? Und was sagen Mommy und Daddy wohl zur Restaurantrechnung von weit über 10.000 Dollar? Der Betreiber des Blogs durchsucht die Foto-Plattform gezielt nach dementsprechenden Markierungen. Er sieht sich als Kurator. Passende Schnappschüsse werden dann veröffentlicht. Manche der Kids versehen ihre Bilder mittlerweile sogar freiwillig mit dem Kürzel des Blogs (RKOI). Andere sind über ihre plötzliche Prominenz nicht so begeistert. Die St.Tropez-Urlauberin Annabel Schwartz war über die Veröffentlichung ihres Helikopter-Posings nicht glücklich. Ihr wäre das eher peinlich, erklärte sie dem US-amerikanischen Fernsehen.

Genauso sind nicht alle Eltern mit der Selbstinszenierung ihrer Sprösslinge einverstanden. Nachdem ein Instagram-Foto eines Fidji-Trips auf Rich Kids of Instagram aufgetauchte, bekam Alexandra Dell, Tochter von Computermagnat Michael Dell, Netz-Verbot. Offiziell wegen Sicherheitsbedenken.

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    Mittlerweile beschäftigen sich viele Medien in den USA und Kanada mit dem Blog. Ein Kommentator der New York Times verwendet die Verschwendungssucht als kontrastierenden Einstieg für einen Bericht über wachsenden Erwerbsarmut. Ein Beitrag der Globe and Mail bezeichnet die Eskapaden der Goldkinder sogar als schwachsinnig. Die Medienwirksamkeit der „Rich Kids“ haben jedoch auch schon findige Köpfe im US-Fernsehen erkannt. Hier wird über eine Doku-Soap nachgedacht.  

    Bei Twitter gehen die Meinungen auseinander. @Peachybeech findet das Verhalten der millionenschweren Kids widerlich und empfiehlt, das Geld doch lieber für etwas Sinnvolles auszugeben. @Brokefolktweets würde mit dem Geld lieber einen Obdachlosen glücklich machen und ist sich ziemlich sicher, dass keiner der Abgebildeten das jemals tun würde. @Whiteboimike kann das Verhalten gut verstehen: er würde dasselbe tun, wenn er über das nötige Geld verfügen würde. @Hughrawlinson sieht in der Seite fantastische Unterhaltung. Und @Pasue erwartet schon die MTV-Show.

    Trotz vielfacher Kritik wächst die Aufmerksamkeit für den Blogs stetig. Doch mit dem simplen Aufdecken vermeintlicher sozialer Ungerechtigkeit lässt sich der Erfolg des Blogs wohl kaum erklären. Am Ende ist der Besuch von Rich Kids of Instagram wie das Aufschlagen eines Boulevardmagazins. Ein kleines Zugeständnis an unseren heimlichen Voyeurismus.

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    10 Kommentare zu "„Rich Kids of Instagram“: Dekadente Schnappschüsse der reichen Kids"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hallo erst einmal alle mit einander, ich und und meine Freunde die dieses Kommentar hier nun schreiben werde. Wir alle sind wie von euch benannte "arme Würstchen" oder "Angeber" aber aus diesen Wörtern hört man nur PUREN NEID ihr seid doch einfach nur neidisch das wir so eine Jugend haben und ihr nicht bzw. euren Kindern diesen Luxus nicht bieten könnt. Unsere Eltern bieten uns die besten Chancen im Leben wie z.B. Internationale Schulen oder Privat Schulen. Wir wollen uns auch nicht raus reden aber wir sind nun einmal mit diesem Standard aufgewachsen und kennen es nicht anders. Auch wenn ihr sagt wir haben keine wahren Freunde oder solches gleichen doch haben wir in dieser Schicht der Bevölkerung gibt es auch eine sehr guten Freundschaftlichen Zusammenhalt , auch wenn der eine man in Zürich , München oder Monaco wohnt. Na klar gibt es auch welche z.B. " Neu-Reiche" die mit ihrem Geld angeben wollen in den sie Bilder mit Hunderten Moet Flaschen machen gar keine Frage aber das sind eben auch nur 3 von knapp 10000 "Reichen Kids". Für uns sind eben manchen posts bei Instagram oder Facebook "normal" wie für mache eben ihr billig Vodka Flaschen von Aldi zu posten.
      Mit viele freundlichen Grüßen Louisa, Camilla, Timo und Helena (Rich Kids Of Instagram)

    • @neptun: Erklären Sie mir bitte erstmal welche Bank Ihnen 4% p.a. gibt, und haben sie schon einmal nachgedacht woher dieses Geld stammt? Irgendwann hat doch sicherlich jmd. hart dafür gearbeitet; sei es durch ein langjähriges Studium verbunden mit Grips und harter Arbeit sowie einem Quäntchen Glück! Dennoch muss ich zustimmen, dass die Verschwendungssucht solcher unerzogener Kinder jenseits von Gut und Böse liegt!

    • Ich finde es zwar nicht wirklich peinlich (Vllt. liegt es noch an meinem jungen Alter oder an meiner kindischen Seite als Student), aber man kann das Geld sinnvoller ausgeben als die ganzen materiellen Sachen, die reiche Kinder reinladen.

      Muss ich sie kritisieren?..Nein, denn ich habe kein Geld im Vergleich zu solchen Kindern, deshalb weiß ich nicht, wie es ist, so viel Geld zu besitzen.

      Ich muss zugeben, dass ich auch gerne so viel Geld hätte. Ich bin neidisch (im positiven Sinne).

      Ob ich aber jemals reich werde?....Reiche werden reicher und arme werden ärmer.
      Das ist der erste Schritt, den man überwinden muss.

    • Die ganze Sache zeigt die hässliche Seite des Finanz -u. Zinssystems: Es zeigt wie Geld von fleißig nach reich fließt. Während viele Menschen schuften müssen, um ihre Lebenskosten, Schulden, Zinsen und Zinseszinsen zu zahlen, vergnügt sich eine kleine Minderheit mit ihre Zins und Zinseszins einnahmen. Die Eltern sind vollkommen entspannt, weil sie wissen: Die Einnahmen werden durch die Zinsen diese Ausgaben bei weitem übersteigen und zwar jedes Jahr erneut. In USA ist ein Großteil des Mittelschichts verschwunden, Europa ist auf dem Weg dorthin. Es gibt immer schleichend wenige Reiche und viele Arme bis das System irgendwann kollabiert. Wenn Du 5mio. auf der Bank hast, bei 4% Verzinsung jährlich bekommst du, ohne den Finger krumm zu machen, 200.000€ brutto an Zinsen. Netto ist es 147.000€, durch 12 Monate geteilt, hast du ein netto Monatseinkommen von 12.250€ ohne Arbeit!!! Was wäre wenn du 100mio, 200mio, 300mio, eine Milliarde auf der Bank hättest?

    • Muß ziemlich Scheiße sein, sich ständig von Austern und diesem sauren (tschuldigung: "trockenen") Champagner ernähren zu müssen.
      Geld verdirbt zwar nicht unbedingt den Charakter, aber als Heranwachsender meistens schon.

    • "(...)Trotz vielfacher Kritik wächst die Aufmerksamkeit für den Blogs stetig.(...)"

      Eventuell, aber nur eventuell wegen Artikeln wie diesem. Hätte ich Sie nicht auf Fb und würde den Artikel automatisch erhalten, hätte ich nie etwas von diesen Kindern oder besagtem Blog erfahren. Self fulfilling prophecy also..

    • Diese Kinder machen Umsatz! Davon lebt ganz besonders die Deutsche Industrie! Hotels, Autobauer usw. also bitte: keinen Neid!!!!!! Ausserdem werden diese Kinder später genauso arbeiten, Geld vermehren und Personal in ihren Firmen einstellen! Und noch eines: die Griechen, Spanier und Südfranzosen freuen sich wenn diese Kinder kommen! Denn sie geben Geld aus, welches ganz besonders diese Wirtschaft und deren Staaten braucht!

    • Ich möchte mich den Vorrednern anschließen.
      Ich bin sonst der Letzte, der Menschen bezüglich ihrer Ausgaben verurteilt.
      Das allerdings ist meiner Meinung nach peinlich.

      Das ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit, wie im Artikel schön beschrieben, denn diese Aufmerksamkeit scheinen die Kids weder von ihren Eltern oder Familien und schon gar nicht von ihren "Freunden" zu bekommen.

      Das so ein Verhalten bewusst veröffentlicht wird und dass das den Eltern der Kinder teilweise unfassbar peinlich ist, kann ich mir gut vorstellen.

      Und ja : die, die wirklich reich sind, richtig reich, das Geld vielleicht sogar selbst erarbeitet haben und eben nicht nur Sohn oder Tochter von Beruf sind, posten solche Bilder nicht.

      Das ist sozusagen die "Unterschicht" der Reichen.

    • Heute, am 24. August 2012 stoßen Karsten Berwanger und meine Wenigkeit erstmals auf ein Thema, bei dem wir der gleichen Meinung sind. Auch das ist es wert, einmal festgehalten zu werden, denn ich dachte schon, wir wären unvereinbare Gegensätze wie schwarz und weiß. Ab sofort kann also nicht mehr gelten, dass man sich zu seinen Kommentaren nur das Gegenteil zu denken braucht, um bei meiner Meinung zu landen.

    • Sorry aber wer auf diese Vögel neidisch ist, der ist eindeutig nicht mehr ganz richtig in der Birne. Diese Kids mögen viel Kohle zum verprassen haben aber REICH sind sie lange nicht, im Gegenteil, wer mit dieser Klasse mal zu tun hatte weiss dass das ganz arme Würstchen sind und jene die was in der Birne haben und wirklich reich sind, lassen sich so garantiert nicht ablichten.

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