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Ruhe bitte! Beim Entspannen helfen Hotel-Chefin Innegrit Volkhardt vier Esel

Wenn die Chefin des Hotels Bayerischer Hof Kraft tanken will, geht sie in den Stall. Die Esel Molli, Pipi, Michel und Elli erinnern sie an das Jetzt.
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Die 53-Jährige ist Eigentümerin und Chefin des Hotels „Bayerischer Hof“ in München. Quelle: Jens Küsters für Handelsblatt Magazin
Innegrit Volkhardt

Die 53-Jährige ist Eigentümerin und Chefin des Hotels „Bayerischer Hof“ in München.

(Foto: Jens Küsters für Handelsblatt Magazin)

Essen, trinken, feiern – jetzt in der Weihnachtszeit, vor allem aber an Silvester, herrscht bei uns natürlich Hochbetrieb. Das Hotel ist ausgebucht, und von unserer Bar auf der Dachterrasse bis runter in den Palais-Keller verwöhnen wir rund 2.500 Gäste in Partylaune. Mehr als 700 Mitarbeiter sind dann vollauf damit beschäftigt, den Aufenthalt bei uns zum Genuss zu machen.

So viel Trubel gehört für mich aber durchaus zur Routine. Ähnlich ist das ja auch an Fasching oder während der Sicherheitstagung. Wir haben unseren ganz eigenen Rhythmus durchs Jahr: Im Sommer kommen vor allem die Araber. Dann startet schon das Oktoberfest und direkt danach die Ballsaison.

Das alles macht mich längst nicht mehr nervös. Etwas anderes kann mich aber durchaus aus der Ruhe bringen: Wenn meine sieben Bereichs- und zwei Betriebsleiter, meine drei persönlichen Assistenten, Anwälte, Architekten und Stammgäste alle gleichzeitig etwas von mir wollen.

In solchen Momenten hilft nur noch die deutliche Ansage an die Kollegen: „Nein, jetzt geht es gerade nicht, Ende.“ Dann zucken sie zwar zusammen, und ich sehe ihre entsetzten Blicke, aber nur ein brachialer Befreiungsschlag lässt den Druck dann von mir abfallen.

Um für den Arbeitsalltag Kraft zu schöpfen, beginne ich jeden Morgen mit Stallarbeit. Ich halte vier Esel – Molli, Pipi, Michel und Elli. Das sind in sich ganz ruhige Tiere, die sofort merken, wenn ich gestresst bin. Dann drehen die sich einfach um und gehen weg.

Mit Eseln gewöhnen Sie sich an, immer im Jetzt zu sein. Eineinhalb Stunden verbringe ich bei ihnen mit Füttern, Putzen, Ausmisten. Bei meinen Tieren zu sein gibt mir viel positive Energie und Ruhe. Danach fahre ich los, telefoniere unterwegs im Auto und frühstücke im Hotel. 

Privatleben habe ich wenig. Andererseits sind ja schon aus etlichen Kunden irgendwann Freunde geworden, die mich im Hotel besuchen kommen. Mit ihnen gönne ich mir manchmal am späteren Abend in unserem Spa-Bereich auf dem Dach oder im Winter an der Polarbar einen Hot Mai Tai zur Entspannung – bei einem herrlichen Blick auf die Frauenkirche und das Münchener Rathaus.

Um so richtig in mich zu gehen, benötige ich allerdings absolute Ruhe und Weite, habe ich festgestellt. Einmal in der Woche rudere ich auf dem Starnberger See. Das Schönste ist die Pause nach fünf Kilometern mitten auf dem Wasser, bevor es wieder zurückgeht. Dort genieße ich das Alpenpanorama – und im Sommer lasse ich dabei noch meine Füße im Wasser baumeln. Mehr Entspannung geht wirklich nicht.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°8/2018. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 7. Dezember 2018 am Kiosk erwerben.

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