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Schauspieler Bruno Ganz ist tot – „Ein großer Verlust“

Der Schweizer Bruno Ganz ist gestorben. Der Schauspieler spielte auf der Bühne und in Filmen oft den Grübler, den Stillen – und einmal den Diktator.
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Die Verkörperung des Diktators Adolf Hitler in „Der Untergang“ im Jahre 2004 sei ein Einschnitt in seinem künstlerischen Wirken gewesen. Quelle: dpa
Bruno Ganz

Die Verkörperung des Diktators Adolf Hitler in „Der Untergang“ im Jahre 2004 sei ein Einschnitt in seinem künstlerischen Wirken gewesen.

(Foto: dpa)

ZürichDer Schweizer Schauspieler Bruno Ganz ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren in Zürich, wie sein Management am Samstag mitteilte. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ online berichtet.

Ganz war auf der Bühne und im Film einer der Großen seines Fachs. Von der Kritik in höchsten Tönen gelobt und nach seinen eigenen Worten ein Einschnitt in seinem künstlerischen Wirken war seine Verkörperung des Diktators Adolf Hitler in „Der Untergang“ (2004). 2017 spielte Ganz in „Der Trafikant“ den Psychoanalytiker Sigmund Freud.

Als Sohn eines Schweizer Fabrikarbeiters und einer italienischen Mutter wuchs Ganz in Zürich auf. Schon als Schüler entdeckte er die Bühne für sich. Nach ersten Engagements traf er in Bremen mit Peter Stein einen Regisseur, mit dem er lange zusammenarbeitete. Die von Ganz mitbegründete Berliner Schaubühne wurde in den 1970er Jahren zum Dreh- und Angelpunkt des europäischen Theaterlebens. Dort spielte Ganz unter anderem die Titelrolle in Ibsens „Peer Gynt“ und in „Kleists Traum vom Prinzen Homburg“.

Mitte der 70er Jahre wurde der Film zu seinem Metier. Zu den ersten Streifen zählten die Literaturverfilmung „Die Marquise von O.“ (1976), in der Ganz den Grafen spielte, und Peter Steins Verfilmung der „Sommergäste“. Später folgten Werner Herzogs „Nosferatu“ (1978) und Volker Schlöndorffs „Die Fälschung“ (1981). Unter der Regie von Wim Wenders spielte er 1977 die Hauptrolle in „Der amerikanische Freund“ und drehte 1987 „Der Himmel über Berlin“.

Im Sommer 2018 sollte Ganz bei den Salzburger Festspielen den Erzähler in der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ spielen. Dazu kam es nicht mehr. Die Proben musste er auf dringenden ärztlichen Rat abbrechen.

Kultur und Politik zeigen sich betroffen

Mit Trauer und Betroffenheit haben Kultur und Politik auf den Tod des Schweizer Schauspielers Bruno Ganz reagiert. Der Schweizer Bundespräsident Alain Berset erklärte am Samstag, Bühne und Film verlören einen großen Schweizer Darsteller. „Selbst in den boshaften Rollen schimmert bei Bruno Ganz und seinen Charakteren immer Menschlichkeit durch. Das macht sein Wirken und Werk so bedeutsam, weil es differenziert und dadurch verstörend wirkt. Er spielte die Rolle nicht, er lebte sie“, erklärte Berset in einer Mitteilung.

Der Leiter der Berliner Filmfestspiele, Dieter Kosslick, erinnerte an eine „wunderbare Zusammenarbeit“ mit Ganz. Mit Blick auf blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein über Berlin sagte Kosslick während der Berlinale: „Ich habe das Gefühl, dass nichts im Weg sein soll, wenn er auf seinem Weg ist in den „Himmel über Berlin“.“ „Der Himmel über Berlin“ von Regisseur Wim Wenders war einer der bekanntesten Filme, in denen Ganz mitwirkte.

„Wir trauern um den großen Bruno Ganz“, twitterte die Berliner Schaubühne. Dort hatte Bruno Ganz in den 1970er Jahren große Rollen verkörpert. Das Schauspielhaus Zürich schrieb auf seiner Webseite: „Wir trauern um den wundervollen Schauspieler Bruno Ganz.“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schrieb: „Der Tod von Bruno Ganz ist ein großer Verlust für die deutschsprachige Theater- und Filmwelt. Bruno Ganz gehörte zu den Großen seines Metiers. Er hat zum Ensemble der Schaubühne gehört, und Ganz hat in Berlin unter den großen Regisseuren der Zeit gespielt.“

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  • dpa
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