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Skifahren in Tirol Wo Gondelfrühstück und James Bond zum Skivergnügen gehören

Tirol hat gleich fünf schneesichere Gletscher. Sie können mit einem Skipass befahren werden – und bieten nebenbei allerlei andere Möglichkeiten.
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Skifahren: Das bietet Tirol auch neben dem Skipass
Frühstück in der Gondel

Die Hintertuxer Bergbahn Gefrorene Wand bietet einen ungewöhnlichen Ort für den kulinarischen Start in den Tag.

(Foto: shootandstyle.com)

Düsseldorf Die Zeiten, in denen Skifahren einem eher simplen Ablauf folgte, sind längst vorbei. Da ging es im Wesentlichen um die möglichst häufige Schussfahrt die Piste hinab, der mittäglichen Hütteneinkehr zu Leberkäs, heißer Suppe und einem Gebrannten sowie dem abendlichen kollektiven Absturz beim Après-Ski. Nicht nur, dass der Klimawandel dem Outdoor-Vergnügen in den Bergen mehr und mehr natürliche Grenzen setzt. Auch die Ansprüche der Skifahrer sind in nach wie vor hedonistischen Urlaubszeiten gewachsen. Wer als Skiort noch mithalten will, muss sich neben Beschneiungsanlagen ein paar weitere Dinge einfallen lassen.

Da hat das österreichische Bundesland Tirol zumindest schon mal von den geographischen Voraussetzungen her ein paar Vorteile gegenüber anderen Skigebieten des Alpenraumes. Abfahrten sind hier auf insgesamt fünf Gletschern möglich, keine ihrer höchsten Piste beginnt unter einer Höhe von 3000 Metern. Und weil dort oben 80 Prozent des Gesamtniederschlags als Schnee fallen – auf 500 Metern sind es nur zehn Prozent -, ist geboten, was Skifahrern wie Touristikern als liebstes Wort in den Ohren klingt: Schneesicherheit. 

Kein Wunder also, dass auf dem Kaunertaler, Pitztaler, Stubaier, Hintertuxer sowie dem Sölden Gletscher die Schneedecke an vielen Orten bis zu sechs Meter dick ist. Und kein Mythos ist auch, dass dort das Wetter besser ist. Es sind die Inversionswetterlagen im Herbst und Winter, die oben die Sonne scheinen lassen und die niederen Regionen in eine Nebeldecke einhüllen. 

Fünf schneesichere Gletscherskigebiete in einem Bundesland mit insgesamt gut 300 Pistenkilometern sowie 75 Seilbahnen und Liftanlagen – da sollte es doch möglich sein, eine Verbindung zu schaffen. 2016 also erfanden die Tiroler Marketingleute den „White 5“, einen Skipass, mit dem sich alle Gletscher befahren lassen. Insgesamt zehn Tage lang ist er gültig, und schon bald stellten sich Ski-Junkies die Frage, ob nicht alle fünf an einem Tag zu machen wären. 

Es bräuchte dazu wohl einen Hubschrauber – allein die Autofahrt zu den jeweiligen Talstationen dauert zusammengerechnet rund sieben Stunden. Fünf Gletscher in fünf Tagen hört sich aber auch noch herausfordernd genug an, und mit dem White 5 ist es gleich zweimal möglich. Außerdem haben die Gletscherregionen auch für die aktuelle Saison wieder enorm aufgerüstet. Was auf Kaunertaler, Pitztaler & Co. auch abseits der Piste alles möglich ist:

Stubaier Gletscher

Das Schaufelspitz ist das höchstgelegene Zweihauben-Restaurant der Welt. (Foto: Andre Schoenherr)
Lunch auf dem Berg

Das Schaufelspitz ist das höchstgelegene Zweihauben-Restaurant der Welt.

(Foto: Andre Schoenherr)

Das mit 64 Pistenkilometern größte Gletscherskigebiet Österreichs liegt nur 45 Autominuten von der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck entfernt. Grund genug für die Stubaier, Skifahren mit Sightseeing zu verbinden: Mit dem neuen „Ski plus City Pass Stubai Innsbruck“, der das Abfahren in zwölf weiteren Stubaier und Innsbrucker Skigebieten und zudem freien Eintritt zu 22 Erlebnisangeboten und drei Schwimmbädern in und um Innsbruck ermöglicht.

Kulinarisch geht es ganz hoch hinaus auf dem Gletscher. Dem Gourmetrestaurant Schaufelspitz verlieh der Restaurantführer Gault Millau in diesem Jahr zwei Hauben, was für 15 von 20 möglichen Punkten und damit hohe Qualität und Kreativität steht. Da das Schaufelspitz auf 3210 Metern liegt, ist es gleichzeitig das höchstgelegene Zweihauben-Restaurant der Welt. Küchenchef David Kostner serviert gehobene österreichische Küche, zudem zeigt er in der Gourmetnacht „Dine & Wine“ am 10. und 11. Januar 2020, was er in drei Kilometern Höhe zustande bringen kann.

Pitztaler Gletscher

Wer mag, kann im Café 3440 auch heiraten. Es beheimatet das höchstgelegene Standesamt Österreichs.
Bergstation der Wildspitzbahn

Wer mag, kann im Café 3440 auch heiraten. Es beheimatet das höchstgelegene Standesamt Österreichs.

Der Pitztaler ist Tirols höchster Gletscher – und hat noch ein paar andere Superlative zu bieten. In einer Höhe von 3440 Metern liegt der höchste Punkt, den man in Österreich mit einer Seilbahn erreichen kann. Dort bietet das gleichnamige Café 3440 beste Aussicht auf die Wildspitze und die umliegenden Gipfel. Kuchen und Torten des Cafés werden 600 Meter tiefer in der höchstgelegenen Konditorei Österreichs an der Talstation der Wildspitzbahn hergestellt. Romantiker können oben im Café sogar heiraten – klar, dass es Österreichs höchstgelegenes Standesamt beheimatet.

Das Café kann man auch als Skitourengeher erreichen, ein Trend, der sich auf den Pisten des Alpenraums sukzessive verstärkt. Ein Skitourenpark, der erste seiner Art in Tirol, bietet drei unterschiedlich schwierige Aufstiegsrouten. Anfänger haben die Möglichkeit, die ersten Versuche mit Bergführer und Test-Ski zu unternehmen.

Hintertuxer Gletscher

Im Natur Eis Palast werden die letzten Meter im Boot zurückgelegt. (Foto: shootandstyle.com)
Höhlensystem

Im Natur Eis Palast werden die letzten Meter im Boot zurückgelegt.

(Foto: shootandstyle.com)

Skifahren ohne Pause: Der Hintertuxer Gletscher ist Österreichs einziges Skigebiet, in dem an 365 Tagen im Jahr die Bretter untergeschnallt werden können. Wenn das komplette Gebiet der Ski- und Gletscherwelt Zillertal 3000 geöffnet ist, können 202 Pistenkilometer befahren werden. Unter dem Gletscher kann im „Natur Eis Palast“ ein Höhlensystem mit Stalaktiten, Kristallen und gefrorenen Wasserfällen erkundet werden. Die letzten Meter werden im Boot zurückgelegt.

Die Gefrorene-Wand-Spitzen sind zwei Gipfel in der Bergkette Tuxer Kamm, in einer Gondel der Bergbahn Gefrorene Wand können Spätaufsteher ein ausgiebiges Frühstück mit Kaffee, Prosecco, Müsli und Früchten einnehmen. Wer es auf einer Fahrt nicht schafft, kann die Talstation auch mehrfach durchfahren. Spartanischer ist das bayerische Gondelfrühstück: Zu Weißwürsten und Brezen gibt es ein kühles Weißbier.

Kaunertaler Gletscher

Das Kaunertal Opening fand dieses Jahr schon zum 34. Mal statt. (Foto: Markus Rohrbacher)
Stunts auf dem Snowboard

Das Kaunertal Opening fand dieses Jahr schon zum 34. Mal statt.

(Foto: Markus Rohrbacher)

Vor allem die Snowboarder-Szene nutzt den Kaunertaler Gletscher zum Abfahren und Abfeiern; das Kaunertal Opening im Snowpark fand dieses Jahr schon zum 34. Mal statt. Neu im Snowpark, der mit knapp zwei Kilometern Länge einer der längsten in Europa ist, ist der „Nature-Run“, der sich den Vorgaben des Geländes anpasst. Bis zum 7. Juni des nächsten Jahres sind Skifahren und Snowboarden möglich. Eine neue Seilbahn ist ebenfalls im Angebot: Die Falginjochbahn führt vom Parkplatz am Gletscherrestaurant 2000 Meter hinauf bis zum höchsten Punkt des Skigebiets in 3113 Meter Höhe.

Sölden Gletscher

In der Ausstellung „007 Elements“ sind ganzjährig Original-Requisiten, Installationen und Filmausschnitte zu sehen. (Foto: Kristopher Grunert)
Erinnerung an James Bond

In der Ausstellung „007 Elements“ sind ganzjährig Original-Requisiten, Installationen und Filmausschnitte zu sehen.

(Foto: Kristopher Grunert)

„Ice Q“ klingt ohnehin schon irgendwie gefährlich; das gleichnamige feine Ein-Hauben-Restaurant auf gut 3000 Metern Höhe, das zum Fünf-Sterne-Hotel „Das Central“ unten in Sölden gehört, war vor einigen Jahren nebst Gaislochkoglbahn und Gletscherstraße Drehort des James-Bond-Films „Spectre“. Grund genug, im vergangenen Winter die Ausstellung „007 Elements“ zu eröffnen. Das Gebäude wurde eigens in den Berg hineingebaut, ganzjährig sind nun Original-Requisiten, Installationen und Filmausschnitte zu sehen.

In Sölden starten an diesem Wochenende die Profis des Ski-Weltcups in die Saison, für die Amateur-Ski-Junkies ist eher die „Big3 Rallye“ ein Stichwort: Gleich drei Dreitausender können an einem Tag abgefahren werden. Den Anschluss erleichtert die neue Rotkogl-Bahn von Hochsölden zur Bergstation der Giggijochbahn. Wer Schwarze Schneid (3340 Meter), Tiefenbachkogl (3250 Meter) und Gaislachkogl (3058 Meter) hintereinander abfährt, hat am Ende des Tages 50 Pistenkilometer und 5200 Höhenmeter geschafft – und sich den Après-Ski wahrlich verdient..

Mehr: In St. Anton können sich erfahrene Skifahrer beim „Run of Fame“ mal richtig austoben und ein Rennen gegen die Zeit starten. Es warten 85 harte Pistenkilometer.

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