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Sponsoring Wie Porsche im Hamburger Speckgürtel mit Golf für seine Autos wirbt

Beim Porsche European Open stellt der Autobauer den neuen Taycan vor. Das Profiturnier ist für den Hersteller eine ideale Plattform zur Kundenpflege.
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Mit der Urban Golf Challenge zeigt Porsche, dass Golf auch spektakulär sein kann. (Foto: Porsche AG)
Rummel auf der Reeperbahn

Mit der Urban Golf Challenge zeigt Porsche, dass Golf auch spektakulär sein kann.

(Foto: Porsche AG)

Hamburg Treffen sich zwei Schwaben auf dem Golfplatz… Was klingt wie der Anfang eines mittelprächtigen Witzes sind tatsächlich die Eckdaten einer besonderen Konstellation. Beim Profi-Golfturnier Porsche European Open, das ab dem 5. September zum dritten Mal in Winsen/Luhe vor den Toren Hamburgs ausgetragen wird, stellt die Sportwagenschmiede aus dem Stuttgarter Stadtbezirk Zuffenhausen ihren jüngsten Spross Taycan vor.

Unter dem Slogan „Soul electrified“ wird das erste voll elektrische Auto von Porsche nach der zeitgleichen Weltpremiere auf drei Kontinenten vor den Medien nun im Rahmen des Golf-Events erstmals vor einem größerem Publikum gezeigt. Gleichzeitig gibt mit Alexander „Xander“ Schauffele (25) ein Shooting Star aus den USA auf den Green Eagle Golf Courses sein Deutschland-Debüt.

Gerade hat Schauffele beim Saisonfinale des amerikanischen Golfwettbewerbs fünf Millionen Dollar für Platz zwei kassiert. Als Weltranglisten-Neunter ist er dank seiner schwäbischen Wurzeln sowie der doppelten Staatsbürgerschaft sozusagen Deutschlands bester Golfer. Weit vor Martin Kaymer (98.) oder Bernhard Langer (965.) – die aber sind bei dem Traditionsturnier eh nicht am Start.

Die European Open zählt zu den Urgesteinen der europäischen Turnierszene, wurde 1978 im englischen Walton Heath erstmals ausgetragen und fand namhafte Sieger wie eben Bernhard Langer (1985, 1995), fiel freilich von 2010 bis 2014 auch in den Dornröschenschlaf – bis Porsche 2015 kam und dem Event als Titelsponsor neues Leben einhauchte.

„Golfsport gehört bei uns seit über 30 Jahren zur Tradition und steht für Attribute, die hervorragend zu Porsche passen: Leidenschaft, Wettbewerb, Ästhetik, Präzision und Technik“, verdeutlicht Oliver Eidam, Leiter Markenpartnerschaften und Sponsoring der Porsche AG. Seither ist die European Open als zweite Veranstaltung auf deutschem Boden wieder eine feste Größe im europäischen Turnierreigen.

Das andere inszeniert übrigens Mitbewerber BMW unter dem Namen BMW International Open alljährlich in München-Eichenried. Auch Audi und Mercedes, dies der Parität halber, sind national und international im Golfsport aktiv.

Nach einer zweijährigen Reanimation im bayerischen Golf-Großresort Bad Griesbach zog Porsche mit „seiner“ Open in den Norden. „Wir wollten das Turnier in Deutschland so vielen Golf-Fans wie möglich präsentieren und in die Nähe einer Metropole gehen, in der wir außerdem ein attraktives Rahmenprogramm für Besucher und Spieler gestalten können“, sagt Eidam zur Standortwahl.

Hamburger-Porsche-Zentren gehören zu den absatzstärksten der Region

„Die schöne Stadt Hamburg mit ihrer golfaffinen Metropolregion bietet uns ideale Möglichkeiten, diese Ideen umzusetzen“, so Eidam weiter. Wir treffen hier zudem auf eine sehr gute Zielgruppe. Die zwei nahegelegenen Porsche-Zentren gehören zu den absatzstärksten in Deutschland und die Region verfügt auch deshalb über eine sehr hohe ,Porsche-Dichte‘.“

Schließlich galt es den bestgeeigneten Austragungsort zu finden; „einen, der Flair hat, modern, nahbar und aufgeschlossen ist“. Im engen Austausch mit der European Tour als Veranstalter, „die natürlich das letzte Wort hat“ (Eidam), fiel dann die Entscheidung für den Hamburger Speckgürtel, wo die weitläufige Anlage der Green Eagle Golf Courses mit zwei 18-Loch-Plätzen optimale Bedingungen bietet und das Wettbewerbsgeläuf mittlerweile zum Porsche Nord Course umgetauft wurde.

Das „Grüne Monster“ gehört zu den schwierigsten Parcours auf dem europäischen Golf-Circuit, der längste ist es mit 7.165 Metern sowieso. Die Green-Eagle-Macher Michael Blesch und Ralf Lühmann wiederum sind Bilderbuch-Gastgeber, trotzten 2017 sintflutartigen Regenfällen sowie im vergangenen Jahr sengender Hitze und sorgen jedes Mal für eine perfekte Spielwiese und Turnierbühne. „All diese Faktoren helfen uns enorm, die besten Spieler der Welt anzulocken“, erklärt Keith Waters, Chief Operating Officer der European Tour.

Mit den Green Eagle Golf Courses nahe Hamburg hat die Porsche European Open einen idealen Schauplatz gefunden. (Foto: Porsche AG)
Spielwiese

Mit den Green Eagle Golf Courses nahe Hamburg hat die Porsche European Open einen idealen Schauplatz gefunden.

(Foto: Porsche AG)

Exemplarisch mag Patrick Reed genannt sein. Der US-Superstar, 2017 Gewinner des legendären Masters-Turniers in Augusta/US-Bundesstaat Georgia, fühlt sich bei der Porsche European Open derart wohl, dass er das Turnier fest in seinen Kalender aufgenommen hat und heuer zum dritten Mal in Folge am Abschlag steht. Als schwieriger und eigenwilliger Charakter verschrien, wirkt Reed (28) bei der Winsen-Visite stets gelöst und zugewandt. Die Atmosphäre färbt halt ab.

Das versteht auch Porsche als Werbeplattform zu nutzen. Die Stuttgarter zielen auf eine hohe Verweildauer der Besucher sowie damit verbunden auf eine hohe Interaktionsrate mit den Produkten, Services und der Marke und entfachen dementsprechend bei „ihrem“ Golfturnier ein Feuerwerk an Aktionen und Aktivitäten. Beispielsweise die Porsche Welt im Public Village, in der die neuesten Fahrzeuge mit dem Highlight Cayenne Coupé gezeigt werden.

Oder mit Testfahrten in den verschiedenen Modellen rund um die Golfanlage. Nicht zuletzt das fast schon traditionelle Porsche Public-Hole-in-One, bei dem selbst die Zuschauer letztlich um den Taycan Turbo im Wert von rund 150.000 Euro mitspielen können, der ab dem ersten Turniertag am 17. Loch in aller Weltöffentlichkeit zu bestaunen und sogar für denjenigen zu gewinnen ist – ob Profi oder Zaungast –, der als erster seinen Ball mit einem Schlag einlocht.

1.000 Porschefahrer auf der Anlage

Knapp 40.000 Besucher erreichte Porsche so 2018, dazu sicher ein paar Millionen via TV-Übertragungen des Turniers. Zudem bevölkerten über 1.000 Porschefahrer die Anlage und die zweistöckige Owner‘s Lounge mit Dachterrasse. „Es freut uns, dass die beiden Zentren in Hamburg großes Interesse an dem Turnier haben und viele Kunden das Event besuchen wollen. Und es zeigt, dass wir mit der Wahl des Standorts Hamburg absolut richtig liegen“, betont Sponsoring-Leiter Eidam.

Und dann gibt es da noch das „einmalige Erlebnis“ (O-Ton Porsche) einer Runde Golf mit einem Profi auf einem Platz in Turnierzustand beim sogenannten Pro-Am am Tag vor dem Turnier. „Golf ist das wichtigste Hobby unserer Kunden“, weiß Eidam; diesmal gesellten sich gut 100 VIPs wie NDR-Moderator Alexander Bommes, Fußball-Torhüter René Adler, Hundeflüsterer Martin Rütter, Handballer Pascal „Pommes“ Hens oder Comedian Chris Tall zu den rund 40 fürs Pro-Am auserkorenen Berufsspielern.

Bei alldem adressiert das Unternehmen sein Golf-Engagement keineswegs bloß an die Klientel mit artverwandter DNA. Durch den Porsche Urban Golf Club an den Landungsbrücken im Hamburger Hafen und vor allem durch die Porsche Urban Golf Challenge auf der Reeperbahn in St. Pauli kommt das Spiel buchstäblich in der Mitte der Gesellschaft an.

Knapp 40.000 Besucher und über 1.000 Kunden erreichte Porsche unmittelbar beim Turnier 2018. (Foto: Porsche AG)
Interaktion mit der Marke

Knapp 40.000 Besucher und über 1.000 Kunden erreichte Porsche unmittelbar beim Turnier 2018.

(Foto: Porsche AG)

Ohnehin fährt nicht jeder Golfer ein Luxusauto, um an dieser Stelle mal das längst absurde und mühelos widerlegbare Klischee von Golf als Saturiertenspaß anzusprechen.

Am Dienstag Abend jedenfalls zockten Xander Schauffele, Patrick Reed & Co. – begleitet von Feuerwerks-Fontänen – in einem Rennstrecken-Diorama per Zielschießen auf Reifenstapel um das Vergnügen, während der Hamburger Golftage exklusiv mit einem Cayenne Coupé herumkutschieren zu dürfen. So trägt Porsche seinen Teil zur Beweisführung bei, dass Golf sehr wohl spektakulär und cool sein kann. Dass die Adresse der St. Pauli-Sause ausgerechnet Spielbudenplatz lautet, ist reiner Zufall, allerdings ziemlich passend.

Mehr: Ein Hamburger Start-up bringt Sponsoren und Sportler zusammen – passgenau. Die Idee brachte einer der Gründer aus Cambridge mit. 

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