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70. Filmfestival Cannes Zum Geburtstag eine Diamantenpalme

Stars, Glamour und Skandale: Cannes ist Filmkunst, ein Laufsteg der Eitelkeiten und Mondänität. Sie haben das Filmfestival an der Côte d'Azur zu dem gemacht, was es heute ist: ein Mythos und Spektakel.
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Die mit Diamanten besetzte Goldpalme ist eine begehrte Trophäe. Quelle: dpa
70. Filmfestival von Cannes

Die mit Diamanten besetzte Goldpalme ist eine begehrte Trophäe.

(Foto: dpa)

Cannes Mit zahlreichen Stars wird am Mittwochabend das Filmfestival Cannes eröffnet. Zum Auftakt wird das französische Liebesdrama „Les Fantômes d'Ismaël“ mit Charlotte Gainsbourg, Marion Cotillard und Mathieu Amalric gezeigt. Die Darsteller werden neben Regisseur Arnaud Desplechin auf dem roten Teppich des Festivalpalastes erwartet – genauso wie die diesjährige Wettbewerbs-Jury: Unter Vorsitz des Spaniers Pedro Almodóvar gehören auch die deutsche Regisseurin Maren Ade („Toni Erdmann“) sowie die US-amerikanischen Schauspieler Jessica Chastain und Will Smith zu den Jury-Mitgliedern.

Schönheiten wie Brigitte Bardot, Sophia Loren und Claudia Cardinale liefen bereits über den legendären roten Teppich. Und Spitzen-Regisseure wie Federico Fellini und Luchino Visconti ließen sich auf der berühmten Strandpromenade Croisette feiern. Als am 20. September 1946 das erste internationale Filmfestival in Cannes startete, ahnte niemand, dass aus der damals als Alternative zum faschistisch beeinflussten Filmfestival in Venedig gegründeten Filmschau eines der größten Kinospektakel der Welt werden würde. In diesem Jahr feiert das Festival seine 70. Auflage – mit einer Goldenen Palme aus 167 Diamanten.

Gewöhnlich besteht die Goldene Palme, die an den besten Film vergeben wird, aus 118 Gramm reinem Gold. Nun wird die vielbegehrte Trophäe mit 167 Diamanten verziert. Erstmals wurde sie 1955 vergeben. Denn bis das Festival zu einem Muss der internationalen Kinowelt wurde, sollte es knapp zehn Jahre dauern. So fiel es 1948 und 1950 wegen finanzieller Schwierigkeiten aus. Und im Jahr 1951 änderte man den Zeitraum und organisierte den zweiwöchigen Kinomarathon nicht mehr im September, sondern im April. Heute berichten mehr als 4000 Journalisten aus 90 Ländern über das Großereignis.

Nach Nizza-Anschlag: Cannes Filmfestival sicherer denn je

Filmkunst, Promis, Mondänität und Skandale: Cannes füllte schon Anfang der 50er-Jahre die Schlagzeilen. Stars wie Robert Mitchum und die Taylor verwandelten die Croisette in einen Boulevard der Hollywood-Größen. Mitchum trat mit derben amerikanischen Manieren zwar ein ums andere Mal ins Fettnäpfchen, wurde bei seinen Auftritten 1947 und 1954 aber dennoch zum umschwärmten „Bad Boy“. Die Diva Elizabeth Taylor stellte 1951 ihren ersten Cannes-Film „Ein Platz an der Sonne“ von George Stevens vor – und posierte im Badeanzug an der Seite von properen Marinesoldaten.

Doch die Pionierjahre sollten erst der Auftakt zum glamourösen südfranzösischen Starkult auf dem roten Teppich sein. Die aufregenden Formen des noch unbekannten Starlets Brigitte Bardot zogen hunderte von Fotografen an, die sie im schwarzen Sommerkleid und barfuß am Strand auf ihren Fotos verewigten. Von zahlreichen Kameras und Fotoapparaten wurde auch die neapolitanische Schönheit Sophia Loren empfangen, die Cannes erstmals 1959 als Schauspielerin die Ehre gab. Sieben Jahre darauf kehrte sie als Jury-Präsidentin zurück.

Das Jahr 1968 sorgte in Cannes für eine Art Zeitenwechsel. Die französischen Studentenunruhen erreichten die Croisette. Das Festival musste abgebrochen werden und reformierte in der Folge die Regeln der Filmauswahl. Alternative Filmreihen wurden eingeführt wie „La Quinzaine des Réalisateurs“. Ein Jahr später nahmen Jack Nicholson, Dennis Hopper und Peter Fonda für den Kultfilm „Easy Rider“ den Preis für das beste Erstlingswerk in Empfang. Filmregisseur Robert Altman konnte sich 1970 mit seiner Antikriegs-Satire „M.A.S.H.“ die Goldene Palme sichern. Mit Werner Herzog wurde 1975 erstmals ein deutscher Filmemacher mit einem Hauptpreis bedacht, dem Jury-Spezialpreis für „Jeder für sich und Gott gegen alle“.

Die nächsten Jahrzehnte gehörten wieder den großen, spektakulären Auftritten: Am Strand posierten nicht mehr nur leicht geschürzte Starlets, sondern auch bullige Typen wie „Terminator“-Darsteller Arnold Schwarzenegger. Internationale Kinogrößen wie Philippe Noiret, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Bruce Willis, Monica Bellucci, Nicole Kidman und Penelope Cruz wurden bei imposanten Auftritten auf illuminierten Jachten oder am Strand des „Majestic“-Hotels gefeiert.

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