Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ausstellung in Hannover Eine Hommage an Kult-Komiker Heinz Erhardt

Nach den Entbehrungen des 2. Weltkrieges brachte ein Mann mit Hornbrille die Deutschen zum Lachen. Er war trottelig und albern, aber nie böse. 36 Jahre nach seinem Tod gibt es eine erste Ausstellung über Heinz Erhardt.
10.09.2015 - 14:31 Uhr
Die Ausstellung
Heinz-Erhardt-Ausstellung

Die Ausstellung "Heinz Erhardt: Privater!" ist ab dem 12.09.15 zu sehen.

(Foto: dpa)

Hannover Tollpatschig, schelmisch, liebenswert: So erlebten die Menschen im Nachkriegsdeutschland Heinz Erhardt auf der Bühne sowie im Film. Der Humorist mit der Hornbrille und dem schütteren Haar wurde in den 50er und 60er Jahren zum Star. Die Herzen eroberte er nicht nur mit seiner Trottel-Masche, sondern auch mit seinen Versen und Kalauern, die Komiker nach ihm wie zum Beispiel Otto Waalkes inspirierten.

Heinz Erhardt philosophierte über die Kuh, die Bienen, den Wurm und über das Nasshorn und das Trockenhorn. Und er gab Tipps für den Alltag: „Bei nasser Straße muss man sechzehn geben - doppelt acht!“

Wie kein Zweiter verkörperte der füllige Unterhaltungskünstler die Zeit des Wirtschaftswunders. Erhardt war der Biedermann, der verklemmte Spießer und der überforderte „Witwer mit fünf Töchtern“ - so ein Filmtitel aus dem Jahr 1957.

So viel verdienen deutsche Schauspieler
01_dpa
1 von 8

Seit dem ersten Januar 2014 müssen Schauspieler in Deutschland nach Tarif bezahlt werden. Der erste Tarifvertrag, der speziell auf die Arbeitsverhältnisse der Schauspieler bei Dreharbeiten zugeschnitten ist, ist bis Ende 2016 gültig. Der Tarifvertrag lässt einerseits die bisherige Praxis unangetastet, eine angemessene Grundvergütung für die unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten im Wege individueller Verhandlungen zwischen Produzenten- und Schauspielerseite zu finden. Ein starres Gagenraster bleibt ausgeschlossen.

(Foto: dpa)
02_dpa
2 von 8

Gemäß dieses Vertrages bekommen Schauspielerinnen und Schauspieler eine Einstiegsgage von 750 Euro beziehungsweise 725 Euro bei Wiederholungsverträgen je Drehtag, unter der Berufseinsteiger und ihre Kolleginnen und Kollegen mit mehr Berufserfahrung nicht vergütet werden dürfen. „Angesichts des allgemeinen Gagenverfalls ziehen wir damit endlich eine Notbremse“, so Heinrich Schafmeister, Vorstandsmitglied vom Bundesverband Schauspiel (BFFS). Nach 18 Monaten Laufzeit steigt die Einstiegsgage auf 775 Euro (bzw. 750 Euro bei Wiederholungsverträgen).

Im Bild: Die Schauspieler Heiko Pinkowski, Peter Trabner und der Regisseur Axel Ranisch posieren am Rande der Dreharbeiten zu dem Film "Alki Alki".

(Foto: dpa)
03_dpa
3 von 8

Grundsätzlich erhalten Schauspieler pro Drehtag, also für den Tag, an dem die Arbeit am Set abgeliefert wird, eine Vergütung. Der tatsächliche Arbeitsaufwand für einen Drehtag beträgt mindestens eine Woche. Diese Arbeitszeit ist mit der Drehtagsvergütung abgegolten und wird nicht gesondert entlohnt.

Ab drei Drehtagen müssen außerdem Gagenabzüge von bis zu 20 Prozent hingenommen werden. So bleiben von der Bruttogage nach Abzug der Steuern und Agenturprovision maximal 37 Prozent übrig. In Zeiten der ständig sinkenden Budgets werden häufig nur noch sogenannte „Sondergagen“ gezahlt, die mit der nominellen Drehtagsgage nichts mehr zu tun haben.

(Foto: dpa)
04_AP
4 von 8

Doch die vereinbarten 750 Euro Gage pro Drehtag gibt es längst nicht für alle Schauspieler. „Eine Katze bekommt 350 Euro am Tag, ein Hund 450 und eine Kuh 400. Ich weiß definitiv, dass etliche Kollegen weniger verdienen“, sagt ein Münchner Schauspieler gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

(Foto: AP)
05_dpa
5 von 8

Auch die Soapdarsteller und deren Kollegen gucken in die Röhre. Für den Bereich sogenannter hochfrequenter Produktionen, also Daylies und Telenovelas, konnten sich die Tarifpartner nicht auf Grundvergütungsregeln einigen. „Das schmerzt uns und bleibt eine Baustelle, schließlich wird dort sehr hart gearbeitet“, betont BFFS-Vorstandsmitglied Julia Beerhold, „aber wir wollten nicht das große Ganze deswegen opfern.“

Trotzdem zeigt eine an der Wilhelms-Universität in Münster erstellte BEMA Studie zu Einkommens- und Beschäftigungsverhältnissen von Schauspielern, dass mehr als zwei Drittel der in Deutschland berufsmäßig tätigen Schauspieler durch ihre Arbeit pro Jahr weniger als 30.000 Euro brutto verdienen. Die tatsächlichen Verdienstverhältnisse der Schauspieler und Schauspielerinnen liegen damit pro Jahr 6.600€ unter dem Bundesdurchschnitt.

Im Bild: Die Schauspieler Tina Amon Amonsen und Steffen Groth posieren bei Dreharbeiten zur Berliner Vorabendserie "Dating Daisy".

(Foto: dpa)
06_dpa
6 von 8

Bei ARD und ZDF erkenne man den Tarifvertrag für Schauspieler an und unterschreite die Mindestvergütungen nicht. „Dass im Rahmen von Serienproduktionen aus wirtschaftlichen Gründen und auf Grund der seriellen Produktionsweise mitunter Sondergagen vereinbart werden, ist zutreffend. Allerdings akzeptiert das ZDF keine solche Gage unter tausend Euro pro Drehtag“, zitiert die FAZ den Sender.

„In der Praxis wird seitens des ZDF vor jeder Besetzung eine Einzelbewertung der jeweiligen Rolle vorgenommen. Entsprechend den auch im Tarifvertrag vorgesehenen Vergütungsmodalitäten werden für ZDF-Produktionen sowohl Buy-out-Vergütungen als auch Wiederholungshonorare vereinbart.“

(Foto: dpa)
07_dpa
7 von 8

Trotzdem: Die erwähnte Studie zeigt auch, dass die überwiegende Mehrzahl der Schauspieler jährlich von zehn bis 20 bezahlten Drehtagen leben. Lediglich 4,7 Prozent der Schauspieler erzielen durch ihre Arbeit Einkommen von mehr als 100.000 Euro pro Jahr. „Keinem von uns wird etwas geschenkt. Auch die Großverdiener unserer Zunft haben jeden Cent, den sie bekommen, hart erarbeitet“, sagt Hans-Werner Meyer vom BFFS.

(Foto: dpa)

Eine Ausstellung im Theatermuseum Hannover mit dem Titel „Heinz Erhardt: Privater!“ beleuchtet von diesem Sonntag an die private Seite des musikalischen Entertainers, der 1909 als Sohn eines Kapellmeisters im lettischen Riga geboren wurde und 1979 in seiner Wahlheimat Hamburg starb.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Für die bis zum 7. Februar laufende Ausstellung haben Erhardts vier Kinder die von ihrem Vater selbst angelegten Erinnerungsalben, Briefe, Noten sowie persönliche Gegenstände zur Verfügung gestellt.

    Die meisten der mehr als 250 Dokumente und Dinge aus dem Nachlass waren noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen. Museumschef Carsten Niemann hat die Schau als eine Reise in den Kosmos des Kult-Komikers inszeniert. „Wir wollen das Phänomen Erhardt beschreiben. Er war ein manischer Arbeiter, vielleicht ein von sich selber Getriebener“, sagt Niemann.

    Warum Erhardt seine Fans immer noch fasziniert
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Ausstellung in Hannover - Eine Hommage an Kult-Komiker Heinz Erhardt
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%