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Filmfestspiele in Venedig „Joker“ und Roman Polanski räumen bei Filmfestival ab

Die Jury beim Filmfest hat entschieden: Der Hauptpreis geht an „Joker“ mit Joaquin Phoenix. Auch Roman Polanski gewinnt eine der wichtigsten Auszeichnungen.
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„Joker“ mit Goldenem Löwen für besten Film ausgezeichnet

Venedig Der Psychothriller „Joker“ ist beim Festival in Venedig mit dem Goldenen Löwen für den besten Film ausgezeichnet worden. Das Werk des US-Amerikaners Todd Phillips erzählt, wie aus einem psychisch kranken Mann der aus Comics bekannte Bösewicht Joker wird - der Erzfeind von Batman. In der Hauptrolle ist der 44-jährige Joaquin Phoenix („Walk the Line“) zu sehen, der bei der Weltpremiere in Venedig für seine intensive Darstellung mit achtminütigem Applaus gefeiert worden war. Auch die Jury verwies am Samstagabend auf das beeindruckende Spiel des Darstellers.

Vor zwei Jahren war der Goldene Löwe zuletzt an eine US-Produktion gegangen: 2017 gewann „The Shape of Water“ von Guillermo del Toro die höchste Auszeichnung der Festspiele.

Der zweitwichtigste Preis des Festivals, der Große Preis der Jury, ging an „J'accuse“ von Roman Polanski. Der 86-jährige Oscarpreisträger („Der Pianist“) erzählt darin von der Dreyfus-Affäre in den 1890er Jahren, die zu einem Justizskandal in Frankreich führte. Dass Polanskis Film in den Venedig-Wettbewerb eingeladen wurde, hatte bereits im Vorfeld zu Debatten geführt: Der Regisseur hatte in den 1970er Jahren Sex mit einer Minderjährigen. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Polanski kam selbst nicht zum Filmfest, den Preis nahm seine Ehefrau Emmanuelle Seigner an.

Für die beste Regie wurde der Schwede Roy Andersson ausgezeichnet, der in seinem Melodram „About Endlessness“ in kurzen Episoden in die traurigen Seelen von Menschen blickt. Der in Hongkong lebende Yonfan gewann den Preis für das beste Drehbuch für den Animationsfilm „No. 7 Cherry Lane“.

Als beste Schauspieler ehrte die Jury den Italiener Luca Marinelli und die Französin Ariane Ascaride. Marinelli gewann die Trophäe für seine Darstellung in „Martin Eden“ von Pietro Marcello nach einer Buchvorlage von Jack London, Ascaride für ihre Leistung in dem Sozialdrama „Gloria Mundi“ von Robert Guédiguian.

Die Dokumentation „La mafia non è più quella di una volta“ des Italieners Franco Maresco bekam den Spezialpreis der Jury. Mit dem Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Jungdarsteller wurde Toby Wallace ausgezeichnet, der in „Babyteeth“ der Australierin Shannon Murphy einen Drogensüchtigen spielt. Die deutsche Koproduktion „The Perfect Candidate“ der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour ging leer aus.

In diesem Jahr konkurrierten im Wettbewerb 21 Beiträge um die Hauptpreise. Präsidentin der Jury war die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel. Das Filmfest in Venedig ist das älteste der Welt.

Mehr: Regisseur Hirokazu Kore-eda hat das jährliche Filmfestival mit seinem Familiendrama „La Vérité“ eröffnet. Der Wettbewerb findet vom 28. August bis zum 7. September statt.

  • dpa
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