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Kinostart Die Stern-Deuterin: Wie Daisy Ridley das Finale von „Star Wars“ rettet

Der neunte und letzte Teil des Star-Wars-Epos kommt in die Kinos. Im Mittelpunkt steht die überragende Frauengestalt „Rey“.
18.12.2019 - 18:05 Uhr Kommentieren
Die 27-jährige Britin wurde durch Stars Wars berühmt. Quelle: AFP
Daisy Ridley

Die 27-jährige Britin wurde durch Stars Wars berühmt.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Daisy Ridley war noch gar nicht geboren, als „Star Wars“ 1977 in die Kinos kam. Frauen durften zu jener Zeit allenfalls als verhuschte Prinzessinnen mitspielen, überrascht gucken und Frisuren tragen, die aussahen wie Wurstschnecken. Für die damalige Ur-Fanbase aus pubertierenden Jungs waren weibliche Wesen wie Prinzessin Leia wahrscheinlich ohnehin noch außerirdischer als Jabba oder Chewbacca.

Mittlerweile sind die Fans ebenso wie die testosterongesteuerten Filmhelden von einst entweder tot oder weiße, alte Männer – und die Frauen dank Ridley endlich auf dem Vormarsch: Im nun startenden neunten und letzten Teil spielt die 27-Jährige die einsame Weltraumschrotthändlerin Rey, die zwei Folgen lang Zeit hatte, die Macht in sich zu entdecken, und nun omnipräsent das All retten wird.

Männer sind immer noch dabei, aber allenfalls als Schützenhilfe, alt gewordene Jedis oder verwirrte Typen wie Kylo Ren (Adam Driver), den es der dunklen Seite der Macht noch zu entreißen gilt. Dass dieses langersehnte Finale des vielleicht größten Epos der Popkultur nicht untergeht in drögem Geballer, verdankt „Der Aufstieg Skywalkers“ der Schauspielerin Daisy Jazz Isobel Ridley, die ähnlich wie Rey aus dem Nichts kam.

Vor „Star Wars“ kannte niemand die Britin – außer den Gästen jenes Londoner Pubs, in dem sie einst jobbte. Ridley war als jüngste von drei Töchtern eines Fotografen und einer Werbeleiterin der Bank HSBC in einer Art privater Kunstschule groß geworden, hatte ein Studium abgebrochen und erst ein paar kleinere Rollen in TV-Serien im Portfolio, als Hollywood-Regisseur J. J. Abrams mit ihr seine Hauptrolle für die letzte „Star Wars“-Trilogie besetzte.

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    Seit 2015 ist sie als Sternenkriegerin im Dauereinsatz. Und auch wenn sie sich anfangs für geerdet genug hielt für Rolle und Weltruhm, fraß der Stress ihr Löcher in die Magenschleimhaut. Es folgten Therapie und neues Lebensmotto: „Ich setze mich nicht mehr selbst so unter Druck.“ 2016 löschte Ridley ihren Twitter- und Instagram-Account wegen Hassattacken, nachdem sie sich für Opfer von Waffengewalt eingesetzt hatte.

    Ich setze mich nicht mehr selbst so unter Druck. Daisy Ridley (nach einer Phase beruflicher Überarbeitung)

    Der interstellare Glamour hat indes auch schöne Seiten: Mit Barbra Streisand sang Ridley im Duett, Großbritannien ehrte sie mit einer Briefmarke, mit dem US-Late-Night-Talker Jimmy Fallon rappte sie die Star-Wars-Saga in knapp drei Minuten durch, ohne nennenswerte Handlungsstränge zu ignorieren. Bei all diesen Auftritten zeigt sie sich weit wandlungsfähiger und fröhlicher, als es das enge Korsett von „Star Wars“ je erlaubt hätte. Aber die Sternensaga ist ja auch nicht nur ein Film, sondern eine Religion – und ein Multi-Milliarden-Geschäftsmodell.

    Über neun Milliarden Dollar haben die bislang acht Hauptfilme eingespielt. Allein Episode VII („Das Erwachen der Macht“) hat es 2015 auf mehr als zwei Milliarden Dollar gebracht. Und dabei machen die Filme nur noch geschätzte 20 Prozent des „Star Wars“-Umsatzes aus. Den Rest steuert das über- bis unterirdische Merchandising bei. Insofern war es, nachträglich betrachtet, geradezu ein Schnäppchen für den Disney-Konzern, als er im Jahr 2012 George Lucas all seine Sternenkriegs-Rechte für vier Milliarden Dollar abkaufte.

    Für Disney kein Problem. Der Entertainmentkonzern schwimmt derzeit im Geld – auch wegen eines anderen lukrativen Zukaufs: Die Verfilmungen aus dem Superhelden-Fundus von Marvel entwickelten sich zur Gelddruckmaschine. Und so, wie es da immer weitergeht, ist auch der „Krieg der Sterne“ noch lange nicht auserzählt.

    Diverse Ableger wie „Rogue One“ oder „Solo“ hat man bereits ausprobiert. Der Streamingdienst Disney+ versucht es gerade mit der neuen Serie „The Mandalorian“. Eine weitere Kinotrilogie soll bereits in Vorbereitung sein, auch wenn Daisy Ridley da wohl keine Rolle mehr spielen wird.

    „Ich mache mir keine allzu großen Sorgen, dass ich in ein Loch fallen werde“, versicherte sie während ihres monatelangen Interviewmarathons vor dem letzten Spektakel, das trotz ihres in jeder Hinsicht heldenhaften Einsatzes weder Feminismus- noch Diversity-Statement ist, sondern immer noch vor allem ein Märchen.

    Daisy Ridley ist nun so berühmt, wie man sich das als Schauspielerin nur erträumen kann. Jetzt wünscht man ihr eigentlich nur eins: dass sie in den nächsten Filmen auch mal richtig spielen darf.

    Mehr: Von „Star Wars“ bis „James Bond“: Das sind die erfolgreichsten Filmreihen und Filmfranchises aller Zeiten

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