Kinostart von „Amy“ Vom Leben und Sterben der Amy Winehouse

Ihre Musik, ihre Drogeneskapaden, ihr früher Tod: Das Leben der Soulsängerin Amy Winehouse fand in aller Öffentlichkeit statt. Jetzt zeigt die Doku „Amy“ die private Winehouse – lebenslustig, humorvoll, charismatisch.
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Die Doku „Amy“ erzählt das Leben der Soulsängerin Amy Winehouse, die mit nur 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung starb. Quelle: Reuters
Amy Winehouse

Die Doku „Amy“ erzählt das Leben der Soulsängerin Amy Winehouse, die mit nur 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung starb.

(Foto: Reuters)

BerlinDer dicke Lidstrich um die Augen war ihr Markenzeichen. Ebenso wie die üppig auftoupierte Beehive-Hochsteckfrisur. Und natürlich ihre Stimme. Diese kraftvolle, einfühlsame und bebende Stimme, die Hits sang wie „Back to Black“ und „Rehab“. Amy Winehouse war eines der größten Musiktalente ihrer Generation, sie gewann zahlreiche Grammys und ihre Songs dominierten lange die internationalen Charts.

Doch dann beherrschte die Soulsängerin die Schlagzeilen immer mehr mit ihren Drogen- und Alkoholeskapaden. 2011 starb sie mit nur 27 Jahren in London an einer schweren Alkoholvergiftung. Der britische Regisseur Asif Kapadia setzt ihr nun mit der Dokumentation „Amy“ ein bewegendes Denkmal.

Kapadia, der zuletzt mit der Doku „Senna“ über den Formel-1-Fahrer Ayrton Senna auf sich aufmerksam gemacht hatte, mixt dafür private, bisher unveröffentlichte Aufnahmen der jungen Winehouse mit späteren Fernsehauftritten und unterlegt dies mit aktuellen Interviews ihrer Wegbegleiter. Er zeigt ihren Aufstieg, ihre ersten Auftritte als Jugendliche, ihren internationalen Durchbruch, aber auch ihren Fall.

Tod mit 27 Jahren
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Kurt Cobain ist das wohl populärste Mitglied des tragischen „Club 27“. Seit seinem Tod gibt es zahlreiche Gerüchte über die Umstände des mutmaßlichen Suizids. Laut offiziellem Polizeibericht erschoss sich der Nirvana-Frontmann mit einer Schrotflinte.

People Mitch Winehouse
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Amy Winehouse starb am 23. Juli 2011 an einer Alkoholvergiftung. Jahrelang war sie drogensüchtig, zuletzt hatte sie sich auf einem missglückten Konzert blamiert. Ihre Soul-Stimme und ihr umstrittener Lebensstil brachten sie in die Charts und in die Schlagzeilen.

JIMI HENDRIX
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Jimi Hendrix war einer der Stars des frühen Woodstock-Festivals. Im Herbst 1970 starb Jimi Hendrix in einem Hotelzimmer - unter massivem Alkohol- und Tabletteneinfluss. Schnell begannen sich Gerüchte zu verbreiten, Hendrix könnte Opfer eines Verbrechens geworden sein. Sie ließen sich aber niemals wirklich bestätigen.

Jim Morrison
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Jim Morrison war der Frontmann der „Doors“. Er kam am 3. Juli 1971 unter mysteriösen Umständen ums Leben - offiziell an einem Herzstillstand. Erst sechs Tage später wurde sein Tod mitgeteilt. Selbst enge Vertraute waren sich zunächst nicht über die genauen Gründe seines Todes sicher.

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Brian Jones (Mitte), Gründer der legendären Rolling Stones, starb 1969 in seinem Swimmingpool. Ein Bauunternehmer, mit dem Jones zuvor Streit gehabt haben soll, gilt als mutmaßlicher Mörder des Musikers. Derzeit ermittelt die Polizei noch einmal die genauen Todesumstände, denn Beweise für die unterschiedlichen Theorien fehlen immer noch.

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Soulsängerin Janis Joplin galt als einer der größten Hoffnungen der Musikbranche, ehe sie am 4. Oktober 1970 an Heroin verstarb. Lange Zeit hatte sie bereits unter einer Drogensucht gelitten. Nur wenige Tage vor ihrem Tod hatte Joplin ein Testament verfasst.

Dabei kommt er natürlich nicht um ihre Bulimie und die Drogensucht herum - sowie die zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen wie bei der Wahl ihres Mannes Blake Fielder-Civil, ihres Managers und dem Einfluss, den sie ihrem Vater gewährte.

Unsicherheiten, der Hang zur Selbstzerstörung, Ausnutzung durch andere, das Bedrängen und Einengen durch die Medien: die Gründe für Amys fatalen Absturz werden auf zwei Stunden komprimiert mehr als klar. Kapadia bezieht bei all dem keine klare Position, sondern lässt unterschiedliche Positionen zu Wort kommen. Und doch entsteht dabei auch der Eindruck, dass Winehouse ein Opfer war, zu vielem gedrängt wurde und besser hätte geschützt werden müssen.

Dazu passt die Reaktion ihres Vaters Mitch. Er soll - obwohl er für Interviews zu der Doku zur Verfügung stand - nicht mit dem finalen Werk einverstanden sein. Immerhin kritisieren einige Freunde der Sängerin im Film wiederholt, dass er seiner Tochter nicht ausreichend aus der Drogensucht geholfen, sondern sie stattdessen immer wieder in die Öffentlichkeit gezerrt habe.

Wer mit dem Tod von Amy Winehouse Geschäfte macht
Bags of doses of cocaine that a dealer labeled with a photograph of singer Amy Winehouse are seen at a police station in Rio de Janeiro
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Um den Drogenverkauf anzukurbeln schmückt eine Bande brasilianischer Dealer in der Metropole Rio de Janeiro ihre Kokain-Tütchen mit Bildern der verstorbenen britischen Soulsängerin Amy Winehouse. Die mit dem Bild der Sängerin versehenen Plastiktütchen würden für umgerechnet rund vier bis elf Euro verkauft. Der Namen der Sängerin ist auf den Fotos allerdings falsch geschrieben: dort heißt sie nur „Amy House“.

Pete Doherty wegen Kokainbesitzes zu sechs Monaten Haft verurteilt
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Skandalrocker Pete Doherty nahm zusammen mit Amy Drogen. Nun hat er ein schlechtes Gewissen. Ob er auch eines hat, weil er 4.500 Pfund für ein Interview zum Thema einsackte, bleibt fraglich.

Amy Winehouse tot
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Blake Fielder-Civil, Amys Ex-Mann, plant eine TV-Doku zu Amys Drogenkonsum und ihrer gemeinsamen Beziehung - inklusive Details. Auch Amys Vater Mitch hat hier angeblich wieder die Finger im Spiel.

Amy Winehouse stürmt britische Charts
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Dabei belässt der 29-Jährige es aber nicht. Nachdem er bereits einiges an Material an verschiedene Zeitungen verkaufte, will er auch ein Enthüllungsbuch veröffentlichen. Ob das was damit zu tun hat, dass Amy Winehouse ihn aus ihrem Testament strich? Im Rahmen seiner 32-monatigen Haftstrafe wegen Einbruchs hilft ihm das aber auch nicht weiter.

Twitter wird fünf
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Fernab jeder Pietät warb Microsoft auf Twitter mit seinem Online-Musikladen – mit dem Post „Gedenke Amy Winehouse, indem du das bahnbrechende Album Back to Black über Zune herunterlädst“. Und das natürlich nicht umsonst. Bei den Fans kam das nun gar nicht gut an.

Amy Winehouse ebay.co.uk
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Alles was auch nur ansatzweise mit der Sängerin zu tun hat, wird zum Kauf angeboten: Nur kurze Zeit nach ihrem Tod werden für signierte CDs mehrere hundert Euro bei Internetauktionen geboten. Auch verschiedene Internet-Domains, die den Namen von Amy beinhalten, werden für horrende Summen versteigert.

Mitch Winehouse, the father of deceased British singer Amy Winehouse, arrives at the Houses of Parliament in London
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Mit dem Vermögen, das Amy hinterlässt, wollen ihre Eltern eine Stiftung für Drogenabhängige gründen. Ehrenwerte Sache soweit - doch die geplante Entzugsklinik kommt bei vielen Fans nur als Eigen-PR von Mitch Winehouse an.

Regisseur Kapadia gelingt es allerdings auch, das aus den Medien hinlänglich bekannte Bild zu ergänzen. Musikkollegen etwa erzählen von einer begeisterten Jazzmusikerin, für die ihre Songs wie „Back to Black“ Ausdruck intimster Emotionen waren. Vor allem aber zeigt Kapadia die private Amy Winehouse, eine lebenslustige, humorvolle, charismatische und unfassbar talentierte junge Frau.

So erinnern sich enge Freunde an eine freche, sehr herzliche Amy mit einer durchdringenden Lache. Genau diese Bilder bleiben am Ende dann auch in Erinnerung - und machen den Verlust umso mehr deutlich.

  • dpa
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