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Stefan Raab Seine letzte große Show

Mit einer knapp sechsstündigen Show verabschiedete sich der Entertainer von Pro Sieben. Die letzte „Schlag den Raab“-Ausgabe war im schwierigen Fernsehgenre der Samstagabendshow noch einmal eine Höchstleistung.
20.12.2015 - 09:00 Uhr 3 Kommentare
Der Entertainer war bis zuletzt mit vollem Einsatz und Ehrgeiz bei den Spielen dabei. Quelle: Screenshot
Stefan Raab

Der Entertainer war bis zuletzt mit vollem Einsatz und Ehrgeiz bei den Spielen dabei.

(Foto: Screenshot)

Berlin Das Geschäftsmodell des frei zu empfangenden Privatfernsehens besteht darin, Sendezeit so attraktiv zu füllen, dass möglichst viel Werbezeit möglichst teuer verkauft werden kann. Da hat Stefan Raab am Samstagabend
noch einmal ganze Arbeit geleistet, und sein Sender hat das redlich ausgekostet. „ProSieben übertrifft sich mit der Werbung heute selbst. So dauert der #Raabschied bis 2017“, scherzte gegen 1.00 Uhr nachts eine Zuschauerin auf Twitter.

Es war dann aber doch schon kurz vor 2.00 Uhr, als Raab – mit Rentier-Pappgeweih und Sonnenbrille – und seine Studioband zum Abschied den Weihnachtssong „Run Rudolph Run“ vortrugen. Als er die Sonnenbrille abnahm, waren, anders als nach der letzten „TV total“-Sendung am Mittwoch, keine Tränen zu sehen. Damit endete dann die Fernseh-Karriere des Phänomens. Ob Raab allerdings wirklich zum „letzten Mal im Fernsehen“ zu sehen war, wie Pro Sieben-Trailer vorab behauptet hatten, lässt sich bezweifeln.

Gegenüber den 54 vorherigen „Schlag den Raab“-Shows gab es eine Regeländerung: Es trat nicht ein Kandidat in unterschiedlichen Spielen gegen den Namensgeber an, sondern 15 unterschiedliche Kandidaten in 15 Spielen. Daher entfiel die langwierige Vorstellung potenzieller Kandidaten vorab, unter denen das Fernsehpublikum sonst einen auswählen musste. Es ging also gleich in medias res.

Das hatte den Nachteil, dass die Identifikation des Publikums mit dem Kandidaten (oder, wie oft geschehen, auch mit Raab gegen den Kandidaten) diesmal wegfiel. Und den Vorteil, dass einige ungecastete Kandidaten, die Moderator Steven Gätjen aus dem Studiopublikum in Köln-Mülheim ausgewählt hatte, wenn sie gewannen, den 100.000-Euro-Geldkoffer gleich mitnehmen konnten.

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    Die Spiele in „Schlag den Raab“ bestanden auch im großen Finale aus einem bunten Mix wenig aufregender Rate- oder Geschicklichkeitsspiele mit umso komplizierteren Regeln. Im ersten Spiel ging es darum, herabsegelnde Papier-Engelchen mit einem Käscher aufzufangen. Das war eher mau, aber Raab demonstrierte sofort seinen glaubhaften, verbissenen Ehrgeiz, stets gewinnen zu wollen, der schon für sich selbst eine Show ist. Er keuchte, schnaufte und stieß fast schon brunftähnliche Geräusche aus, vor Anspannung und aus Vergnügen.

    Im zweiten Spiel mussten die Kandidaten Auto fahren und dabei eingespielte Musik-Hits erkennen und benennen. „Smart DJ“ hieß das Spiel weniger, weil es besonderes Geschick erforderte als vielmehr der Automarke wegen. Marken nicht nur in Gewinnspielen zu integrieren, gehört schließlich auch zum Geschäftsmodell des Privatfernsehens, zumal seit 2010 Produktplatzierungen offiziell gestattet sind.

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    3 Kommentare zu "Stefan Raab: Seine letzte große Show"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • nie geguckt; allein wenn man mal einen Trailer aufschnappte ... hätte ich den Stecker ziehen können. Auf dieses Zuschauerniveau möchte ich nie sinken; ist es wahr das Leute dafür zahlen um sich diesen Stuß live vor Ort reinzuziehen?

      6 Stunden dauert diese Sendung?

    • Wer ist dieser "Raab"? Muß man den kennen?

    • Dass es echt Menschen gibt, die mit sich nichts besseres anzufangen wissen, als sich so eine sechsstündige Show mit 2.000 Werbeunterbrechungen anzuschauen. Unfassbar. Aber gleichzeitig für mich ein Indiz dafür, wie es mit der Intelligenz in diesem Land bergab geht.

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