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Urlaub wie im Science-Fiction-Film So lässt sich die Zukunft des Reisens schon jetzt erleben – zumindest ein bisschen

Eine Vergnügungsreise zum Mars oder in die Erdumlaufbahn – vieles ist womöglich nur noch eine Frage der Zeit. Diese Orte geben einen Vorgeschmack auf futuristische Trips.
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Die Beam-Technologie aus der US-Kultserie „Star Trek“ beflügelt noch immer die Fantasie vieler Menschen. Quelle: AP
Besatzung des „Raumschiff Enterprise“ um Mr. Spock (2.v.l.) und Captain Kirk (r.)

Die Beam-Technologie aus der US-Kultserie „Star Trek“ beflügelt noch immer die Fantasie vieler Menschen.

(Foto: AP)

Düsseldorf Er gibt seiner Begleiterin Leila Kalomi noch einen kurzen Abschiedskuss: „Ich bin bereit zum Hochbeamen, Jim“, sagt Mr. Spock dann in ein futuristisches Walkie-Talkie. Er befindet sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Planeten Omicron Ceti III. Eine Hebelbewegung auf einem bunten Armaturenbrett später erscheint er in voller Montur im Tausende Kilometer entfernten Raumschiff Enterprise – Auge in Auge mit dessen Kapitän James T. Kirk.

Sieht so die Zukunft des Reisens aus? Vermutlich nicht – obschon die US-Serie „Star Trek“ die Fantasie der Menschen auch über 60 Jahre nach ihrer Erstausstrahlung noch beflügelt. Wenn es diese Möglichkeit gäbe, so das Ergebnis einer Studie, würden sich 38 Prozent der Deutschen am liebsten in den Urlaub beamen.

Nur sechs Prozent glauben allerdings, dass eine Fortbewegungsmöglichkeit im Stile von Spock & Co. in naher Zukunft zur Realität wird.

Nicht alles, was heute noch nach Science-Fiction klingt, muss auf lange Sicht aber Film- und Romanstoff bleiben. Geht es etwa nach Elon Musk, dann heißt das Fortbewegungsmittel der Zukunft womöglich nicht Beamer, sondern Hyperloop – ein Kapselsystem mit Schallgeschwindigkeit, das so auch der Fantasie eines Jules Verne oder H. G. Wells hätte entspringen können.

Kommerzielle Touristen im Weltall sind ohnehin nur noch eine Frage von Monaten, glaubt man den Worten von Richard Branson – oder, erneut, denen von Elon Musk, der mit SpaceX schon 2023 acht Touristen um den Mond schicken will. Wie umsetzbar diese Pläne tatsächlich sind, werden die kommenden Jahre und Jahrzehnte zeigen.

Bis dahin hat das Reiseportal weg.de schon einmal einige mehr oder weniger realistische Reisetrends der Zukunft zusammengestellt – und jeweils entsprechende Alternativen gefunden, die Touristen schon heute besuchen können.

Reisen zum Mars: Nagoya City Science Museum, Japan

In diesen Hallen befindet sich unter anderem das größte Planetarium der Welt. Quelle: Creative Commons / KAMUI / Wikipedia
Nagoya City Science Museum

In diesen Hallen befindet sich unter anderem das größte Planetarium der Welt.

(Foto: Creative Commons / KAMUI / Wikipedia)

Ob das umstrittene Projekt Mars One oder Elon Musks SpaceX: Von Plänen, den Mars zu kolonialisieren, hat in den vergangenen Jahren mehr als ein Unternehmen gesprochen. Bislang steckte hinter derlei Ankündigungen aber wenig mehr als heiße Luft.

Bis der Tag kommt, an dem Touristen tatsächlich zum Mars abheben, sei Fernwehgeplagten das größte Planetarium der Welt ans Herz gelegt. Die charakteristische Kuppel des Nagoya City Science Museum in Japan hat einen Durchmesser von 35 Metern und bietet Platz für 350 Besucher. Eine beeindruckende Attraktion, die Besuchern das Universum mit faszinierenden Filmaufnahmen näher bringt.

Reisen durch Röhren: Escape Park, Malaysia

Mehr als vier Minuten Rutschvergnügen inmitten des malaysischen Regenwalds. Quelle: AFP
Wasserrutsche in Penang, Malaysia

Mehr als vier Minuten Rutschvergnügen inmitten des malaysischen Regenwalds.

(Foto: AFP)

In der Zukunft wird die Menschheit wohl nicht nur neue Reiseziele entdecken, sondern auch andere Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Denkbar wäre beispielsweise ein Rohrpost-Reisesystem: Menschen, die in Kapseln mit Hochdruck durch ein weltumspannendes Röhrensystem geschossen werden und so in wenigen Minuten ihr Ziel erreichen. Das Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem Hyperloop etwa, dessen Pläne Elon Musk bereits 2013 vorstellte, soll eines Tages so ähnlich funktionieren.

Einen Vorgeschmack auf die Reisemöglichkeiten der Zukunft bietet die weltgrößte Wasserrutsche im Escape Themenpark in Penang, Malaysia. Ganze 1.140 Meter lang schlängelt sie sich durch den malaysischen Regenwald. Bis Besucher mit ihrem Luftkissen das Auffangbecken erreichen, dauert es ganze vier Minuten.

Reisen zum Mond: Askja-Gebirge in Island

Ausblicke wie auf einem fremden Planeten. Quelle: EyeEm
Kraterlandschaft in Island

Ausblicke wie auf einem fremden Planeten.

(Foto: EyeEm)

Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Schritt für den Tourismus: Vergnügungsreisen in die Erdumlaufbahn oder sogar auf die Raumstation ISS sind zwar für eine kleine Zahl von vermögenden Reisenden bereits denkbar, bis Touristen die Mondoberfläche betreten, wird allerdings noch einige Zeit ins Land gehen.

Wer nicht auf die Kommerzialisierung der Raumfahrt warten möchte, der findet zumindest vergleichbare Szenerien auch auf der Erde. Die surreale Kraterlandschaft des Vulkansystems Askja in Island etwa wirkt regelrecht außerirdisch.

Reisen ins Erdinnere: Grand Canyon Caverns Suite

„Man glaubte nicht daran, und als man ihn wiedersah glaubte man‘s noch weniger“, beschrieb Jules Verne in seinem Science-Fiction-Klassiker „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ die Reaktionen der Mitmenschen auf das ungewöhnliche Unterfangen seines Romanhelden Otto Lidenbrock. Diese Zweifel sind berechtigt: 6.000 Grad heißes Metall und geschmolzenes Gestein machen ein Vordringen bis zum Erdkern bis heute undenkbar.

Selbst wenn die Menschheit irgendwann in dieses Inferno gelangen sollte, sind abenteuerlustige Urlauber mit einer Übernachtung in der Grand Caverns Suite des Grand Canyon Caverns & Inn vermutlich besser beraten. Das Hotelzimmer liegt 60 Meter tief unter der Erde. Gäste nächtigen hier in einer Höhle ohne Tageslicht – dafür mit prall gefülltem Bücherregal und einem Plattenspieler.

Reisen in die Tiefsee: Jules‘ Undersea Lodge, Florida

Ein weiterer Klassiker von Jules Verne, der auch heute noch fasziniert, ist sein 1869 erschienener Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“. Auch deshalb, weil die Oberfläche des Mondes inzwischen weit besser erforscht ist als die Tiefsee. Dabei finden sich am Meeresgrund allerhand exotische Lebensformen, die einen Besuch durchaus spannend machen würden – und vielleicht ja sogar verschollene Galeonenschätze wie in Vernes Erzählung.

Bis ein ausgiebiger Urlaub in der Tiefsee möglich ist, lohnt sich ein Besuch von „Jules‘ Undersea Lodge“ im US-Bundesstaat Florida. Der Eingang des ungewöhnlichen Schlafgemachs liegt neun Meter unter der Wasseroberfläche.

Wer dorthin gelangen möchte, muss also zunächst tauchen. Das erste Unterwasserhotel seiner Art bietet neben Abgeschiedenheit auch eine Klimaanlage, eine Warmwasser-Dusche – und bei Bedarf sogar einen Pizza-Lieferservice.

Reisen in künstliche Welten: Tropical Islands in Brandenburg

Der Freizeitpark „Tropical Islands“ lockt jährlich über eine Million Besucher nach Brandenburg. Quelle: Tropical Islands
Künstliche Tropenlandschaft

Der Freizeitpark „Tropical Islands“ lockt jährlich über eine Million Besucher nach Brandenburg.

(Foto: Tropical Islands)

Die natürlichen Paradiese der Welt sind durch Klimawandel und Umweltverschmutzung bedroht. Eine Möglichkeit, die Schönheit gefährdeter Biotope zu konservieren, ist der Bau künstlicher Habitate. Artifizielle Lebensräume als Reiseziele der Zukunft? Vor diesem Hintergrund vielleicht gar nicht einmal unplausibel.

Südsee-Atmosphäre und Sandstrände imitiert schon heute beispielsweise der Freizeitpark Tropical Islands in Brandenburg. Hier können ganzjährig bis zu 6.000 Besucher täglich in (Süß-)Wasserbecken baden – oder den weltweit größten Indoor-Regenwald erkunden.

Zeitreisen: Ritterturniere und Mittelaltermarkt

Zeitreisen ganz ohne Fluxkompensator. Quelle: dpa
Ritterfest auf Burg Falkenstein (Sachsen-Anhalt)

Zeitreisen ganz ohne Fluxkompensator.

(Foto: dpa)

Nicht erst seit „Zurück in die Zukunft“ ist das Reisen durch die Zeit ein Menschheitstraum. Eine besondere Anziehung übt dabei für viele das Mittelalter aus. Um Ritter, Hofdamen und Turniere mit eigenen Augen zu sehen, muss allerdings niemand auf die Entwicklung eines mit Fluxkompensator ausgestatteten DeLorean warten.

Jährlich stattfindende Events wie das Kaltenberger Ritterturnier oder der Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein bieten spektakuläre Darstellungen und deftige Gerichte in historischer Atmosphäre.

Mit modernster Technologie reist man hingegen in den Ladenlokalen des Unternehmens TimeRide durch die Zeit. Das VR-Start-Up bietet in Dresden, Köln, Berlin und München virtuelle Stadtreisen in die Vergangenheit an.

Virtueller Erholungsurlaub: Kurztrip mit der VR-Brille

Die Illusionen, die 360-Projektionen ermöglichen, werden immer lebensechter. Quelle: twenty20
Mit der VR-Brille in die virtuelle Antarktis

Die Illusionen, die 360-Projektionen ermöglichen, werden immer lebensechter.

(Foto: twenty20)

Technologie entwickelt sich rasant und Virtuelle Realität wirkt immer lebensechter. Vielleicht arbeiten VR-Headsets irgendwann so überzeugend, dass sie das menschliche Bewusstsein in einen vollwertigen Urlaub schicken und damit den erholsamen Besuch am Strand überflüssig machen.

Bis dahin können sich technologiebegeisterte Reisende aber schon VR-Attraktionen ansehen, die zumindest einen kurzweiligen Ausflug in computergenerierte Welten ermöglichen. Das Australische Nationalmuseum in Canberra befördert seine Besucher zum Beispiel mit einer VR-Erfahrung in die Antarktis.

Mehr: 50 Jahre nach der Mondlandung könnten bald auch Touristen Weltraumgeschichte schreiben. Doch viele Fragen sind dabei noch offen – auch rechtlich.

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