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Verbraucherschützer warnen Erneut Mineralöl in Lippenpflege gefunden

Sind in manchen Lippenpflegestiften möglicherweise krebserregende Stoffe? Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzminister ist nach neuen Tests alarmiert. Der Branchenverband sieht keinen Grund zur Besorgnis.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt nicht aus, dass in aromatischen Kohlenwasserstoffen aus Mineralöl krebserregende Verbindungen enthalten seien. Quelle: dpa
Lippenpflegestifte sind belastet

Das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt nicht aus, dass in aromatischen Kohlenwasserstoffen aus Mineralöl krebserregende Verbindungen enthalten seien.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In Lippenpflegestiften und anderen Körperpflegeprodukten sind erneut Stoffe aus Mineralöl gefunden worden. Bei insgesamt 9 von 31 untersuchten Produkten wurden aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl (MOAH) nachgewiesen, wie das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium am Freitag mitteilte. Es hatte die Studie in Auftrag gegeben. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Lippenpflegeprodukte.

NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) nannte die Ergebnisse beunruhigend. „Solche Stoffe gehören einfach nicht in Pflegemittel“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk, der zuerst mit dem WDR über die neue Untersuchung informiert hatte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schließe nicht aus, dass in MOAH krebserregende Verbindungen enthalten seien. Einen MOAH-Grenzwert für Kosmetika gibt es nicht.

Die neuen Analysen decken sich mit Ergebnissen einer Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem vergangenen Mai. Das BfR hatte den Herstellern damals empfohlen, den MOAH-Gehalt zu minimieren, was technisch möglich sei. „Der Rücklauf, wie diese Empfehlung in der Praxis umgesetzt wird, steht noch aus“, teilte das BfR am Freitag mit.

Der Herstellerverband IKW sieht keinen Grund für Änderungen. „Mineralöle in kosmetischen Mitteln sind sicher. Sämtliche in Kosmetika eingesetzten Mineralöle haben Pharmaqualität“, teilte er mit. Es gebe kein gesundheitliches Risiko. „Daher besteht auch kein Grund für eine Umformulierung der Produkte.“ Das BfR hatte im Mai allerdings mitgeteilt, dass bei Lippenstiften eine abschließende Risikobewertung durch fehlende Daten erschwert werde.

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Münster hatte die neue Untersuchung im Auftrag des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums durchgeführt. Geprüft wurden unter anderem 25 Lippenkosmetika, bei 5 von ihnen lag der MOAH-Wert über der Nachweisgrenze.

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  • dpa
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