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Ultrastarker Halt?

Nicht bei jedem! (Foto: Imago)

Warentest Haargel im Test: Das kannst du dir in die Haare schmieren!

Stiftung Warentest hat 15 Haargele getestet: von Schwarzkopf, dm, Aldi, Rossmann, Wella und L’Oréal. Wir verraten dir, ob sich teure Gele lohnen – und wie so ein haariger Test funktioniert.
31.08.2018 - 08:34 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 31. August 2018 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Der Rasierer schnurrt in meiner Hand. Ich werfe meinem Bruder einen prüfenden Blick zu: „Soll ich?“ Er hat wieder einmal einen dieser Tage, an denen er an seinen Haaren verzweifelt. „Mit meinem Billig-Gel kann ich meine Haare einfach nicht so gut stylen wie der Friseur mit dem teuren Gel“, jammert er. Stiftung Warentest ist da anderer Meinung.

Haargel im Test: Diese Produkte kannst du dir in die Haare schmieren!

Die Verbraucherorganisation hat 15 Haargele in verschiedenen Preiskategorien getestet, die „sehr starken“ oder vergleichbaren Halt bieten wollen. Als ich im Drogeriemarkt vor dem Regal mit den Haargelen stehe, merke ich, dass der Test dringend notwendig ist.

Alle Produkte versprechen mir das Gleiche – nur mit anderen hochtrabenden Worten und in anderen schrillen Farben. Gerade Marken wie Schwarzkopf (Henkel) oder die dm-Eigenmarke Balea haben viele verschiedene Styling-Gele im Sortiment.
Deshalb mussten die Tester weiter differenzieren. Entsprachen zwei Produkte einer Marke diesem Kriterium, wählte die Stiftung Warentest das Produkt aus, das laut Werbung am stärksten halten soll. Diese Produkte hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen und wie folgt bewertet:

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    1. Schwarzkopf: Professional Osis+ Rock Hard (Gut 1,7)
    2. dm: Balea Men Maximum Power Styling Gel  (Gut 1,8)
    3. Aldi Süd: Kür Styling Haargel Ultimate (Gut 1,9)
    4. dm: Alverde Styling-Gel Bio-Lotusblüte Bio-Violetter Reis (Gut 2,2)
    5. Rossmann: Alterra Styling-Gel Bio-Papaya & Bambus (Gut 2,3)
    6. Rossmann: Isana Styling Gel For Men (Befriedigend 2,6)
    7. Edeka: Elkos Hair Styling Gel (Befriedigend 2,7)
    8. Netto: Hairwell Styling Gel (Befriedigend 2,7)
    9. Rewe: today Power Gel Extreme Look (Befriedigend 2,7)
    10. Wella: Shockwaves Power Gel Styler (Befriedigend 2,7)
    11. Wella: Wellaflex Men Styling Gel (Befriedigend 2,7)
    12. Gard: Professional Styling Gel Business (Befriedigend 2,8)
    13. Marlies Möller: Design Styling Gel (Befriedigend 2,8)
    14. L’Oréal: Studio Line Spurenlos FX Styling Gel (Befriedigend 3,0)
    15. Schwarzkopf: 3 Wetter Taft Styling Power Gel (Befriedigend 3,1)

    Stylingbegeisterte mit kleinem Budget dürfen sich also freuen. Zwar ist der Testsieger mit 6,95 Euro pro 100 Milliliter recht teuer. Die günstige Alternative aus dem Drogeriemarkt kann jedoch locker mithalten. In der Anwendung und bei den Infos auf der Packung schneidet das Produkt von Balea sogar besser ab. Außerdem endet der Test mit einer guten Nachricht für alle Umweltfreunde: Keines der Gele beinhaltet umweltschädliches Mikroplastik. Doch wie entscheidet Stiftung Warentest eigentlich, ob ein Gel gut ist?

    Wie funktioniert ein Stiftung Warentest-Test?

    Wie vielversprechend die Stylingprodukte in der Praxis sind, hat die Organisation auf drei Arten getestet. Zunächst mussten sich die Gele unter den kritischen Augen der Experten beweisen. Ein Friseur stylte mit den Produkten die Haare von elf Männern und elf Frauen. Das Haupthaar wurde dazu in der Mitte gescheitelt. Auf jeder Seite wurde schließlich ein Produkt angewendet, sodass ein direkter Vergleich sichtbar wurde. Anschließend beurteilte der Profi gemeinsam mit einem Kollegen die Frisuren unter folgenden Gesichtspunkten:

    • Gesamteindruck
    • Festigkeit
    • Fülle/Volumen
    • Klebrigkeit
    • Glanz
    • Beschweren der Haare
    • Sichtbare Rückstände

    Die Beurteilung der Friseure machte 40 Prozent der Gesamtwertung aus. Der zweite Teil des Test lag im wahrsten Sinne des Wortes in den Händen von elf Versuchspersonen. Sie beurteilten die Klebrigkeit der Gele an den Händen, ob die Produkte Rückstände an Haar oder Kleidung hinterlassen, deren Konsistenz und wie gut sie sich entnehmen und verteilen lassen. Dieser sogenannte Anwendungstest machte zehn Prozent der Endnote aus.

    Im letzten Schritt wurden die Gele im Labor auf die Probe gestellt: der Härtetest. Pro Produkt gelten die Tester zehn Haarsträhnen ein und drehten sie auf Lockenwickler. Sobald die Haarsträhnen getrocknet waren, wurden sie abgewickelt und aufgehängt.

    Nachdem man die Länge der Strähnen gemessen hatte, wurden Alltagssituationen nachgeahmt, welche die Haare beanspruchen – etwa durch Schütteln. Zu guter Letzt maß Stiftung Warentest erneut die Länge, um zu schauen, wie sehr die Locken sich ausgehangen haben. Die Haltbarkeit der Haargele machte ein Viertel der Wertung aus.

    Haargel im Test: Das sagen Friseure

    Neben dem anwendungsbezogenen Test wurden die Gele außerdem auf ihre Zusammensetzung geprüft. Ein besonderes Augenmerk fiel dabei auf den Duftstoff Lilial, der sich als Butylphenyl Methylpropional unter den anderen Inhaltsstoffen versteckt. Nach Einschätzungen des wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit der EU kann der Duftstoff das Erbgut verändern und schränkt die Fortpflanzungsfähigkeit ein.

    Für die Stiftung Warentest ist Lilial deshalb ein No-Go in Stylingprodukten. Die vier Gele, welche die Chemikalie enthalten, bekamen deshalb Punktabzug. Weiter wurden bei der Bewertung die Verpackung und die Infos auf der Packung bewertet. Fertig.

    Um eine zweite Meinung einzuholen, habe ich verschiedene Friseure gefragt: Welches Gel benutzt ihr? Und was haltet ihr von günstigen Drogerieprodukten? Zu meiner Überraschung nannte mir keiner der Friseure ein Produkt aus dem Test.

    Die Dame in Salon eins schwört auf die Produkte der Marke „Maria Nila“, rät mir gleichzeitig aber eher zu Haarwachs statt Gel. Das beschwere die Haare nicht so sehr. Sehr intensiv sei aber, so erzählt die Friseurin aus Erfahrung, das Wella-Gel „Flubber“: „Das hält bombenfest.“ Von Drogerieprodukten habe sie offen gestanden keine Ahnung.

    Im zweiten Haarstudio dann wieder eine andere Empfehlung, wieder aber von der Marke Wella. „Pearl Styler“ heißt das Gel, das man mir hier empfiehlt. „Das hält gut“, heißt es. Auf Nachfrage nach Drogerieprodukten, zuckt die Friseurin nur die Schulter. Also ziehe ich weiter.

    Diesmal suche ich explizit einen Salon für Männer auf. Der Mitarbeiter hier ist schon wesentlich gesprächiger, als ich ihm mein Anliegen auftische. Auch er rät mir zunächst lieber zum Wachs. Das sei cooler, weil man es nicht im Haar sehe. Auf die günstigen Gele aus dem Drogeriemarkt schwöre der Friseur privat. „Die haben auf jeden Fall gute, starke Gele. Ich selber benutze got2be von Schwarzkopf“, erzählt er. „Kann ich nur empfehlen.“

    Haargel im Test – Das Fazit

    Es muss nicht immer teuer sein. Sowohl der Test als auch die Meinung des Profis bestätigen, dass einige günstige Alternativen durchaus für guten Halt sorgen. Andererseits werden viele Produkte, die mit Versprechen wie „Ultra Starker Halt“ prahlen, ihren eigenen Ansprüchen oft nicht gerecht. Beim nächsten Test sollte Stiftung Warentest die Bandbreite der Produkte vielleicht erweitern. Könnte eine haarige Angelegenheit werden.

    Mehr: Haargel unbeliebt - Frauen wollen keinen Guttenberg

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