Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

30 Rezensionen in Kurzform Die besten Wirtschaftsbücher der Buchmesse

Seite 6 von 6:
Sprenger, Multerer, Wehrle, und warum uns die Jugend nicht mehr versteht

Natürlich gibt es auch in diesem Herbst wieder eine Reihe von Managementratgebern. Kritiker sagen: Die schreiben doch immer nur dasselbe auf. Verleger entgegnen: Manager machen ja auch immer noch dieselben Fehler. Es folgen ein paar frische Werke, deren Lektüre sich lohnt:

Bereits im Frühjahr haben wir ein neues Buch von Reinhard K. Sprenger rezensiert – nun legt der Managementberater nach: Das Kompendium „Sprengers Spitzen“ (Handelsblatt Fachverlag) sublimiert die gleichnamigen 42 Kolumnen, die Sprenger über Jahre hinweg in der „Wirtschaftswoche“ veröffentlicht hat. Darin ist Sprenger – noch intensiver, als man es von seinen Büchern kennt – unbequem. Er sieht Hypes kritisch und bürstet gegen den Strich. Ein sehr geeignetes Buch vor allem für Führungskräfte, die nicht viel Zeit für die Lektüre eines Buchs haben.

Quelle: Stefan Kröger/WirtschaftsWoche
Reinhard K. Sprenger hat in diesem Jahr fleißig Bücher veröffentlicht.
(Foto: Stefan Kröger/WirtschaftsWoche)

Vor sieben Jahren erschien ein neuer Stern am Wirtschaftsbuchhimmel: Martin Wehrle veröffentlichte „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ und blieb damit 150 Wochen lang in der „Spiegel“-Bestsellerliste. Er verweist darauf gern in seinem neuen Buch „Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch!“ (Mosaik Verlag). Da auch dazwischen weitere Bestseller von ihm erschienen, muss man Wehrle anrechnen, da offenbar einen Nerv zu treffen – auch wenn sich gelinde gesagt nicht alle Titel inhaltlich erheblich unterscheiden.
Das neue Buch trägt den Untertitel „Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt“. Seien Sie sich bewusst: Das Buch kann auch den Leser in den Wahnsinn treiben. Denn wenn das, was Wehrle beschreibt, die Regel ist und nicht die Ausnahme, dann wären deutsche Unternehmen nur aus unerfindlichen Gründen so erfolgreich – oder die Situation von Firmen in anderen Ländern wäre noch schlechter.
Wehrle beschreibt auf 300 Seiten mit konkreten Beispielen, die er verallgemeinert, wie Mitarbeiter sklavenartig ausgebeutet werden, wie Meetings zur Farce geraten oder wie Bürokratie ausufert. Nichts davon ist per se falsch. Und Wehrle bringt das äußerst kurzweilig rüber mit wunderbarem schwarzem Humor. Aber er liefert erstens keine Anhaltspunkte, ob diese Fälle Ausnahmen oder die Regel sind. Und zweitens bietet er keine nennenswerten Ideen, wie es besser geht. Die bewusste Lektüre lohnt sich dennoch, auch für Vorgesetzte: Denn erstens stimmt seine These „Die Wirtschaft boomt, aber die Qualität der Arbeit leidet.“ Und zweitens gibt es die von Wehrle beschriebenen Missstände in vermutlich fast jedem Unternehmen. Da ist ein Wachmacher immer nützlich.

Gemeinsam mit Daniel H. Pink gehört Daniel Shapiro zu den weltweit beliebtesten Autoren, wenn es um das Thema Deals aushandeln geht (ja, es gibt auf diesem Gebiet objektiv betrachtet nicht nur Donald Trump). Mit „Verhandeln“ (Campus Verlag) beweist Shapiro, dass es kaum mehr als 250 gut lesbare Seiten braucht, um die Tonnage an Forschungsergebnissen und Rückschlüssen rüberzubringen. Ein Professor, der verständlich schreibt und sich kurz fassen kann, um das Wesentliche rüberzubringen. Und hinreichend Praxisbezug hat.
Shapiro schreibt dabei nicht nur über klassische Managementsituationen, sondern tiefer und zerlegt die Gründe für Streit in ihre Bestandteile. „Um Konflikte zu lösen, muss man sie an der Wurzel packen, doch diese sitzt viel tiefer als unsere Vernunft und sogar noch tiefer als unsere Emotionen in unserem eigentlichen Seinsgrund: unserer Identität.“ Auf welchen fünf Säulen diese beruht und was jeder tun kann, das lohnt sich wirklich zu lesen.

Das Handelsblatt wird geschrieben „für die, die handeln“. Allein schon deshalb sei ein Hinweis auf das neue Buch von Dominic Multerer erlaubt, der diesem Ethos mit seinem neuen Buch Auftrieb verleihen will. In „Man müsste mal“ (Midas Management Verlag) wettert der Berater gegen Aufschieberitis und Vorbehalte. Der Leser hat kaum Möglichkeit, ihm zu widersprechen, und Multerer sortiert das Thema sehr ordentlich.
Allerdings ist der Neuigkeitswert der Aussagen nicht immer irrsinnig hoch. Aber Erinnerung tut gut, und diese gewisse agile Penetranz auch, mit der Multerer sein Credo vorlebt. Kleiner Wermutstropfen ist, dass viele der genannten Best Cases mehr oder weniger zufällig aus seiner Kundschaft und seinem direkten Umfeld bestehen. Da hätte mehr Distanz gut getan.

Zum Schluss noch ein Buch für die, die die junge Generation besser verstehen wollen: Madeleine Hofmann, Jahrgang 1987, hat sich in „Macht Platz“ (Campus Verlag) an einer Typologie versucht, die ihrem hohen Anspruch zwar nicht ganz gerecht wird, aber dennoch spannende Aspekte bietet. Die Journalistin will den „Alten“ die Jugend von heute erklären.
Unvermeidlicherweise changiert sie dabei zwischen harten Fakten und weichen Einschätzungen, was die Aufgabe kompliziert macht. Leider vergisst sie auch, die erhebliche Widersprüchlichkeit der „Generation Z“ zu erklären (vegan aus Liebe zur Tierwelt, aber dreimal pro Jahr um die Welt fliegen ...).

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 123456Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: 30 Rezensionen in Kurzform - Die besten Wirtschaftsbücher der Buchmesse

0 Kommentare zu "30 Rezensionen in Kurzform: Die besten Wirtschaftsbücher der Buchmesse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.