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Buchrezension: „Creative Leadership“ Was Manager von einem der Köpfe hinter Deutschlands TV-Hits lernen können

Als Ufa-Chef hat Wolf Bauer Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ groß gemacht. In seinem Buch zieht er nun drei Managementlehren.
15.11.2020 - 12:35 Uhr Kommentieren
Gutes Geld mit Shows und Daily Drama. Quelle: DPA
TV-Szene aus „Deutschland sucht den Superstar“

Gutes Geld mit Shows und Daily Drama.

(Foto: DPA)

Düsseldorf Kreative haben es nicht leicht in Coronazeiten, schon gar nicht jetzt im zweiten Lockdown: Kinos zu, Theater zu und Großveranstaltungen wie Konzerte oder Festivals stehen ohnehin schon länger auf der Kannst-Du-in-Pandemiezeiten-knicken-Liste. Gäbe es nicht Netflix, Spielekonsolen und – ja – auch lineares Fernsehen, man könnte glatt in diesem Corona-Herbst vergessen, wie viel Spaß, Witz und Unterhaltung von der Kreativindustrie ausgehen.

Schon allein deshalb ist das neue Buch des langjährigen Ufa-Chefs Wolf Bauer ein Lichtblick, der an frühere, bessere Zeiten erinnert. Mehr als 170 Milliarden Euro Umsatzvolumen stecken in der Kultur- und Kreativwirtschaft – gut drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 1,8 Millionen Menschen sind in der Branche beschäftigt, Zukunft ungewiss. Ihnen allen macht Bauer mit „Creative Leadership“ auf 160 Seiten Mut, Verantwortung zu übernehmen – so wie der Film- und Fernsehproduzent das selbst tat.

1980 als Redakteur und Producer zur Ufa gekommen, stieg Bauer schnell ins Top-Management auf. Die Tochter von Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann machte unter Bauers Führung jahrzehntelang gutes Geld mit Daily Soaps wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, der Talentshow „Deutschland sucht den Superstar“ oder Telenovelas wie „Bianca – Wege zum Glück“.

Dabei erlebte Bauer in 27 Jahren als Ufa-CEO einige der größten Disruptionen im TV- und Showbusiness: Von der Einführung des Privat-Fernsehens über die Entwicklung des Pay-TV bis hin zur Digitalisierung. In diesem Zustand permanenten Wandels hat der 70-Jährige drei Managementlehren für sich gezogen, die nicht nur Führungskräfte der Kreativbranche interessieren dürften – und die er eindrucksvoll in „Creative Leadership“ schildert.

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    Erstens: eine gesunde Firmenkultur muss Mitarbeitern mindestens vier Dinge ermöglichen – die Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen, zu lernen, wahrgenommen zu werden und die Freude an der täglichen Arbeit.

    Ist dieses Grundbedürfnis gestillt, ist die Vernetzung von Top-Talenten im Unternehmen entscheidend, sodass, wie Bauer schreibt, „die beste kognitive Diversität“ entstehen kann: „Wenn immer nur gleichartige Menschen ihre Ideen in den Raum werfen, entsteht kein ausreichendes Spannungsfeld, um wirklich innovativ voranzukommen.“

    Wolf Bauer, Torsten Zarges: Creative Leadership. Erfahrungen aus drei Jahrzehnten an der Spitze der UFA.
    Herbert von Halem
    Köln 2020
    160 Seiten
    21 Euro

    Stattdessen müssten „Leute mit unterschiedlichen Erfahrungs- und Ausbildungshintergründen, unterschiedlichen Alters und Geschlechts“ zusammenkommen. Bei der Ufa führte Bauer dafür das „Next Generation Board“ ein, „eine Art junges Schattenkabinett, das uns Geschäftsführer beraten und herausfordern sollte“.

    So etablierte Bauer, und das ist die dritte Managementlehre aus „Creative Leadership“, im Kreativschuppen Ufa ein systematisches Innovationsmanagement, für das der Konzern unter dem Namen „One Ufa“ gleich mehrere Silowände einriss.

    Praktisch führte das dazu, dass zum Beispiel ein Daily-Drama-Experte die Showkonzeptionistin von „Deutschland sucht den Superstar“ in Sachen Storytelling beraten konnte, ohne dass er dafür schräg angeschaut wurde. Manchmal ist Kreativarbeit eben auch nur schnöde Prozessoptimierung.

    Mehr: Diese Management-Bücher empfehlen Dax-Chefs ihren Führungskräften

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