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Buchrezension Ein Blick hinter die glänzende Fassade der Start-up-Szene

Ein Start-up bedeutet nicht automatisch Ruhm und Erfolg. In „Keinhorn“ berichten ein Gründer und ein Journalist über die Kehrseiten der Selbstständigkeit.
31.10.2020 - 08:23 Uhr Kommentieren
Der Weg zur Selbstverwirklichung verläuft für Gründer meist turbulenter als es das Start-up-Klischee vermuten lässt. Quelle: dpa
Start-Up-Zentrum Spinlab in Leipzig

Der Weg zur Selbstverwirklichung verläuft für Gründer meist turbulenter als es das Start-up-Klischee vermuten lässt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Mit Start-ups ist es ähnlich wie mit Instagram-Influencern: Man sieht meist nur ihre schönen, frisierten Seiten. Wie Fashion-Blogger, die mit perfekt inszenierten Bildern glänzen, strahlen Start-ups in den Medien oft mit geglückten Finanzierungsrunden oder Kooperationen. Sie gelten als dynamisch, kreativ und angesagt. Junge Unternehmer bringen vegane Sportnahrung in die Supermärkte oder programmieren Apps, die den Schlaf perfektionieren sollen.

„Einhorn“ nennt man dann jene Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet werden. Welcher Nicht-Selbstständige träumt nicht hier und da von einem Durchbruch, der Selbstverwirklichung mit dem eigenen Geschäft?

Dieses Klischee wollen der Gründer Julian Leitloff und der Journalist Caspar Schlenk in ihrem Buch aufbrechen. Leitloff gründete 2012 mit zwei Studienfreunden sein erstes Start-up „Stilnest“ – er war erst 22 Jahre alt. Das Unternehmen verkauft Schmuck aus dem 3D-Drucker.

Leitloffs Geschichte als Unternehmer wirkt zunächst genau wie ein perfektes Instagram-Influencer-Leben: Mit seinem Gründungsteam zog er von der Unistadt Friedrichshafen nach Berlin, machte sein Schmuckunternehmen durch akribische Investorensuche und Blogger-Kooperationen bekannt.

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    Im Buch erzählt er den aufreibenden Weg zum Erfolg detailliert und nicht geschönt. Er lässt keine noch so unangenehme Situation aus. Etwa, dass zu anfänglichen Zeiten des Startups Leitloffs Konto ein Minus von 18.250 Euro anzeigte. Oder als er und seine Mitgründer wegen ihres ersten Firmennamens eine 10.000-Euro-Rechnung wegen Markenrechtsverletzung bekamen.

    Julian Leitloff, Caspar Schlenk: Keinhorn. Was es wirklich heißt, ein Start-up zu gründen.
    Campus Beats
    Frankfurt 2020
    259 Seiten
    22 Euro

    „Keinhorn“ hat etwas von Realityshow mit Suchtpotenzial. Man fiebert mit beim Lesen. Wenn etwa ein Investor nach dem anderen hohe Summen bietet, nur um dann kurz vor Vertragsabschluss wieder abzusagen. Die Gründerfreunde stehen mehr als einmal finanziell vor dem Aus. Leitloff muss seinen besten Freund feuern und auch vor das Arbeitsgericht, weil sich eine frühere Praktikantin unfair bewertet fühlte.

    Wie auch Instagram-Influencer haben die Start-ups ihre eigene, individuelle Geschichte. Bei manchen, die es geschafft haben, sich zu etablieren, mag der Weg zum Erfolg nicht so turbulent gewesen sein. Doch Leitloff will auch gar nicht vom Gründen entmutigen. Wichtig erscheint ihm nur eine reale Sicht auf die Start-up-Szene. Denn viel häufiger als Einhörner gibt es eben Keinhörner.

    Mehr: Gründung während Corona: Mit welchen Ideen Jung-Unternehmer erfolgreich sein wollen

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