Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Buchrezension Ex-US-Lobbyist wirft amerikanischer Regierung „Dschihad gegen Huawei“ vor

William Plummer, Ex-US-Lobbyist von Huawei, teilt in einem selbst verlegten Buch kräftig aus – gegen die USA, aber auch gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Kommentieren
Fast acht Jahre lang war William Plummer Lobbyist des chinesischen Konzerns in den USA. Quelle: AFP
Huawei-Schriftzug

Fast acht Jahre lang war William Plummer Lobbyist des chinesischen Konzerns in den USA.

(Foto: AFP)

DüsseldorfIn Chinas geopolitischen Ambitionen kommt der Wirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Ab den Neunzigern rief die Führung in der Volksrepublik die Firmen des Landes auf, international erfolgreich zu sein. Heute steht die Seidenstraßen-Initiative stellvertretend für diesen Anspruch als Nummer eins in der Welt.

Auch der Netzwerkausrüster Huawei dürfte als Global Player zunehmend an Wichtigkeit gewinnen. Die Firma aus Shenzhen ist technologisch führend beim künftigen Mobilfunkstandard 5G. Gleichzeitig ist sie jedoch hochumstritten.

Einen der wenigen Einblicke in das Innere von Huawei bietet nun William Plummer. Fast acht Jahre lang war er Huaweis Lobbyist in den USA. Als „Vice President External Affairs“ kümmerte sich der US-Amerikaner ab Sommer 2010 um Regierungskontakte und Medien. Auf gut 400 Seiten dokumentiert Plummer langatmig und teils konfus, wie Huawei wieder und wieder daran scheiterte, Zugang zum US-Markt zu erhalten.

Das Buch „Huidu – Inside Huawei“ ist zweierlei: die Abrechnung eines entlassenen Mitarbeiters mit seinem ehemaligen Arbeitgeber. Es ist aber auch die Abrechnung eines Ex-Diplomaten mit seiner eigenen Regierung, der er einen „Techno-Nationalismus“ und einen „Dschihad gegen Huawei“ vorwirft.

An mehreren Stellen im Buch wird Plummer ausfallend. Nie hätten die US-Behörden Belege für ihre Spionagewürfe vorgelegt. Sicherheitssorgen von Abgeordneten und Behörden degradiert er als „Bullshit“. Und er selbst habe bei seiner Arbeit auch keine Hinweise auf ein Fehlverhalten gesehen. Plummers Buch ist ein Dokument des eigenen Scheiterns. Schließlich ist es dem Lobbyisten nicht gelungen, das Vertrauen auf US-Seite zu gewinnen. Die Kritik an Huawei erwachse aus mangelnder Sachkenntnis.

William Plummer: Huidu – Inside Huawei
Eigenverlag
444 Seiten
18 Euro
ISBN-13: 978-1520362007

Plummer dokumentiert jedoch auch sein Scheitern innerhalb des chinesischen Konzerns. Huawei habe dysfunktionale Entscheidungsprozesse und einen amateurhaften Umgang mit Medien, heißt es in dem Buch. Immer wieder soll Plummer von Entscheidungen aus der Zentrale in Shenzhen vor den Kopf gestoßen worden sein.

Im April 2018 wird Plummer entlassen. Doch auch dafür macht der wütende Ex-Manager die US-Regierung verantwortlich. Sie habe das Geschäft in den USA unmöglich gemacht. Deshalb habe der Konzern Personal abbauen müssen. So habe es letztlich ihn getroffen. Auch diese Entscheidung aus Shenzhen hat Plummer wohl so nicht kommen sehen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Buchrezension - Ex-US-Lobbyist wirft amerikanischer Regierung „Dschihad gegen Huawei“ vor

0 Kommentare zu "Buchrezension: Ex-US-Lobbyist wirft amerikanischer Regierung „Dschihad gegen Huawei“ vor"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.