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Buchrezension Wie Ökonomin Maja Göpel globale und soziale Probleme lösen will

In einem Sachbuch-Bestseller entwirft die Autorin Vorschläge für eine bessere Zukunft. Diese kratzen aber oftmals nur an der Oberfläche.
31.07.2020 - 13:29 Uhr Kommentieren
In der chinesischen Hauptstadt ist Luftverschmutzung ein großes Problem. Autorin Göpel sieht Umweltschäden als globales Problem. Quelle: dpa
Mann in Peking, umgeben von Smog

In der chinesischen Hauptstadt ist Luftverschmutzung ein großes Problem. Autorin Göpel sieht Umweltschäden als globales Problem.

(Foto: dpa)

Darum geht’s: Maja Göpel will erklären, was auf der Welt schiefläuft und wie dringend der Veränderungsbedarf ist. „Wir brauchen eine Neubetrachtung der Werte, die Menschen in ihrer kooperativen Lebendigkeit stützen.“ Auf der Welt, so die Professorin, seien Lösungen auf drängende Fragen wie den Klimawandel und neue Denkmuster im Zuge der digitalen Veränderungen notwendig. Aber: „Meine These ist, dass wir uns geweigert haben, die neue Realität anzusehen.“

Laut der Autorin des im Februar erschienenen Sachbuchs könne das „auf Wachstum getrimmte Wirtschaftssystem“ nicht weiter funktionieren. Die Menschen hätten „Mittel und Zweck“ verdreht, denn die beabsichtigte bessere Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sei nicht mehr der Zweck des Wirtschaftslebens.

„Die Geschichte vom ewigen Wachstum ist nicht für alle aufgegangen.“ Es sorge vielmehr dafür, dass die Menschheit den Planeten zerstöre und sich die Eigentumsverhältnisse wieder „denen im Feudalismus“ angleichen.

Das ist die Autorin: Maja Göpel, Jahrgang 1976, zählt zu den renommiertesten Stimmen Deutschlands, wenn es darum geht, wie die Gesellschaft zukunftsfest wird. Sie ist regelmäßig zu Gast in Talkshows und wird dort als Politökonomin oder Transformationsforscherin vorgestellt. Sie ist etwa Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. Im März 2019 stellte sie mit anderen Forschern die Initiative „Scientists for Future“ vor, die Greta Thunbergs Schülerproteste unterstützt.

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    Das überrascht: Es ist bemerkenswert, dass es ein Sachbuch mit überwiegend komplexen Wirtschaftsthemen auf Rang zwei der „Spiegel“- Sachbuchbestsellerliste schafft. Das liegt daran, dass Göpel die komplexen Sachverhalte verständlich kondensiert und einen Weg zwischen Wertung und wissenschaftlicher Analyse findet.

    Selbst komplexe Probleme wie den „Rebound-Effekt“ erklärt die Autorin anschaulich und entlarvt diesen als „eines der am meisten unterschätzten Hindernisse auf dem Weg in eine nachhaltige Wirtschaftsweise“: nämlich dass technologischer Fortschritt keineswegs die Ressourcen schone.

    Weitermachen wie bisher, nur effizienter – das funktioniere nur in Reden, so Göpel. Als Beispiel nennt sie einen 2,5 Tonnen schweren Elektro-SUV, der bei seiner Herstellung so viel CO2 produziere wie ein herkömmlicher Diesel bei 200.000 Kilometern Fahrt.

    Maja Göpel: Unsere Welt neu denken – Eine Einladung.
    Ullstein
    208 Seiten
    17,99 Euro

    Das nervt: Die Autorin schwankt zwischen Besserwisserei und Bescheidenheit: „Natürlich wird die Welt keine andere, nur weil Sie ein Buch gelesen haben. Natürlich auch nicht, weil ich eins geschrieben habe.“

    Das Malheur des Werks: Der Rezipient soll die Welt neu denken, aber die Anleitung dazu fällt nicht besonders üppig aus. Auf knapp 200 Seiten kann der Leser nur an der Oberfläche kratzen, und er wird zu manchen Verallgemeinerungen gezwungen.

    Knapp heißt es: „Gerechtigkeit ist der Schlüssel für eine nachhaltige Wirtschaftsweise, wenn sie global funktionieren soll.“ Denn die ökologischen Probleme lassen sich ohne die sozialen nicht lösen. Oder: Wenn der Kuchen nicht größer wird, müsse man ihn besser verteilen. Es ist, so wie es auch im Titel steht, „eine Einladung“ für die breite Öffentlichkeit, die Welt neu zu denken. Mehr als ein Anfang ist es allerdings nicht.

    Mehr: Vater, Tochter, Klima: Ein Generationengespräch in Romanform

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