Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Buchtipp: „Der Preis des Profits“ Ein dringender Aufruf zur Reform des Kapitalismus

In seinem neuen Buch argumentiert Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, dass das amerikanische System nur mit harten Reformen überleben kann.
26.02.2020 - 15:15 Uhr Kommentieren
Der Wirtschaftsnobelpreisträger fordert einen „progressiveren Kapitalismus“ in den USA. Quelle: dpa
Joseph Stiglitz

Der Wirtschaftsnobelpreisträger fordert einen „progressiveren Kapitalismus“ in den USA.

(Foto: dpa)

Darum geht es: Nobelpreisträger Joseph Stiglitz drängt schon seit mehr als zehn Jahren auf eine neue Form des Kapitalismus in den USA. In seinem neuen Buch „Der Preis des Profits“, fordert er einen „progressiveren Kapitalismus“, ähnlich der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland, in der der Staat eine stärkere Rolle spielt.

„Die Ansicht, dass die Regierung Teil des Problems ist und nicht Teil der Lösung, ist schlicht falsch“, schreibt er. „Im Gegenteil, die meisten Probleme unserer Gesellschaft, von Umweltverschmutzung zur finanziellen Instabilität und wirtschaftlicher Ungleichheit, wurden alle von den Märkten verursacht.“

Dabei sei nun die Zeit gekommen für große Umbrüche. Kleine Veränderungen im politischen und wirtschaftlichen System würden die größte Volkswirtschaft der Welt und das Mutterland des Kapitalismus nicht voran bringen.

Das ist der Autor: Der Nobelpreisträger ist einer der umtriebigsten US-Ökonomen. Der 77-Jährige war Professor in Yale, Princeton und Oxford, Berater von US-Präsident Bill Clinton und Chefvolkswirt der Weltbank. Heute lehrt der Neo-Keynesianer an der renommierten Columbia University in New York.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Stiglitz hat mehr als zwei Dutzend Sachbücher geschrieben, unter anderem über die Auswirkungen der Ungleichheit, den Euro und die Finanzkrise. Er besitzt zudem 56 Ehrendoktortitel, von der Universität in Venedig genauso wie der in Buenos Aires und in Aserbaidschan.

    Das ist problematisch: Stiglitz‘ Lösung ist sehr politisch. Er fordert, dass der Staat die Märkte stärker reguliert und zum Beispiel bei der Krankenversicherung eine eigene Variante anbietet, die mit den privaten Anbietern mithalten kann.

    „Auch wenn Präsident Trump dabei ist, den Staat zu schwächen und sowohl Regulierungen als auch Dienstleistungen zurückzufahren, kann der Staat das sehr wohl leisten“, argumentierte er im vergangenen Jahr im Interview mit dem Handelsblatt und verwies auf das staatliche Rentensystem als Beispiel. „Das ist eine funktionierende Bürokratie.“

    Doch der Autor räumt auch ein, dass es für die von ihm geforderten Veränderungen sowohl einen demokratischen Präsidenten als auch einen demokratisch geführten Kongress braucht. Das ist angesichts der politischen Lage in dem tief gespaltenen Land sehr unwahrscheinlich.

    Joseph Stiglitz: Der Preis des Profits: Wir müssen den Kapitalismus vor sich selbst retten!
    Siedler Verlag
    368 Seiten
    25 Euro

    Das überrascht: Stiglitz ist ein prominenter Kritiker von US-Präsident Donald Trump und griff jüngst zu unkonventionellen Mitteln, um auf seine Ansichten aufmerksam zu machen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ließ er einen offenen Brief verteilen, in dem er Trumps Lobesrede auf die US-Ökonomie widerlegte.

    „Es ist bemerkenswert, wie viele sehr reiche Leute mittlerweile sagen, dass unser kapitalistisches System kaputt ist“, sagte er im Handelsblatt-Interview und verwies auf Ray Dalio, den Gründer des weltgrößten Hedgefonds, der ebenfalls harte Reformen fordert, um eine Revolution zu vermeiden. Ob es Stiglitz gelingen wird, genügend Milliardäre hinter sich zu scharen, um die Politik zu beeinflussen, muss sich zeigen.

    Mehr: Paul Collier erhält Wirtschaftsbuchpreis für „Sozialer Kapitalismus“

    Startseite
    Mehr zu: Buchtipp: „Der Preis des Profits“ - Ein dringender Aufruf zur Reform des Kapitalismus
    0 Kommentare zu "Buchtipp: „Der Preis des Profits“: Ein dringender Aufruf zur Reform des Kapitalismus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%