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Buchtipp: „Die Psychologie der Dummheit“ Wie viel Dummheit ist eigentlich erträglich?

Intelligenz ist psychologisch gut erforscht. Anders ist das bei dem Phänomen Dummheit. 29 Forscher wollten das jetzt ändern – und haben ein Buch darüber geschrieben.
26.12.2019 - 11:23 Uhr Kommentieren
Was ist ein Dummkopf und wie viele gibt es von ihnen? Quelle: Photographer's Choice/Getty Images
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Was ist ein Dummkopf und wie viele gibt es von ihnen?

(Foto: Photographer's Choice/Getty Images)

Darum geht es: Gibt es eine Welt ohne Dummköpfe? Wohl kaum. So müssen wir die unerträglichen Torheiten sowie die lautstarke Selbstherrlichkeit der wenig klugen Köpfe in unserer Mitte ertragen. Aber wie viel Dummheit, die Frage muss erlaubt sein, ist eigentlich gerade noch verträglich?

Um das Phänomen besser zu verstehen, haben namhafte Autoren und Wissenschaftler im aktuellen Buch „Die Psychologie der Dummheit“ diesen menschlichen Wesenszug genauer analysiert. „Eine Weltpremiere“, wie es im Buch heißt. So fällt ein erhellender Lichtstrahl auf einen bislang sträflich vernachlässigten Forschungsgegenstand – den Dummkopf reinster Qualität (streng zu unterscheiden vom gewöhnlichen Gelegenheitsdummkopf).

Reinster Qualität ist etwa folgender Typus: „Er weiß sich als eifrig besorgter Bürger zu präsentieren, der seinesgleichen um sich schart und zur Lynchjustiz aufruft. Der Dummkopf jagt im Rudel und denkt in der Herde.“ Nicht zuletzt weil die modernen Medien dieser Herdenbildung Vorschub leisten, warnt Psychologe Jean-François Marmion vor der „exponentiell ansteigenden Dummheit“.

Das sind die Autoren: 29 namhafte Köpfe verschiedenster Fachrichtungen haben viel Kluges über die Dummheit zu Papier gebracht. Dazu gehören etwa Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman, Professor emeritus für Psychologie an der Universität Princeton, sowie Antonio Damasio, Professor für Neurologie und Psychologie an der Universität in Los Angeles. Dort leitet er das bekannte Brain and Creativity Institute.

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    Aber auch Schriftsteller wie Jean-Claude Carrière oder Philosophen wie Pascal Engel nutzten die Chance, ihre Stimme in Sachen Dummheit zu erheben.

    Daniel Kahneman, Antonio Damasio u. a.: Die Psychologie der Dummheit.
    Riva Verlag
    336 Seiten
    24,99 Euro

    Das überrascht: Die Lektüre ist ein großartiger Lesegenuss. Das beginnt schon mit den zahlreichen im Buch verstreuten Zitaten – eine wahre Fundgrube vergnüglicher Gedanken. Wie etwa: „Der gesunde Menschenverstand ist die am besten verteilte Sache auf der Welt“ (René Descartes). Oder: „Die Dummheit ist eine Gottesgabe, aber wir sollten sie nicht überstrapazieren“ (Papst Johannes Paul II.).

    Und schließlich noch ein vergleichsweise einfacher Merksatz. „Die schlimmste Dummheit ist die, sich für intelligent zu halten“ (Jean-Claude Carrière). Wie wahr. So manchem Entscheidungsträger möchte man die Lektüre des Buchs sehr ans Herz legen – quasi Pflichtlektüre für alle Machthabenden. Vielleicht eine Idee, um die Welt ein klein wenig besser zu machen?

    Das ist problematisch: Eigentlich nichts. Außer natürlich der bedauerlichen Vermutung: Die Dummköpfe dieser Welt werden das Buch nicht lesen. Und wenn doch, dann werden sie sich als Forschungsgegenstand wohl kaum wiedererkennen.

    So viel versteht man: Die Lektüre ist gut verständlich geschrieben. Selbst die Beiträge von Neurowissenschaftlern und Co. sind eingängig formuliert, die einzelnen Kapital gut gegliedert.

    Fazit: Die Erforschung der Dummheit? Eine gelungene „Weltpremiere“.

    Mehr: Der Schriftsteller Salman Rushdie ist einer der politischsten Roman-Autoren unserer Zeit. In „Quichotte“ rechnet er mit dem US-Präsidenten ab – ohne ihm eine einzige Zeile zu widmen.

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