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Buchtipp: Disrupt Yourself Wer sich nicht selbst verändert, den verformt die Digitalisierung

Experte und Publizist Christoph Keese rät in seinem neuen Buch jedem, sich schleunigst neu zu erfinden. Sonst droht ebenso schnell das Abstellgleis.
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Menschen und Organisationen haben immer häufiger innovative Ideen, die ganze Branchen durcheinanderwirbeln. Quelle: DigitalVision/Getty Images
Digitales Ich

Menschen und Organisationen haben immer häufiger innovative Ideen, die ganze Branchen durcheinanderwirbeln.

(Foto: DigitalVision/Getty Images)

BerlinMal sind es 47, mal 20, mal neun Prozent. Je nach Studie wird der Anteil der Jobs, der durch die Digitalisierung wegfällt, unterschiedlich prognostiziert. Sicher scheint nur die Unsicherheit in der Arbeitswelt von morgen. Ganze Berufsbilder verschwinden, neue entstehen. Auch Firmen müssen fürchten, von einem auf den anderen Tag verdrängt zu werden

Christoph Keese, ehemals Chefredakteur der „Welt am Sonntag“ und der „Financial Times Deutschland“ und nun CEO bei Springers Digitalberatung Hy, stellt in seinem Buch „Disrupt Yourself“ die These auf, dass jeder besser beraten ist, wenn er sich selbst verändert, als darauf zu warten, bis der eigene Job sich ändert. 

Dass Menschen oder Organisationen innovative Ideen haben, die ganze Branchen durcheinanderwirbeln, ist nicht neu. „Schöpferische Zerstörung“ nannte Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter das, was heute „Disruption“ heißt. Mit konkreten Empfehlungen und Beispielen zeigt Keese, wie sich sowohl Menschen als auch Organisationen neu erfinden können.

Das betrifft auch Keese selbst: Zu Beginn des Buchs erzählt er, wie vor rund zwei Jahrzehnten Blogger sein Berufsbild als Journalist auf offener Bühne infrage stellten. Damals sei ein Gefühl der Frustration, Enttäuschung und Verärgerung geblieben. Ein Fehler, sagt Keese heute: „Bei der Diskussion mit den Bloggern in der Kalkscheune hätte ich mich fragen müssen: ‚Was ist dran an den Argumenten der Blogger?‘“ Doch er sei gefangen gewesen im eigenen traditionellen Denken. 

Seither hat sich bei Keese viel verändert: 2013 zog er für sechs Monate in eine WG in Palo Alto, um den Innovationsgeist des Silicon Valley zu verstehen. Daraus entstanden „Silicon Valley“ und „Silicon Germany“. In „Disrupt Yourself“ macht Keese nun keine Großaufnahmen mehr. Es geht um jeden Einzelnen als Subjekt der Veränderung. Wo wir heute arbeiten, sei nicht das Ergebnis rationaler Entscheidungen, sondern kultureller und familiärer Prägung.

Christoph Keese: Disrupt yourself. Vom Abendteuer sich in der digitalen Welt neu zu erfinden. Penguin Verlag
2018
288 Seiten
22 Euro
ISBN: 978-3328600336

Die fixe Idee von der „angeborenen Berufung“ könnten wir überwinden, schreibt Keese. Im ersten Teil des Buches leitet der Autor den Leser mit konkreten Fragen dazu an, über sich selbst und seine Fähigkeiten nachzudenken. Anhand von Fallbeispielen versucht er, Muster bei Menschen zu erkennen, die sich besonders radikal immer wieder auf Neues einlassen. 

Im zweiten Teil des Buches erklärt Keese dann – wieder anhand konkreter Fallbeispiele –, wie Organisationen sich selbst hinterfragen können.

Und wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter durch Veränderungen führen sollten. Er fordert sie auf, das Offensichtliche in Zweifel zu ziehen – wie es etwa die Gründer des Bus-Start-ups Flixbus getan haben: Die wollten wissen, ob die Strecken, die die Deutsche Bahn bedient, auch die sind, die die Menschen tatsächlich am meisten nachfragen. Ergebnis: Sie sind es nicht. Und schon hatte das junge Unternehmen die Grundlage für sein Geschäftsmodell gefunden.

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