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Buchtipp Konrad Bernheimer liefert eine Handreichung für Kunstflaneure

Der bekannte Kunsthändler hilft, Werke wie Rembrandts Selbstbildnisse besser zu verstehen. Leider beschränkt sich sein Buch auf bestimmte Epochen.
18.06.2020 - 14:00 Uhr Kommentieren
Konrad Bernheimer gibt Tipps, um die Symbole und Zeichen in Gemälden zu entschlüsseln. Quelle: dpa
Besucher des Museo Nacional del Prado in Madrid

Konrad Bernheimer gibt Tipps, um die Symbole und Zeichen in Gemälden zu entschlüsseln.

(Foto: dpa)

Darum geht es: Die Alten Meister verschlüsseln in ihren Gemälden Botschaften in Symbolen und Zeichen. Wer die nicht auflösen kann, wird den Bildinhalt nicht genießen können. Der Kunstflaneur von heute braucht da Tipps. Genau die liefert Konrad Bernheimer.

In den wichtigsten Museen der Welt führt er zu seinen Lieblingswerken. Und erklärt im vergnüglichen Parlando, warum er sie seit Jahrzehnten immer wieder besucht. Wer sich auf Marien-Verkündigungen, mythologische Szenen oder Stillleben einlassen möchte, der findet eine unterhaltsame Augenschulung.

Das überrascht: Für ein Selbstbildnis von Rembrandt nimmt der Autor den Leser mit in die entlegene Sammlung der Bierbrauerfamilie Guinness. Die betörende Wirkung dieser Selbsterkundung erklärt er so: „Dieser Blick, als würde er alles preisgeben und zugleich alles verbergen: Melancholie, Weisheit, Selbstbewusstsein und Resignation.“

Oder er fragt, warum die attraktive Dienstmagd im „Schokoladenmädchen“ von Jean-Etienne Liotard in Dresden so vorsichtig geht. Weil im Rokoko der Kakao ein kostbares Stärkungsgetränk war.

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    Im Kapitel über Ausstellungen empfiehlt Bernheimer nicht nur die lichtdurchflutete, heiter stimmende Malerei des spanischen Impressionisten Joaquin Sorolla. Er flicht hier wieder einen Reisetipp ein zu einer Sammlung, die man sonst nicht ansteuern würde. In Madrid soll das Museum Sorolla einen Abstecher lohnen – wegen der Bilder und des Künstlergartens.

    Konrad O. Bernheimer: Gebrauchsanweisung fürs Museum.
    Piper Verlag
    222 Seiten
    15 Euro

    Das ist gut gelöst: Die Reihe der „Gebrauchsanweisungen“ ist bei Piper als broschiertes Taschenbuch konzipiert. Teures Kunstdruckpapier für hochwertige Abbildungen ist da nicht drin. Im Netz aber sind Dürers Selbstporträt, in dem er sich darstellt wie Christus, und Rubens“ „Liebesgarten“ abrufbar. Und zwar so detailgenau, dass der von Bernheimer gelenkte Laie bei Rubens die drei weiblichen Figuren entdeckt, die die besonnene, die ekstatische und die mütterliche Liebe verkörpern. Und auch das kleine Schoßhündchen, das „ein Hinweis ist auf die Körperlichkeit der Erregung“. Jedes Kunstwerk hat deshalb eine Fußnote mit Link.

    Das ist der Autor: Konrad Bernheimer wurde auf einer Kaffeeplantage in Venezuela geboren. Doch über seinen Großvater hat er das Handeln mit schönen Dingen und Antiquitäten von Kindesbeinen an in München gelernt.

    Er war einer der wichtigsten Kunsthändler für Altmeister-Gemälde, belieferte Topmuseen und baute Privat- wie Firmensammlungen auf. Er war zeitweise zusammen mit Katrin Bellinger Eigentümer der Galerie Colnaghi in London, die er 2015 verkaufte.

    Das stört: Der Titel „Gebrauchsanweisung fürs Museum“ klingt umfassend. Doch bis auf knappe Notizen zu Pablo Picasso und Sorolla bespricht das Buch kein Kunstwerk des 20. Jahrhunderts.

    Bernheimers Terrain sind die Epochen zwischen Spätgotik und Barock. Der Bereich der Klassischen Moderne und der heute so beliebten Zeitgenossen fehlt vollständig. Das weiß, wer Konrad Bernheimer kennt. Doch der Piper Verlag setzt da zu viel Wissen voraus.

    Mehr: Kölner Auktionen: Corona bremst die Lust auf Altmeister nicht

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