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Buchtipp: „Mindshift“ Ein Werkzeugkasten für die Arbeitswelt von morgen

Svenja Hoferts Buch „Mindshift“ liest sich wie eine Gebrauchsanweisung für eine moderne, digitale Arbeitswelt. Es stimmt zuversichtlich auf die Zukunft ein.
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Wo bleibt in der künftigen Arbeitswelt noch Platz für den Menschen? „Mindshift“ empfiehlt ein radikales Umdenken. Quelle: dpa
Künstliche Intelligenz

Wo bleibt in der künftigen Arbeitswelt noch Platz für den Menschen? „Mindshift“ empfiehlt ein radikales Umdenken.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Wer das Buch „Mindshift“ in der Hand hält, besitzt eigentlich einen kleinen Werkzeugkasten für die Arbeitswelt von morgen. Zusammengestellt wurde dieser Koffer voller Helferlein von Management- und Karriereberaterin Svenja Hofert, die ihre Leser mit 22 Tipps, Gedanken und Motivationen fit für die Arbeit der Zukunft machen will.

Derart gewappnet, könne man den großen Veränderungen des digitalen Zeitalters dann zuversichtlich entgegentreten, verspricht die Autorin auf den ersten Seiten ihres Buches: „Sie werden besser mithalten können.“ Die Probleme, die Hofert dabei angehen will, sind altbekannt: Lebens- und Arbeitsbedingungen verändern sich, die Anforderungen im Berufsleben unterscheiden sich von den heutigen.

Hart erarbeitete Fertigkeiten und Fachwissen werden in der Zukunft maschinell ersetzbar sein oder sind es teilweise bereits. Wo bleibt da noch Platz für die Menschen? Hofert äußert sich klar und sehr direkt: Abhilfe schafft nur radikales Umdenken. Denn „künstliche Intelligenz kann einen Großteil unserer Aufgaben übernehmen – bis auf jene, die Kreativität, Intuition und Empathie erfordern.“

Deshalb gilt es, sich auf diese wesentlichen Werte zurückzubesinnen, empfiehlt die Autorin. Das gehe aber nicht ohne Persönlichkeitsentwicklung: Konformität, analytisches Prozessdenken und Regeleinhaltung gilt es hinter sich zu lassen.

Damit die persönliche Veränderung gelingt, animiert jedes Kapitel zu einem Mindshift – einem Gedanken-Umschwung, der Raum für die Entwicklung der eigenen Fertigkeiten der Zukunft schafft. So sollen wir überholte Denk- und Handlungsmuster, die der alten Arbeitswelt dienlich waren, aufbrechen, um sie dann durch die zukunftsfähige Variante zu ersetzen.

Um Anpacker zu werden, heißt es: „Keine Angst vor heißen Herdplatten“ – denn durch experimentelle Zugänge zu neuen Themen sollen wir uns weniger schnell von schwierigen Aufgaben abschrecken lassen. Als Freiräumer sollen wir „neue Zimmer im Kopf entdecken“. Wer das Unterbewusste ernst nimmt, könne den Raum für die eigene Entwicklung ganz kreativ erschließen.

Lust auf Veränderung

Als Fokussierer sollen wir unseren „inneren Dialog entschlüsseln und mehr leisten“ – denn nur, wer sich von Anpassung frei macht, könne Zukunft mitgestalten. In jedem Fall weckt Hoferts damit Lust auf Veränderung. „Mindshift“ ist ein Coach, ein Begleiter, den man aus dem Bücherregal ziehen kann, um sich beraten zu lassen.

Jedes Kapitel beinhaltet nach einer Einführung und Fragen im Coaching-Stil drei Arten von Übungen: solche für fünf Minuten, für sechs Wochen, und für die Arbeit im Team. Wandel und Anpassung können Veränderungswillige quasi spielerisch erlernen. Von Musik-Empfehlungen für konzentriertes Arbeiten bis zu den großen Fragen des Lebens: Es scheint für alles einen Mindshift zu geben.

Schon das Lesen des Buches steht für ein erstes Umdenken im Kopf und einen Bruch mit antrainierten Mustern. Denn nur wer Hoferts Buch tatsächlich als eine Art Werkzeugkasten begreift, lernt viel über sich selbst. Leser sollten für dieses Buch ihr gewohntes Leseverhalten ablegen. Dann wird aus dem Durchlesen von A bis Z ein problemorientiertes Heraussuchen von Lösungen. Weniger sinnvoll ist es dagegen, die 312 Seiten wie einen Roman herunterzulesen.

Svenja Hofert: Mindshift
Campus Verlag
312 Seiten
19,95 Euro
ISBN-13: 978-3593509853

Bleibt die Frage zu klären: Ist es überhaupt möglich, Menschen mittels eines Buches auf die Zukunft vorzubereiten? Das Schöne an „Mindshift“ ist der optimistische Blick nach vorne. Digitalisierung ist eine Chance für alle, die Willens sind, sich mit ihr bewusst auseinanderzusetzen.

Autorin Hofert sieht in ihr sogar die Lösung der großen Probleme der Menschheit: „Die Digitalisierung kann die Welt retten, weil sie uns die Chance gibt, uns auf wesentliche Herausforderungen wie die Bildung, Überbevölkerung, das Arm-Reich-Gefälle und die Folgen des Klimawandels zu konzentrieren.“  Wie genau Digitalisierung aber über die individuelle Entwicklung zum Allheilmittel werden soll, bleibt offen.

So kann Hoferts Ansatz auch kritisch betrachtet werden. Denn nur wer sich anpasst, kann im System der Zukunft noch existieren, ist der Leitsatz des Buches: „Wenn sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen verändern, muss es auch der Mensch tun“. Ansonsten trete die natürliche Selektion ein.

Die Autorin sieht damit jeden Einzelnen in der Verantwortung für sein Vorankommen. Die ungleichen Privilegien, die menschliche Startpositionen bestimmen – die Möglichkeit, Zeit und Geld ausreichend aufzubringen, um an sich zu arbeiten – werden in der Lektüre nicht thematisiert.

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