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Buchtipp So wurde Peter Lynch an der Wall Street zur Legende

In den Achtzigerjahren war Peter Lynch der erfolgreichste Investment-Fondsmanager der Welt. Ein neuer Band erklärt sein Erfolgsrezept.
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„Das Börsengeschäft ist eine Kunst und keine Wissenschaft.“ Quelle: Patrick McMullan/Getty Images
Peter Lynch im Jahr 2016

„Das Börsengeschäft ist eine Kunst und keine Wissenschaft.“

(Foto: Patrick McMullan/Getty Images)

Düsseldorf Darum geht’s: Um den weltweit erfolgreichsten Fondsmanager. Peter Lynch gelang es in nur 13 Jahren, aus dem kleinen Fidelity Magellan Fund einen der größten Fonds der Welt zu machen. Dabei erzielte er eine durchschnittliche Jahresrendite von 29,2 Prozent, womit er den Markt und alle anderen Fondsmanager um Längen schlug.

Sein Erfolgsrezept sind extrem große Freiheiten bei der Auswahl und Gewichtung von Aktien, auch sehr kleiner Unternehmen, wie sie Fondsmanager üblicherweise nicht haben. Wer sich 1977 mit nur 1000 Dollar beteiligte, besaß 1990, als Lynch seinen Fondsmanagerjob aufgab, 28.000 Dollar.

Das sind die Autoren: Rolf Morrien und Heinz Vinkelau haben schon mehrfach bewiesen, dass sie die Strategien erfolgreicher Börsenlegenden wie etwa Warren Buffett und Benjamin Graham gut strukturiert und verständlich beschreiben können. Auch in diesem Ratgeber überraschen die Wirtschaftshistoriker mit Tipps aus der Praxis, um potenziellen Anlegern die Strategie nahezubringen.

Wenn etwa der große Fondsmanager Lynch die Bedeutung von Fundamentaldaten und Kennzahlen hervorhebt, dann definieren und beschreiben die Autoren sogleich die wichtigsten Größen an der Börse wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Cashflow, Buchwert, Eigenkapital und Gesamtverbindlichkeiten.

Zu den Praxis-Tipps zählt auch die für jeden Autor undankbare Gratwanderung zwischen „Gewinne laufen lassen“, also Aktien trotz Kursgewinnen weiter zu halten, oder aber Gewinne zu versilbern, weil nur mit dem Verkauf aus Depotgewinnen tatsächliche Gewinne werden. Genauso schwer ist die Entscheidung zwischen „Verluste begrenzen“, also Aktien im Minus zu verkaufen, oder aber schlechte Depotpositionen aussitzen, weil die Firmenstrategie stimmig erscheint und die Aktie langfristig Erfolg verspricht.

R. Morrien, H. Vinkelau: Alles was Sie über Peter Lynch wissen müssen
Finanzbuch-Verlag 2019
112 Seiten
14,99 Euro

Das stört: Wer Peter Lynch und seine Strategie bereits kennt und Bücher von ihm gelesen hat, braucht dieses kleine und mit 100 Seiten überschaubare Werk nicht. Der Ratgeber ist mehr für Anfänger als für Profis. Vorwissen ist nicht nötig.

Das überrascht: Trotz der Kürze erfährt der Leser viel über den Menschen Peter Lynch. Etwa dass er einen guten Teil seiner Ausbildungskosten mit Flying-Tiger-Aktien bestritt, die sich überaus erfolgreich entwickelten, als während des Vietnamkriegs die Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten rasant anstieg.

Und dass er zwar Geschichte, Metaphysik, Religion und die altgriechische Philosophie studierte, aber Fächer wie Mathematik, Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre mied, weil er sie für geschäftshinderlich hielt. „Das Börsengeschäft ist eine Kunst und keine Wissenschaft“, so Lynch.

Zum Kern seiner Strategie zählt – ähnlich wie bei Warren Buffett – zu kaufen, was man kennt und sieht. Und zwar rechtzeitig. So ärgerte es Lynch nachhaltig, dass er nicht sofort Clearly-Canadian-Aktien kaufte, als seine Tochter Annie ihn fragte, ob der Sprudelgetränkehersteller an der Börse notiert sei. Lynch wusste, dass seine Kinder und viele Gleichaltrige die Brause gerne mochten. Der Kurs entwickelte sich positiv, und so entging Lynch ein lukratives Geschäft – eines der wenigen Male in seiner Karriere.

Mehr: Soros, Buffett, Graham, Lynch: Die Geheimnisse der Super-Investoren

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