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Buchtipp: „Sozialpartnerschaft 4.0“ Funktioniert das Zusammenspiel von Arbeitgebern und Gewerkschaften in der digitalen Arbeitswelt?

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad liegt bei unter 20 Prozent. Ist die Sozialpolitik in der Arbeitswelt 4.0 gefährdet? Prominente Autoren suchen Antworten.
28.12.2019 - 14:16 Uhr Kommentieren
Wie werden Arbeitgeber und Gewerkschaften in der neuen Arbeitswelt miteinander kooperieren? Quelle: dpa
Warnstreiks und Tarifverhandlungen

Wie werden Arbeitgeber und Gewerkschaften in der neuen Arbeitswelt miteinander kooperieren?

(Foto: dpa)

Darum geht es: Deutschland ist stolz auf das enge Zusammenspiel von Arbeitgebern und Gewerkschaften, das sich auch in der Finanz- und Euro-Krise bewährt hat. Doch die viel gelobte Sozialpartnerschaft wird immer brüchiger.

Nur noch für 27 Prozent der Betriebe und 54 Prozent der Beschäftigten gilt ein Flächen- oder Haustarifvertrag, der gewerkschaftliche Organisationsgrad der Arbeitnehmer liegt bei unter 20 Prozent. Welche Gestaltungskraft haben die Tarifparteien heute noch, wenn es etwa um die Arbeit 4.0 geht? Und was muss geschehen, damit die Sozialpartnerschaft nicht zum Auslaufmodell wird?

Das sind die Autoren: Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgebervereinigung BDA, versammelt als Herausgeber 18 Autoren aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Medien, die Antworten auf diese Fragen suchen.

Darunter die Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Peter Altmaier und Hubertus Heil, der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, Siemens-Managerin Janina Kugel oder prominente Juristen.

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    Das stört: Das Buch ist anlässlich des 70. Geburtstags des BDA erschienen, was auch das Übergewicht der Arbeitgeberposition – und hier vor allem der großen Industriebranchen – erklärt. Tarifverträge müssen flexibler werden, sich auf Mindestbedingungen beschränken, den Betriebsparteien mehr Raum lassen. Diese Grundhaltung zieht sich variantenreich durch viele Beiträge, was die Lektüre auf Dauer ein wenig ermüdend macht.

    Steffen Kampeter (Hrsg.): Sozialpartnerschaft 4.0 – Tarifpolitik für die Arbeitswelt von morgen
    Campus Verlag
    168 Seiten
    22 Euro

    Genau wie der immer wieder auftauchende Rückgriff auf das Stinnes-Legien-Abkommen als Grundlage der Sozialpartnerschaft. Es wäre schön gewesen, wären auch Vertreter aus Branchen zu Wort gekommen, die sich mit der Tarifbindung schwertun. Das ist – mit Ausnahme des Einzelhandelspräsidenten – leider nicht der Fall.

    Das überrascht: Zentrale Fragen werden interessant aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wie etwa: Wie viel staatlichen Eingriff verträgt die Tarifautonomie? Welchen Beitrag leisten Gewerkschaften und Arbeitgeber selbst zu ihrer Stärkung? Was sollen Tarifverträge neben dem Entgelt noch alles regeln? Überwiegend äußern sich die Autoren optimistisch, oder sie hoffen zumindest, dass es gelingen wird, die Sozialpartnerschaft auch ins individualisierte, digitale Zeitalter hinüberzuretten.

    Und wer genau liest, erfährt auch, dass die Arbeitgeber keineswegs ein monolithischer Block sind – etwa was die Nutzung von Öffnungsklauseln in Tarifverträgen angeht.

    Eine überraschende Erklärung für die aktuelle Schwäche des Tarifsystems liefert der Münchener Arbeitsrechtler Richard Giesen: Möglicherweise haben Arbeitgeber und Gewerkschaften in der Vergangenheit ja einen so guten Job gemacht und für so viel Verteilungsgerechtigkeit gesorgt, dass immer weniger Menschen die Notwendigkeit zum Engagement sehen. Die Sozialpartnerschaft wäre somit ein Opfer ihres eigenen Erfolgs.

    Mehr: Warum sich die Einführung von Industrie 4.0 bei vielen Unternehmen verzögert

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