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Buchtipp Wie die Künstler Christo und Jeanne-Claude den Blick auf die Welt veränderten

Ein opulenter Bildband dokumentiert den Werdegang des berühmten Künstlerduos. Der kürzlich verstorbene Christo hat ihn noch selbst gestaltet.
18.06.2020 - 14:23 Uhr Kommentieren
Das Künstlerehepaar arbeitete jahrzehntelang eng zusammen. Quelle: dpa
Jeanne-Claude und Christo

Das Künstlerehepaar arbeitete jahrzehntelang eng zusammen.

(Foto: dpa)

Darum geht es: Der Bildband zu „Christo und Jeanne-Claude“ ist eine elegante Mischung aus Werkanalyse, Biografie, Dokumentation und Katalog zum Gesamtwerk. Von den frühen Zeichnungen und Familienfotos bis hin zu Plänen für künftige Projekte.

Christo (1935–2020) und seine Frau Jeanne-Claude (1935–2009) arbeiteten seit 1961 zusammen. Sie etablierten sich seit Ende der Sechzigerjahre weltweit als künstlerischer Sonderfall auf dem Gebiet der Installations- und Objektkunst. Und kombinierten Land-Art, Konzeptkunst und Stadtplanung. Der politische Aspekt ihrer Arbeit blieb stets unausgesprochen, ihr Werk war immer auf faszinierende Weise leicht.

Der Coffeetable für diesen Folianten sollte sehr stabil sein. Mehr als sieben Kilo wiegt die Übergröße – ohne den stabilen Pappkoffer mit Tragegriff. Das opulente Buch liegt nun in der zweiten, aktualisierten Auflage vor. Unverzichtbar für Kunstfreunde und Kunsthistoriker.

Das überrascht: Der akribisch gemachte Band fasziniert mit nie gesehenen frühen Zeichnungen und ersten Verhüllungsobjekten. Er erzählt vor allem über Wolfgang Volz’ grandiose Fotostrecken die Entwicklung des Duos. Mit seinen Aktionen hat es den Blick auf Gebäude und Landschaften verändert und geschärft. Eine chronologische Fotostrecke bietet Einblicke in eine sehr besondere Paarbeziehung.

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    Der Hauptteil widmet sich den spektakulären, stets selbst finanzierten, nie käuflichen Kunstaktionen des Duos. Zu sehen sind auch bisher unveröffentlichte Fotografien, Zeichnungen und Pläne der zu Weltberühmtheit gelangten Aktionen: etwa der verhüllte Berliner Reichstag (1995), die „Surrounded Islands“ (1983), die New Yorker „Gates“ (2005), die parallel in Japan und den USA installierten „Umbrellas“ (1991) oder die „Floating Peers“ im Iseo-See in Oberitalien (2016).

    Wolfgang Volz, Paul Goldberger: Christo & Jeanne-Claude.
    Taschen Verlag
    616 Seiten
    150 Euro

    Auch die stets mühseligen Vorbereitungen der Aktionen mit ihren finanziellen und behördlichen Anstrengungen werden dargestellt, unvollendete Aktionen und Pläne dokumentiert.

    Das sind Fotograf und Autor: Wolfgang Volz hat die Arbeit von Christo und Jeanne-Claude seit 1971 mit der Kamera begleitet. Der Fotograf war mit seinen jedes Detail einfangenden und grandios inszenierten Fotos weitaus mehr als nur der akribische Dokumentar dieses gewaltigen Werks – er war vielmehr ein wesentlicher Teil ihres vergänglichen Werks.

    Paul Goldberger ist seit 1997 Architekturkritiker des Magazins „The New Yorker“, für das er die Kolumne „Sky Line“ verfasst. Er hat mehrere Bücher geschrieben und wurde mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Goldberger führte 2009 kurz vor dem Tod von Jeanne-Claude ein Interview mit den beiden Künstlern, das im Buch wie ein Vermächtnis an letzter Stelle steht.

    Das nervt: Nichts wirklich, höchstens die formale Schwäche, die aber letztlich zur Stärke des Wälzers beiträgt: Das Buch ist dreisprachig (Deutsch, Englisch und Französisch), was den Umfang erheblich aufbläht. Doch dafür bieten die vielen Seiten Raum für immer neue, faszinierende Fotos.

    Mehr: Der Mann, der die Welt verpackte: Christo ist gestorben

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