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Buchtipp: „Wir sind viele, wir sind eins“ Melinda Gates: Eine Feministin findet ihre Stimme

Die Mitgründerin der Gates Foundation hielt sich über Jahre im Hintergrund. Im neuen Buch erzählt Melinda Gates nun, wie sie ihre Haltung änderte.
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„Das größte Ziel ist Zusammengehörigkeit.“ Quelle: Bloomberg
Melinda Gates

„Das größte Ziel ist Zusammengehörigkeit.“

(Foto: Bloomberg)

DüsseldorfMelinda Gates stand die Welt offen. Der Computerriese IBM wollte die Betriebswirtin mit Informatikhintergrund haben, und auch die Unternehmensberatung McKinsey bemühte sich um die damals 22-Jährige. Aber sie entschied sich für ein Mitte der Achtzigerjahre kleines Unternehmen: Microsoft.

Dafür gab es zwei Gründe. Bei dem Bewerbungsgespräch trommelte ihr Gesprächspartner mit Schlagstöcken auf den Schreibtisch und die Wände. Andere hätte das abgeschreckt, Melinda nicht. Sie war fasziniert von dem Mann, der zwischen Trommelwirbeln mit Computerwissen glänzte.

Auch hatte ihr eine Frau zu Microsoft geraten, deren Name im neuen Buch von Melinda Gates, „Wir sind viele, wir sind eins“, ungenannt bleibt. Doch es geht um eine IBM-Managerin, die Melinda Gates eigentlich gerne einstellen wollte – ihr aber dennoch riet, zu Microsoft zu gehen. Bei dem schnell wachsenden Start-up seien ihre Aufstiegschancen besser.

Wer erteilt einen Ratschlag gegen die eigenen Interessen? Eine Antwort auf diese Frage sucht Melinda Gates in dem Buch, das unbedingt lesenswert ist. Dort erfährt man zum ersten Mal Details aus dem Leben der Frau, die entscheidenden Einfluss in der Bill & Melinda Gates Foundation, der weltgrößten privaten Stiftung, besitzt.

Lange hielt sich Melinda Gates zurück – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht. Beispielsweise war sie anfangs die einzige Frau bei Microsoft, musste sich mit der dort vorherrschenden aggressiven Männerkultur herumschlagen, die „so nassforsch, streitlüstern und wettbewerbsbereit“ war. Für sie keine einfache Zeit. „Wie konnte ich im Unternehmen bleiben, aber gleichzeitig ich selbst sein?“

Melinda Gates: Wir sind viele, wir sind eins. Wenn wir die Rechte der Frauen stärken, verändern wir die Welt.
Droemer HC
2019
320 Seiten
23 Euro

Es fasziniert zu lesen, wie Melinda Gates ihren Weg machte: Sie suchte nach Verbündeten, einer neuen Kultur. Es ging ihr auch darum, „Fehler und Schwächen einzugestehen, statt immer so zu tun, als sei ich furchtlos und unfehlbar“. Eine ihrer „Heldinnen“ war Patty Stonesifer, die zwei Jahrzehnte in der Tech-Industrie arbeitete und als erste Frau in den Vorstand von Microsoft vordrang.

Von ihr lernte Melinda eine wichtige Lektion: Es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern auch ums Scheitern. Wer neue Geschäftsfelder erobert, muss bereit sein, Risiken einzugehen und aus Fehlern zu lernen.

Der Erfolg gab ihr recht. Sicherlich half es nicht wenig, die Ehefrau von Bill Gates zu sein. Die beiden verliebten sich 1987, heirateten 1994. Melinda war ehrgeizig, intelligent und zog wie ein Magnet die talentiertesten Leute an. Als sie sich 1996 aus dem Unternehmen zurückzog, war sie Chefin von 1700 Mitarbeitern. Das waren mehr Beschäftigte als 1986 bei Microsoft arbeiteten, als sie dort begonnen hatte.

„Wie schaffst du es, dass die ganzen Stars für dich arbeiten wollen?“, fragte sie einmal jemand. Die Antwort fasst den Grundgedanken des Buches zusammen: jedem eine Chance geben, egal ob Frau oder Mann, egal welcher Herkunft. Die Gleichberechtigung ist für Melinda Gates nur ein Zwischenschritt: „Das höchste Ziel ist Zusammengehörigkeit.“

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