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Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2018 Wirtschaftsbuchpreis für „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“

Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron gewinnen den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2018. „Ein Buch zur richtigen Zeit“, urteilt die Jury.
Update: 14.10.2018 - 20:12 Uhr Kommentieren
Die Preisträger Guangyan Yin Baron und Stefan Baron (2.v.r.) mit Wolfgang Fink (Deutschlandchef von Goldman Sachs), Heinrich Riethmüller (Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) und Hans-Jürgen Jakobs (Senior Editor Handelsblatt, v.l.).
Preisverleihung Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2018

Die Preisträger Guangyan Yin Baron und Stefan Baron (2.v.r.) mit Wolfgang Fink (Deutschlandchef von Goldman Sachs), Heinrich Riethmüller (Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) und Hans-Jürgen Jakobs (Senior Editor Handelsblatt, v.l.).

FrankfurtWäre es nach dem Publikum gegangen, hätten in diesem Jahr zehn Wirtschaftsbuchpreise verliehen werden müssen.

Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des Handelsblatts und Vorsitzender der Jury, die das beste Wirtschaftsbuch des Jahres wählt, machte am Freitagabend in Frankfurt bei der feierlichen Preisverleihung mit den 150 Gästen die Saalprobe. Das Ergebnis: Jeder der zehn Shortlist-Titel bekam fast gleich viele Stimmen.

Kein Wunder: In einem „Elevator Pitch“ hatten die Finalisten zuvor höchst informativ und teils unterhaltsam ihre Bücher präsentiert.

Die Jury aber sei sich in diesem Jahr schnell einig gewesen, sagte Jakobs dann, als er das Geheimnis lüftete: Der mit 10.000 Euro dotierte Deutsche Wirtschaftsbuchpreis 2018, den das Handelsblatt, die Frankfurter Buchmesse und Goldman Sachs gemeinsam vergeben, geht an das im Econ-Verlag erschienene Buch „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“ von Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron.

„Wir alle sehen die Handelskonflikte, die US-Präsident Donald Trump angezettelt hat und die den globalen Wettbewerb zwischen den USA, Europa und China auf ein neues Spielfeld bringen“, erklärte Jurychef Jakobs.

Deshalb sei die Wahl auf ein Buch gefallen, das Hintergründe schildert und die Vorstellungen eines Akteurs des Handelskonflikts verdeutlicht. „Bei allen Zukunftsfragen wird China eine Rolle spielen, deshalb sollten wir so viel wie möglich über das Land und das System wissen.“

Die Autoren beschreiben in ihrem Werk faktenreich das Denken und Fühlen des bevölkerungsreichsten Landes der Welt in allen Aspekten – von Wirtschaft und Politik, Geschichte und Kultur bis zu kollektiven Vorstellungen über Familie, Hierarchien und Moral sowie den ökonomischen und geopolitischen Ambitionen Chinas.

„Ein Buch zur richtigen Zeit, das gefehlt hat, ein Crashkurs über die globale Situation, ein Buch, das jeder Wirtschaftslenker lesen sollte“, urteilte die Jury, zusammengesetzt aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft, darunter Wolfgang Fink, Vorstandsvorsitzender der Goldman Sachs AG, und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. Die Jury lobte auch die klare Sprache und den hohen Gebrauchswert des Buchs.

Das Gespräch mit den Autoren auf der Bühne drehte sich dann um die eine große Frage: Wird es China schaffen, seinen Traum zu realisieren, zur führenden Nation aufzusteigen? Das Ehepaar Baron antwortete unterschiedlich: In zehn Jahren hat China die USA wirtschaftlich überholt, glaubt Stefan Baron.

Guangyan Yin-Baron dagegen meint, das Land sei noch nicht so weit, es werde noch mindestens 25 Jahre dauern.

Die Wahl der Jury schien die Gäste im Frankfurter Hof überzeugt zu haben. Beim Empfang nach der Preisverleihung wurde an allen Tischen angeregt über Chinas Zukunft und seine Beziehungen zu Europa und Deutschland diskutiert.

Stefan Baron, Guangyan Yin-Baron: Die Chinesen
Econ
Berlin 2018
448 Seiten
25 Euro
ISBN: 978-3430202411

Eingestimmt wurde das Publikum von einer Keynote über das zweite große Debattenthema der Gegenwart neben der Globalisierung: die Digitalisierung.

René Obermann, der frühere Telekom-Chef und heutige Managing Director und Partner bei Warburg Pincus, zeichnete ein durchwachsenes Bild mit Blick auf die Chancen der EU, global mitzuhalten.

„Es kann doch nicht sein, dass wir uns in Europa so verhaken, statt zu klotzen! Wir müssen die technische Bildung in Schulen, Unternehmen, Volkshochschulen und privaten Einrichtungen noch viel intensiver vorantreiben und durch Top-Rahmenbedingungen digitale unternehmerische Innovation forcieren“, forderte er und bekam dafür viel Applaus.

Und wir brauchen die Vollendung des digitalen Binnenmarktes und die Vereinfachung europaweiter Bürokratie für junge Firmen“, fügte Obermann hinzu.

Angst vor Unruhen

Um China ging es dann auch am Tag nach der Preisverleihung. Auf der Buchmesse diskutierten Juryvorsitzender Jakobs, Buchmesse-Chef Boos und Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute, kontrovers mit den Autoren über ihr Buch und die Volksrepublik.

Meinungsfreiheit, Zensur, Rechtsstaatlichkeit und Vormachtstreben waren die Themen. Jeder brachte seine eigenen Erfahrungen von Reisen nach China ein. Alle hatten das Gefühl, dass die Führung des Landes nach einer Periode der relativen Öffnung wieder die Zügel anzieht.

Seit Kurzem hat Staatspräsident Xi Jinping so viel Macht wie vor ihm nur Mao und Deng Xiaoping. Was bedeutet das?, wurden die Autoren auf der Bühne des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gefragt.

„Xi Jinping weiß genau, dass China nur an die erste Stelle kommt, wenn sich das Land weiter öffnet“, sagte Preisträger Baron. „Das bedeutet, sie müssen die Wirtschaft umstrukturieren, und sie müssen viel stärker Individualität zulassen.“ Und das wiederum kann zu sozialen Unruhen führen, wenn viele Menschen ihre Arbeit verlieren. „Das fürchtet er, deshalb ist Xi Jinping nervös und zieht die Zügel an“, so Baron.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis wurde in diesem Jahr zum zwölften Mal verliehen. Er ist mittlerweile die wichtigste Auszeichnung für Wirtschaftsliteratur.

Eine Grundregel muss eingehalten werden: Mit dem Preis werden eine Autorin oder ein Autor ausgezeichnet, die einem breiten Publikum ökonomische Zusammenhänge verständlich nahebringen und das Thema Wirtschaft in beispielhafter Weise behandeln.

Deshalb hat der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis auch das Motto „Wirtschaft verstehen“. Dieses Jahr passte es besonders gut.

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