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Medien Monocle-Gründer Tyler Brûlé flieht vor dem Brexit nach Deutschland

Tyler Brûlé gilt als Vordenker der Medienbranche. Künftig will er sein Magazin „Monocle“ in Deutschland statt in Großbritannien drucken lassen.
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Die Medienmacher setzt weiterhin auf die Printproduktion. Quelle: picture alliance/dpa
Tyler Brûlé

Die Medienmacher setzt weiterhin auf die Printproduktion.

(Foto: picture alliance/dpa)

DüsseldorfTyler Brûlé ist ein Tausendsassa der Medienbranche. Während viele Medienmanager ihre Inhalte ins Internet stellen, glaubt der kanadische Journalist an die Kraft von Print. 2007 gründete er das Magazin „Monocle“, eine Zeitschrift mit Themen aus Politik, Wirtschaft und Livestyle – und lässt sie stoisch in einer Auflage von aktuell 120.000 Exemplaren im Monat drucken.

Es gibt zwar einen Onlineauftritt, aber die sozialen Netzwerke lehnt der 50-Jährige ab. „Unser Nicht-Partizipieren in diesem Zirkus ist eine Grundsatzentscheidung“, sagte Brûlé vor einem Jahr, lange bevor namhafte Prominente ihre Accounts in den sozialen Netzwerken stilllegten. Als Verleger wolle er große Player wie Facebook nicht unterstützen, sagte er.

Und mehr noch: Er könne Medienhäuser, die Kooperationen mit den Tech-Konzernen eingingen, nicht verstehen. Geld würden sie auf diese Weise jedenfalls nicht verdienen. Nachrichten wie der Rückzug der „Huffington Post“ aus einigen Ländern und die Personalentlassungen bei „Vice“ zahlen da auf seine These ein. Pure digitale Medienmarken scheinen nicht die Lösung zu sein.

Brûlé gilt als Vordenker einer Branche, die seit Jahren von der Digitalisierung durchpflügt wird. Das zeigt er auch mit seinem jüngsten Entschluss: Er lässt „Monocle“ künftig nicht mehr in Großbritannien drucken. Ab April verlegt er den Druckstandort – bisher wurde bei Walstead Roche in St Austell in Cornwall gedruckt – zu Neef + Stumme im niedersächsischen Wittingen.

„Es gibt in diesem Land einfach keinen richtigen Plan. Wir wollen sichergehen, dass wir einen Plan haben“, begründet Chefredakteur und Chairman Brûlé den Abschied von der Insel. Und er nennt noch einen zweiten Grund: Der Unternehmer betont die modernere Technologie in der Druckerei und die höhere Druckqualität, die ihn ab April erwartet.

Es soll nicht dabei bleiben: Brûlé plant ein deutsches Büro, entweder in Berlin oder in Hamburg, das ähnlich konzipiert werden soll wie das neue „Monocle“-Headquarter in Zürich. In der Schweiz wird nicht nur die Zeitschrift vermarktet, es gibt dort auch ein Café, einen Kiosk und einen kleinen Handel mit Taschen, Mode und Schreibutensilien. Rund 20 Prozent des Umsatzes erzielt Brûlé nach eigenen Angaben mit diesen Zusatzgeschäften. Insgesamt liegt der Umsatz seines Unternehmens mit 85 Mitarbeitern bei gut 20 Millionen Dollar. Die Zahl der Redakteure in London, derzeit 70, könnte sich künftig auch noch zugunsten anderer Standorte verringern.

Brûlé ist eine der schillerndsten Figuren der internationalen Medienwelt. 1994 wurde der damals 25-jährige Journalist bei einer Recherche in Afghanistan schwer verletzt, er genas, auch wenn er bis heute seine linke Hand nicht mehr bewegen kann. Zwei Jahre nach seinem Unfall gründete er das Magazin „Wallpaper“.

Nach nur einem Jahr verkaufte er es und gründete 1998 die Designagentur Winkreative. Seit 2007 ist es vor allem sein Magazin „Monocle“, mit dem er sich als Medienmacher einen Namen macht.
Seit den 90er-Jahren lebt er in London.

Doch seit einiger Zeit bereits ist er inselmüde. Brûlé hat sich ein Domizil in St. Moritz gekauft und schwärmt von der Lebensqualität in der Schweiz. Und nun auch noch der Brexit. Viele der Kreativen würden Großbritannien verlassen, klagt Brûlé. Mit seinem Abzug will er sicherstellen: Er will nicht der letzte sein, der geht. Catrin Bialek

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