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Nachruf „Eindrucksvoller Mahner“: Trauer um Autor György Konrad

Er überlebte den Holocaust und stellte sich gegen das kommunistische Ungarn. Im Alter von 86 Jahren ist der Schriftsteller György Konrad nun gestorben.
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Der Autor ist im Alter vom 86 Jahren gestorben.
György Konrad

Der Autor ist im Alter vom 86 Jahren gestorben.

Nach dem Tod des Schriftstellers György Konrad haben prominente Stimmen in Deutschland an ihn erinnert. Er „war in ganz besonderer Weise ein Zeuge des Jahrhunderts, in dem die Menschen in Europa so schreckliche Erfahrungen gemacht haben“, schrieb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Samstag in einem Kondolenzschreiben.

Er habe die Shoa überlebt und später die kommunistische Diktatur in seinem Heimatland Ungarn erlitten. Mit seinem „mutigen Einsatz für den Demokratisierungsprozess in seiner Heimat und seinem Eintreten für eine friedliche Überwindung der europäischen Teilung“ habe er „uns Deutschen einen großen Dienst erwiesen“, so Steinmeier.

Der ungarische Intellektuelle war am Freitag im Alter von 86 Jahren in Budapest gestorben. Als Kind hatte Konrad den Holocaust überlebt und einen großen Teil seiner jüdischen Familie verloren. In Budapest studierte er Literatur, Soziologie und Psychologie. Er arbeitete als Jugendfürsorger und Stadtsoziologe.

Mit seinem literarischen Werk geriet er in Opposition zum kommunistischen Regime und handelte sich damit ein Reise- und Veröffentlichungsverbot ein. Stipendien führten Konrad 1976 aber nach West-Berlin und in die USA. 2001 erhielt er für seine Verdienste im europäischen Einigungsprozess den Aachener Karlspreis. Von 1997 bis 2003 war er Präsident der Berliner Akademie der Künste.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte ihn als „eindrucksvollen Mahner“. Angesichts seiner Lebensgeschichte habe Konrad „sein ausgleichendes, fast heiteres Wesen“ ausgezeichnet, teilte Grütters mit. Nirgendwo habe er das so eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht wie in seinem Buch „Glück“.

„Es ist bitter, dass er zuletzt erneut unter der politischen Situation in seinem Heimatland gelitten hat, nicht zuletzt am wieder aufkeimenden Antisemitismus“, schrieb Grütters.

Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, teilte mit, Konrad habe mit „unverlierbaren Worten“ über Schrecken und Folgen des antisemitischen Hasses aufklären wollen. Seine Stimme werde gerade in diesen Tagen fehlen.

Mehr: Holocaust-Überlebende erzählen in einem neuen Buch über ihre Zeit im Konzentrationslager. Die Sammlung der Porträts mahnt und macht demütig.

  • dpa
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