Rezension: Ist Bill Gates nur ein selbst ernannter Wohltäter?
Es gibt einiges zu verbessern bei der Stiftung von Bill Gates. Beim Buch von Journalist Tim Schwab ist es ebenso. Einen wichtigen Beitrag liefert es dennoch.
Foto: REUTERS, Picxture Alliance, Associated Press, Imago [M]Düsseldorf. Es ist dem Buch anzumerken, mit welcher Frustration es geschrieben wurde. „Das Bill-Gates-Problem“ lautet der Titel: Auf ganzen 592 Seiten versucht der Investigativjournalist Tim Schwab nicht weniger, als „den Mythos vom wohltätigen Milliardär“ auseinanderzunehmen.
Dabei ist ihm ein durchaus lesenswerter Versuch gelungen – der jedoch an einigen Stellen Schwächen aufweist.
Nach Meinung von Schwab ist Gates ein „Wolf im Schafspelz“, der gnadenlos nach Macht, Einfluss und dem eigenen Vorteil sucht. So wie er einst Microsoft mit großer Härte zum Tech-Giganten formte, so gehe er heute bei der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung vor.
Das ist erst einmal ein erfrischender, weil neuer Ansatz. Schwab führt auch einige fesselnde Fakten an: wie wenig die Stiftung von ihren Spendengeldern offenlegt, wie beinhart sie mit Start-ups umgehen kann, wie sehr sie Wissenschaftler, Journalisten oder Kongressabgeordnete umgarnt und finanziert.
Schwab ist ein sehr fleißiger Rechercheur, seit 2019 arbeitet der Amerikaner an dem Thema, veröffentlichte als freier Journalist bereits verschiedene Artikel zur Stiftung. Sein Wissen ist fundiert und tief.