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„Unter Beschuss“ Warum sich Michael Wolffs zweites Trump-Buch als Schuss ins eigene Knie erweist

Für „Feuer und Zorn“ erntete Michael Wolff im vergangenen Jahr viel Lob. Nun will er in einem zweiten Buch über Trump nachlegen – und gerät ins Straucheln.
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Zugang zum Weißen Haus hatte der Autor diesmal nicht. Quelle: action press
Michael Wolff

Zugang zum Weißen Haus hatte der Autor diesmal nicht.

(Foto: action press)

DüsseldorfMichael Wolff galt in den USA als respektabler Buchautor und Medienunternehmer. Mit „Feuer und Zorn“ erlangte er im vergangenen Jahr weltweiten Ruhm. Die detaillierten Schilderungen aus dem chaotischen ersten Jahr der Präsidentschaft von Donald Trump faszinierten Millionen. Doch mit seinem neuen Werk „Unter Beschuss: Trumps Kampf im Weißen Haus“ strauchelt Wolff.

Auf 480 Seiten erzählt der Amerikaner erneut wenig erfreuliche Anekdoten über den Präsidenten. Dabei lernt man interessante Dinge, beispielsweise, dass Trump seinem Vizepräsidenten Mike Pence misstraut. Oder triviale: dass der Präsident am liebsten „3 Musketeers“ isst, einen Schokoriegel mit luftigem Nugat.

Solche Geschichten überraschen nach „Feuer und Zorn“ aber nicht allzu sehr. Probleme kommen auf, wenn Wolff Bedeutungshöhe sucht. So behauptet er, dass der Sonderermittler Robert Mueller eine Anklage gegen Trump in Vorbereitung hatte. Laut Wolff soll es ein entsprechendes Rechtsmemorandum geben, in dem auf 56 Seiten eine Anklage thematisiert wird. Eine Sensation, wenn dies stimmen würde.

Mueller untersuchte die Rolle Russlands bei den Präsidentschaftswahlen und mögliche Verbindungen zu Trump. Aber Muellers Sprecher Peter Carr widersprach umgehend: „Die beschriebenen Dokumente existieren nicht.“ Das ist bemerkenswert – sonst schweigt Mueller zu Presseberichten.

Für „Feuer und Zorn“ hatte Wolff Zugang zum Weißen Haus. Das ist diesmal nicht der Fall. Wolff verteidigt sich, ein „hoher Prozentsatz“ seiner Informanten hätte weiter mit ihm gesprochen, insgesamt waren es 150. Eine der wichtigsten Quellen ist der ehemalige Präsidentschaftsberater Steve Bannon. Ihn nennt Wolff einen „hellsichtigen Erklärer“. Allerdings arbeitet Bannon seit knapp zwei Jahren nicht mehr im Weißen Haus, was ihn als Quelle weniger interessant macht.

Michael Wolff: Unter Beschuss
Rowohlt
480 Seiten
22 Euro

Auch versäumte es Wolff, einige der Behauptungen zu überprüfen. Er habe es nicht getan, „weil ich die Antworten mit absoluter Sicherheit“ wusste. Das seien „Pro-forma-Anrufe“, mit denen Reporter sich absichern würden. Er sei aber ein Buchautor. Eine Argumentation, die den Leser ratlos dastehen lässt. Das Buch beansprucht eine Wahrheit, die entsprechend geprüft werden sollte. Ob von einem Journalisten oder Autor, ist unwesentlich.

Mehr: Nach „Feuer und Zorn“ war im vergangenen Jahr ein regelrechter Hype um Michael Wolff entfacht. Wer ist dieser Mann? Lesen Sie hier unser damaliges Porträt.

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