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Versteigerung bei Christie’s Adam Smiths Original von „Der Wohlstand der Nationen“ kommt unter den Hammer

Mit seinem Klassiker „The Wealth of Nations“ hat Adam Smith den Freihandel erfunden. Jetzt wird eines der letzten Originalexemplare versteigert.
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Schon zu Lebzeiten erhielt Smith für „Der Wohlstand der Nationen“ große Anerkennung. Quelle: dpa
Der Ökonom Adam Smith

Schon zu Lebzeiten erhielt Smith für „Der Wohlstand der Nationen“ große Anerkennung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der vielleicht größte Klassiker der modernen Ökonomie geht über den Auktionstisch. Mit „The Wealth of Nations“ („Der Wohlstand der Nationen“) hatte Adam Smith 1776 das Konzept des Freihandels erfunden und die wirtschaftliche Theorie revolutioniert. Bis heute kommen westliche Ökonomie-Studenten nicht an dem Werk vorbei.
Zwei Exemplare behielt Smith damals für seine Privatbibliothek – eins davon versteigert das Londoner Auktionshaus Christie’s am 12. Dezember, wie die „Antiques Trade Gazette“ berichtet. Bei vorherigen Versteigerungen hatten auch weniger seltene Ausgaben das Vielfache ihrer Bewertung eingespielt. Experten schätzen den Wert von Smiths Privatexemplar auf 500.000 bis 800.000 Pfund Sterling (561.000 bis 897.500 Euro).

Damit wäre Smiths Original vergleichsweise ein Schnäppchen. Das „Bay Psalm Book“, 1640 von puritanischen Siedlern im Gebiet der Massachusetts-Bucht gedruckt, wurde 2013 bei Sotheby’s in New York für umgerechnet fast 12,5 Millionen Euro versteigert. Damit übertrumpfte es John James Audubons Illustrationsband „Birds of America“ („Die Vögel Amerikas“), der 2010 bei Sotheby’s in London für umgerechnet gut zehn Millionen Euro unter den Hammer kam.

Unter den wirtschaftswissenschaftlichen Fachwerken dürfte Smiths Klassiker aber eins der wertvollsten sein. Schon zu Lebzeiten erhielt der schottische Ökonom für „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“, wie das über 800-seitige Werk vollständig heißt, große Anerkennung.

Nach Erscheinen lobten Kritiker es als fundiert und umfassend, die erste Auflage war innerhalb eines halben Jahres vollständig vergriffen. Für Smith hatten sich die zwei Jahrzehnte Arbeit also gelohnt. Seine Theorie des Freihandels ist in Zeiten internationaler Zollstreitigkeiten immer noch hochaktuell.

Die jetzt versteigerte Originalausgabe von „The Wealth of Nations“ hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Quelle: www.christies.com
Der Wohlstand der Nationen

Die jetzt versteigerte Originalausgabe von „The Wealth of Nations“ hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

(Foto: www.christies.com)

Und sein Konzept vom Reichtum der Länder war 1776 revolutionär: Laut Smiths Vorstellungen führte die Gier absolutistischer Monarchen nur zu Problemen für den Staatshaushalt. Entscheidend für den Wohlstand einer Nation sei demnach die vom Volk geleistete Arbeit, nicht das vom Regime angehäufte Gold.

Während Smith für moralische Fairness und soziale Verantwortung eintrat, glaubte er auch an den Eigennutz der Individuen. Durch ihr Streben nach dem eigenen Wohl werde der Markt ins Gleichgewicht gebracht. Für diesen Vorgang prägte der Autor den Begriff der „unsichtbaren Hand“, der heute in jedem Lehrbuch für Volkswirtschaft zu finden ist. Mit seinen Theorien inspirierte Smith Ökonomen wie Vilfredo Pareto und den späteren Nobelpreisträger Milton Friedman, die ihn häufig zitierten.

Die jetzt zur Versteigerung anstehende Originalausgabe von „The Wealth of Nations“ hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Smith vermachte seine private Buchsammlung seinem Cousin David Douglas, der seinen beiden Töchtern später je eine Hälfte vererbte. Eine von Douglas' Erbinnen spendete ihren Teil der Sammlung an die Bibliothek des New College in Edinburgh, die andere verkaufte die meisten ihrer Bücher. Im Lauf der Jahre tauchten die Werke aus Smiths Privatbesitz immer wieder in den Bibliotheken verschiedener Sammler und Universitäten auf.

Im Lauf der Jahre sind die Werke aus Smiths Privatbesitz immer wieder in den Bibliotheken verschiedener Sammler und Universitäten aufgetaucht.
Deckblatt von „Der Wohlstand der Nationen“

Im Lauf der Jahre sind die Werke aus Smiths Privatbesitz immer wieder in den Bibliotheken verschiedener Sammler und Universitäten aufgetaucht.

Die Spur eines seiner persönlichen Exemplare von „The Wealth of Nations“ verliert sich im Jahr 1959, als es für 420 Pfund (inflationsbereinigt mehr als 10.700 Euro) an den italienischen Ökonomen Piero Sraffa versteigert wurde. Was Sraffa mit der Ausgabe angestellt hat, ist nicht überliefert. Das Exemplar, das jetzt bei Christie's in London unter den Hammer kommt, befindet sich im Besitz eines europäischen Sammlers.

Außerdem versteigert das Auktionshaus am 12. Dezember einen Brief des Ökonomen an seinen Herausgeber, geschätzter Wert 62.000 bis 90.200 Euro. In dem Schriftstück schlägt Smith als gewiefter Geschäftsmann vor, auf Kosten des Verlegers eine neue Auflage von „The Wealth of Nations“ zu drucken – und die Profite aus dem Verkauf 50:50 zu teilen.

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