Wirtschaftsclub Bestsellerautor Taleb liest beim Handelsblatt: „Ökonomen haben keinen Kontakt mit der Wirklichkeit“

Bestsellerautor Nassim Nicholas Taleb hat sein neues Buch „Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game“ in der Düsseldorfer Handelsblatt-Zentrale vorgestellt. Anlagetipps hatte er auch dabei.
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Bestsellerautor Nassim Nicholas Taleb (l.) im Gespräch mit Handelsblatt-Senior-Editor Hans-Jürgen Jakobs. Quelle: Rudolf Wichert für Handelsblatt
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Bestsellerautor Nassim Nicholas Taleb (l.) im Gespräch mit Handelsblatt-Senior-Editor Hans-Jürgen Jakobs.

(Foto: Rudolf Wichert für Handelsblatt)

DüsseldorfJeder Experte muss laut Nassim Nicholas Taleb „Skin in the Game“ haben – also persönlich von seinen Entscheidungen betroffen sein. Wer beispielsweise als Politiker einen Krieg anfängt, der sollte selbst ins Feld ziehen. Das ist das Leitthema und der Titel von seinem Buch „Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game“.

Es ist die Sicht eines Mannes, der an der Wall Street groß geworden ist, der Praktiker schätzt und Theoretiker verteufelt: „Ich werde nicht gern ein Guru genannt“, sagte Taleb auf der Lesung in der Düsseldorfer Handelsblatt-Zentrale. „Denn auch Intellektuelle sollten Risiken tragen“. In seinen Augen sind Bürokraten und Volkswirte die Feinde Nummer eins. „Ökonomen haben keinen Kontakt mit der Wirklichkeit“.

Interessiertes Publikum beim Autorengespräch mit Bestsellerautor Taleb in der Handelsblatt-Zentrale in Düsseldorf. Quelle: Rudolf Wichert für Handelsblatt
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Interessiertes Publikum beim Autorengespräch mit Bestsellerautor Taleb in der Handelsblatt-Zentrale in Düsseldorf.

(Foto: Rudolf Wichert für Handelsblatt)

Glücklicherweise, so Taleb, hätten die Menschen aber einen Sinn und eine Wertschätzung für Menschen, die Risiken eingehen. „Ich habe darüber nachgedacht, warum es das seltsame Konstrukt von Jesus gibt und nicht Gott auf die Erde gekommen ist“. Seine Antwort: Jesus sei „verletzlich“ gewesen, habe „Skin in the Game“ gehabt, wie es ein Gott nicht hätte haben können. „Das ist wie ein Akrobat, der ohne Sicherheitsnetz springt und uns fasziniert“.

Die Zukunft sieht laut Taleb düster aus. Deutschland habe die Erfahrung mit der Weimarer Republik gemacht, anders als viele andere Länder wie die USA. Daher sei Deutschland als eine der wenigen Volkswirtschaften auf das Sparen bedacht, würde keine maßlose Verschuldung auf sich nehmen.

Handelsblatt-Geschäftsführer Frank Dopheide stellt Talebs Buch „Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game“ vor. Quelle: Rudolf Wichert für Handelsblatt
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Handelsblatt-Geschäftsführer Frank Dopheide stellt Talebs Buch „Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game“ vor.

(Foto: Rudolf Wichert für Handelsblatt)

Wer Ökonomen wie Paul Krugman glaube, die finanzpolitische Impulse predigen, sei verloren. So wie Amerika, wo steigende Zinsen die Schuldenlast des Staates, der Haushalte und Unternehmen bald unerträglich machten. Sein Anlagetipp: Gold kaufen und mit Leerverkäufen auf Kursverluste bei Anleihen setzen.

Nassim Nicholas Taleb: Das Risiko und sein Preis
Penguin
2018
384 Seiten
ca. 26 Euro

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