Duft-Spezial Ein Streifzug durch die Welt der Düfte

Wie duftet der Sommer? Welches Parfüm könnte zu Ihnen passen? Ein Schnupperkurs mit dem Douglas-Duftexperten David Löttel.
  • David Löttel
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Douglas-Experte David Löttel macht für das Handelsblatt Magazin einen Schnupperkurs. Quelle: Markus Burke für Handelsblatt Magazin
Das Reich der Düfte

Douglas-Experte David Löttel macht für das Handelsblatt Magazin einen Schnupperkurs.

(Foto: Markus Burke für Handelsblatt Magazin)

Düsseldorf David Löttel ist Trainer bei der Parfümerie-Filialkette Douglas und Duftexperte mit mehr als 15 Jahren Parfümerfahrung sowie einer Sammlung von rund 6.000 Düften. Der 42-jährige Diplom-Ingenieur für Architektur begann seine Karriere im Traditionshaus Guerlain, ehe er 2007 zu Douglas wechselte. Löttel hat die „3-Moods-Structure“ entwickelt, mit der er Parfüms nach drei Grundstimmungen unterscheidet: stilvoll, dynamisch und verführerisch. Hier erklärt er einige seiner Lieblinge.

BOSS BOTTLED

Stilsicherheit in Flaschen – das ist die Idee hinter diesem Duft. Wen überrascht da noch der Erfolg? „Boss Bottled“ ist ein generationenübergreifender Bestseller. Die Kreation ist übrigens inspiriert von Apfelstrudel mit Zimt.

YSL OPIUM

Designer, Intensität, Name – alles an diesem Duft war ein Skandal in den Siebzigern. Opium berauscht Männer und Frauen mit exotischer Wärme und Tiefe. Provokant auch der Flakon: Er ähnelt den Lackschatullen, die Geishas am Kimono tragen.

GUERLAIN VÉTIVER

Die Nummer eins der Herrendüfte! Das älteste Parfümhaus der Welt interpretiert das tropische Süßgras mit seiner markanten Note feuchter Erde gewohnt kunstvoll und elegant. Nach vielen Designvariationen präsentiert sich der Duft nun wieder in seinem klassischen Flakon.

GUERLAIN SHALIMAR

Dieses Meisterwerk der Parfümerie symbolisiert die Üppigkeit der Goldenen Zwanziger: ein prachtvolles Fest im Garten der Liebe. Wohl auch deshalb ist das Design des Flakons an einen Springbrunnen angelehnt.

CHANEL N° 5

Seit rund 100 Jahren die zeitlose Signatur der selbstbestimmten Frau. Chanel N° 5 ist intelligent, geradlinig und stilvoll. Der Flakon erinnert an ein Laborfläschchen, der Verschluss hat den Umriss des Place Vendôme.

HERMÈS UN JARDIN SUR LE NIL

Die berühmte Garten-Kollektion spiegelt die hohen Ansprüche des Pariser Modehauses Hermès an seine Accessoires wider. Nie zuvor wurden fruchtige Noten so stilvoll interpretiert.

NARCISO RODRIGUEZ FOR HER

Reduktion führt zu Eleganz in der Mode, in Design und bei Parfüm, findet Narciso Rodriguez und inszeniert Frühlingsblüten auf erotischem Moschus. Der Flakon zitiert den Bauhausstil.

Der Experte unterscheidet drei Grundstimmungen: stilvoll, dynamisch und verführerisch. Quelle: Douglas
David Löttel

Der Experte unterscheidet drei Grundstimmungen: stilvoll, dynamisch und verführerisch.

(Foto: Douglas)

MICHAEL KORS SEXY AMBER

Dieser „Golden Boy“ sorgte mit seinen Designs dafür, dass Gold für Uhren, Schmuck und Taschen wieder chic ist. Sexy Amber gibt die Wärme des Goldes wieder. Selbstredend ist also auch der Verschluss des Flakons golden.

TOM FORD BLACK ORCHID

Attraktiv, charismatisch und perfektionistisch – so ist Tom Ford und alles, was er kreiert. Black Orchid ist dabei geradezu faszinierend abgründig.

CHANEL ANTAEUS

Kraftvoll rauchig mahnt dieser 80er-Jahre-Duft, wie der Gott Antaeus mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben. Der Flakon ist, typisch für Chanel, in Schwarz und Weiß gehalten.

PACO RABANNE 1 MILLION

Zweierlei dominiert seit jeher die Kreationen von Paco Rabanne: Metall und Mut. Hier: Gold als Inbegriff von Luxus und Mut, einen Duft zu erschaffen, der protzt – mit Design, Namen und der Intensität der Inhaltsstoffe.

ISSEY MIYAKE L'EAU D'ISSEY

Diese innovative Kreation führte 1992 in eine neue, frische Parfümwelt. Klare und zarte Noten erinnern uns an fließendes und frisches Wasser. Der Flakon zeigt sich als aufwärts schnellender Wassertropfen.

Dazu zählt David Löttel: „Homme“ von Joop (o. l.), „Vétiver“ von Guerlain (o. r.) sowie „Chanel No 5“, „Miss Dior“ und „Un Jardin sur le Nil“ (Hermès/u., v. l.). Quelle: Markus Burke für Handelsblatt Magazin
Klassische Düfte

Dazu zählt David Löttel: „Homme“ von Joop (o. l.), „Vétiver“ von Guerlain (o. r.) sowie „Chanel No 5“, „Miss Dior“ und „Un Jardin sur le Nil“ (Hermès/u., v. l.).

(Foto: Markus Burke für Handelsblatt Magazin)

DIOR EAU SAUVAGE

Dieser jasminartige Duftstoff schenkt Eau Sauvage eine ungewohnt florale Note und erschafft das Bild eines Baches inmitten einer blühenden Sommerwiese. Im Gegensatz zum Duft selbst kommt der Flakon etwas männlicher daher: Designvorlage war – ein Flachmann.

ACQUA DI PARMA OUD

Pure Grandezza lauert unter jedem Bakelitverschluss des italienischen Parfümeurs. Die Kreation um Oud – das afrikanische Adlerholz – ist einfach grandissimo.

GIVENCHY GENTLEMAN

Die für das indonesische Kraut Patschuli typischen Anklänge von Cognac und Kakao stehen für Charisma pur. Gern den Klassiker mit der Neuinterpretation layern! Das Flakondesign mit der Ellipse am Hals ist klassisch Givenchy und wurde von der Marke jüngst wiederentdeckt.

DIOR MISS DIOR

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges brachte Dior mit seinem Duft Miss Dior wieder Luxus und Lebensfreude nach Paris. Jede Variante des Pepitaflakons zelebriert Schönheit und Glück.

JOOP! HOMME

Joop füllt seinen Duft mit ausgeprägter Vanillenote des Heliotrops in einen pinken Flakon. Joop! – immer mit „!“ - Homme ist bis heute unverwechselbar.

Einer der Favoriten David Löttels: Shalimar von Guerlain. Quelle: Markus Burke für Handelsblatt Magazin
Damenduft

Einer der Favoriten David Löttels: Shalimar von Guerlain.

(Foto: Markus Burke für Handelsblatt Magazin)

CALVIN KLEIN CK ONE

Ein wahrer Unisex-Duft! Wer Baumwollunterwäsche begehrenswert macht, der schafft auch so etwas: Unprätentiös, glanzlos und geschlechtsneutral – das weltbekannte ck one ist Understatement pur. Das gilt auch für den schlichten Flakon.

CREED AVENTUS

Vor über 150 Jahren eröffnete der englische Herrenschneider Creed in Paris. Aventus ist perfekt für die Helden von heute, die bereit sind, die Welt zu erobern.

Lesen Sie auch:

  • Pierre Dinand, der Flakon-Stardesigner in seinem Atelier.
  • Laura Burdese zeigt an der Spitze von Acqua di Parma, wie es geht.
  • Der Duftkonzern Symrise sucht in seinem New Yorker Labor auf unkonventionelle Weise neue Trends.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°4/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 24. Mai 2019 am Kiosk erwerben.

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