Interview mit dem Garmin-CEO Cliff Pemble: „Ein bisschen ‚Roter Baron‘“

Die MARQ-Kollektion will verschiedenste Zielgruppen ansprechen. Der Garmin-Chef erklärt, warum Pilotenuhren auch den eingesessenen Juwelieren nützen können.
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„Wir wollen niemanden herausfordern.“ Quelle: Ryan NIcholson Photography
Garmin-Chef Cliff Pemble

„Wir wollen niemanden herausfordern.“

(Foto: Ryan NIcholson Photography )

Düsseldorf Mister Pemble, mit den hochpreisigen Smartwatches der MARQ-Kollektion versuchen Sie, auch die Juweliergeschäfte zu erobern. Wie läuft es bislang?
Wir sind sehr zufrieden, gerade in Europa und Asien. Aber wir wollen da auch niemanden herausfordern, sondern einfach ein zusätzliches Angebot machen.

Es hilft ja vielleicht auch dem einen oder anderen Händler, wenn er mit unseren Uhren neue Zielgruppen anlockt. Die MARQ soll ja verschiedene Faktoren verbinden: hochwertige Materialien, neueste Technologie und traditionelle Uhren-Anmutung.

Sie bieten Modelle an, die sich an die Interessen unterschiedlichster Zielgruppen richten: vom Bergsteiger über den Segler bis zum Piloten. Welche verkaufen sich am besten?
Bislang ist es sicher die für Leichtathleten, gefolgt von der für Outdoor-Expeditionen und der für Piloten.

Wobei es nicht so viele Piloten geben dürfte, oder?
Schauen Sie sich die traditionelle Uhrenindustrie an und wie beliebt bei deren Kunden derzeit Pilotenuhren sind! Es gibt eben viele, die sich so ein bisschen für den „Roten Baron“ halten. Die Branche der Luxusuhren lebt davon, dass sie auch Themen und Träume verkauft.

Dieses Jahr konnte man zum 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung auch viele neue Uhren mit Mondphasen finden – oder Marken, die sich zumindest mit dem Thema auseinandergesetzt haben wie Omega. Und da draußen gibt es auch nicht sonderlich viele hauptberufliche Astronauten.

Als IT-Fachmann: Wie sieht Ihre Prognose für die klassische, von der Schweiz dominierte Uhrenindustrie aus?
Es wird immer Menschen geben, die diese Liebe teilen zu extrem aufwendig gearbeiteten mechanischen Armbanduhren. Das ist ja auch etwas Schönes. Nur wächst daneben eine Generation heran, die eben auch Hightech erwartet. Da helfen dann wir.

Haben Sie selbst vielleicht noch eine kostbare mechanische Armbanduhr?
Oh nein, haha, ich wüsste gar nicht so recht, wann ich die tragen sollte.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°7/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 8. November 2019 am Kiosk erwerben.

Mehr: Cliff Pemple hat mit Garmin viele technologische Umbrüche überlebt – und neue Absatzwege gefunden. Der Chef des US-Konzerns sieht bei Wearables noch große Wachstumschancen.

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