Israelisches Design Wie Mode aus dem 3D-Drucker entsteht

Garderobe von der Stange? Nicht für die israelische Designerin Danit Peleg. Denn sie nutzt für ihre Kreationen neuste technische Möglichkeiten.
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3D-Fashion begeisterte die Designerin Danit Peleg erstmals als Studentin an der Modeschule Shenkar, die sich in einem Vorort von Tel Aviv befindet. Quelle: Daria Ratiner, PR
Robe aus dem 3D-Drucker

3D-Fashion begeisterte die Designerin Danit Peleg erstmals als Studentin an der Modeschule Shenkar, die sich in einem Vorort von Tel Aviv befindet.

(Foto: Daria Ratiner, PR)

Tel Aviv Die 30-jährige Danit Peleg gilt in der Modebranche bereits als Trendsetterin. Statt ihre Kleider in Boutiquen oder im Internet anzubieten, fertigt sie die Roben mit 3D-Druckern. Mit Links, die übers Internet verschickt werden können. Garderobe von der Stange findet sie öde.

Zugleich weiß sie, dass maßgeschneiderte Kleider die Budgets der meisten Kundinnen übersteigen. Was lag da näher, als Design und die Herstellung von Kleidern und Blusen mit den neuesten technischen Möglichkeiten zu kombinieren?

Die Israelin ist nicht die Erste, die das Modegeschäft mit 3D beleben will. Die Holländerin Iris van Herpen gehört zu den Pionierinnen, ebenso die Österreicherin Marina Hoermanseder, und selbst bei Victoriaʼs Secret kommt 3D-Fashion zum Einsatz.

Im Gegensatz zu diesen Konkurrenten, die auf industrielle Großdrucker setzen, verwendet Peleg indes Desktopmaschinen, die sich jeder Haushalt leisten könne, meint die junge Unternehmerin.

3D-Fashion begeisterte sie erstmals als Studentin an der Modeschule Shenkar, die sich in einem Vorort von Tel Aviv befindet. Anschließend absolvierte sie ein Praktikum in einem Modestudio in New York.

Ihr Gesellenstück war eine eigene Kollektion aus dem Drucker, mit der sie ihr Studium abschloss. Der Druck ihrer ersten Kollektion dauerte schließlich 2.000 Stunden.

Inzwischen setzt Peleg eine Vielzahl von Druckern ein und hofft, dass sie in ein paar Jahren Kleider in wenigen Minuten drucken kann. Ersten internationalen Erfolg feierte sie vor drei Jahren.

Für die Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele in Rio durfte sie das Kleid für die Tänzerin und Medaillengewinnerin Amy Purdy anfertigen, für das sie mit dem ersten Preis der „Paramundus Challenge“ ausgezeichnet wurde.

Nicht nur elegant und raffiniert sollte es sein, meinte Peleg damals, es sollte ihrer Trägerin bei der Präsentation auf der Bühne auch großen Bewegungsspielraum ermöglichen.

Als ihre größte Herausforderung bezeichnet sie die Suche nach Materialien, die geschmeidiger und weicher sind als Plastik. Denn künftig, ist Peleg überzeugt, werde das Modegeschäft überwiegend digital sein: „Kleider werden dann wie Musik gestreamt.“

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°1/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 22. Februar 2019 am Kiosk erwerben.

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