Kantinenkritik In der Lenovo-Kantine in Peking gibt's für Überstunden Gratiskost

Das Speisenangebot des Computerriesen Lenovo in Peking ist riesig. Für Überstunden gibt es am Abend in der Kantine sogar eine kostenlose Mahlzeit.
Kommentieren
Lenovo: So speisen die Mitarbeiter von Lenovo Quelle:  Lijunhui für Handelsblatt Magazin
Perfekte Organisation

In der Kantine des Computerherstellers speisen täglich rund 5.000 Gäste.

(Foto:  Lijunhui für Handelsblatt Magazin )

Peking Die schwierigste Frage des Tages stellt sich für die Lenovo-Mitarbeiter meist beim Mittagessen: Was kommt heute auf den Teller? Das Angebot hier in Peking, beim größten PC- und Laptop-Hersteller der Welt, ist schier unglaublich. Es gibt Reis, Nudeln, warme Gemüse- und Fleischgerichte, Salat, Pizza, Teigtaschen, dazu frisch gepresste Säfte.

Aus mehr als 200 Gerichten und Optionen können die Angestellten auswählen. Besonders die scharfen, südchinesischen Nudeln sind beliebt. Es gibt sogar eine Halal-Station.

Zwei Tonnen Lebensmittel werden hier täglich verarbeitet, erzählt die Kantinenchefin. 56 Mitarbeiter kümmern sich um rund 5. 000 Gäste. Ein ehemaliger Lenovo-Mann scherzte einmal, dass er das Unternehmen auch deshalb verlassen habe, um endlich eine Diät zu machen. In seinen fünf Dienstjahren habe er 15 Kilo zugenommen. Das Essen der Zentrale sei einfach zu lecker gewesen. Und obendrein preiswert.

Denn wie in anderen chinesischen Konzernen bezuschusst auch Lenovo die Essensausgaben mit 2,40 Euro pro Tag – so viel, wie eine Mahlzeit im Schnitt kostet. Nach 18.30 Uhr kann man sogar kostenlos dinieren – Wiedergutmachung für Überstunden.
Um so viel wie möglich probieren zu können, gibt es beim Testessen zum Birnen-Honigmelonen-Saft eine gemischte Platte.

Darauf: eine Wildreis-Basis und Mais, Rote Beete und Kartoffeln, kurz angebratene Lotuswurzeln mit Kefe und Karotten, gedämpften Dorsch mit Sojasoße, geschmorte Aubergine und Eier mit Tomaten. Alles sehr schmackhaft.

Natürlich wird auch bei Lenovo automatisch bezahlt. Am Ausgang werden die Preise dank Chips unter den Tellern ausgelesen, bezahlt wird per Firmenkarte. Kaum jemand verbringt mehr als zehn Sekunden an der Kasse. Eine Mitarbeiterin schreitet nur ein, wenn ein Fehler auftaucht. Aber hier gibtʼs keine Fehler. Wer alles probiert hat, kann übrigens zum neuen Ostflügel gehen, wo es noch einen Food Court für weitere 4. 000 Angestellte gibt – mit anderer Auswahl.

Foto: Michael Englert für Handelsblatt Magazin

Foto: Michael Englert für Handelsblatt Magazin

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°3/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 26. April 2019 am Kiosk erwerben.

Mehr zu: Kantinenkritik - In der Lenovo-Kantine in Peking gibt's für Überstunden Gratiskost

0 Kommentare zu "Kantinenkritik: In der Lenovo-Kantine in Peking gibt's für Überstunden Gratiskost"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.