Kantinenkritik Mittagspause im Herzen des Unternehmens

Beim Technologiekonzern Merck entschieden die Mitarbeiter über ihre Kantine – und haben zudem einen eigenen Bäcker, Metzger und Getränkeladen.
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Das „UP“ steht für „Unser Platz“. Quelle: Markus Hintzen für Handelsblatt Magazin
Merck-Kantine „UP Central“

Das „UP“ steht für „Unser Platz“.

(Foto: Markus Hintzen für Handelsblatt Magazin)

Darmstadt Es ist ein ungewöhnliches Konzept, das sich der Technologie- und Pharmakonzern Merck da auf seinen Darmstädter Campus geholt hat: ein Food Court, angeordnet auf drei Ebenen mit externen Partnern.

Unten haben sich Bäcker, Metzger, Smoothie-Shop und Getränkeladen eingemietet – ideal für Snacks zwischendurch oder den Wocheneinkauf. Ein Stockwerk höher betreibt Merck die Stationen selbst: Salatbar, „Platz für Tradition“ und die „Leibgerichte“. Ganz oben sitzen ein Italiener, ein Thai und ein überwiegend vegetarisches Restaurant.

„UP Central“ heißt die 2018 eröffnete Kantine, das „UP“ steht für „Unser Platz“. Und das wortwörtlich: Bei der Partnerauswahl wurden die Mitarbeiter befragt. Welcher lokale Bäcker ist der beste, welcher Italiener?

Die Favoriten wurden eingeladen und mussten probekochen – die Mitarbeiter bewerteten das Ergebnis. Das Konzept ist voll aufgegangen. „Wir haben gegenüber dem Vorjahr 40 Prozent mehr Gäste“, sagt Küchenchef Oliver Held, der bereits vor 29 Jahren seine Kochausbildung bei Merck machte. Im Schnitt verkaufen sie hier 2500 Essen am Tag.

Trotz der Raumgröße speist es sich gemütlich, innen überwiegen weißes Holz und grüne Sitzpolster, draußen sieht man Fabrikrohre, Verwaltungstrakte und den alten Pützerturm, Mercks Wahrzeichen. Man sitzt hier im Herzen des Unternehmens. 11.000 Mitarbeiter sind am Standort, ein Haus weiter werden die Flüssigkristalle für Handydisplays produziert.

Und die Gerichte lassen sich beliebig kombinieren. Wir entscheiden uns für deftig-deutsche Kost: weißen Spargel mit Schnitzel und Kartoffeln. Die Stangen schmecken vorzüglich, genau wie der Salat vom Italiener.

Der fluffige Abschluss: Waldbeeren-Tiramisu. Die Stationen sprechen sich ab, erklärt Held. Jeden Tag gibt es mindestens einmal Fisch, dazu mehrere vegetarische Optionen. Die Currywurst hätten sie schon mal aus dem Programm genommen, so der 49-Jährige. „Aber die Mitarbeiter wollten sie zurück.“

Foto: Handelsblatt Magazin

Foto: Handelsblatt Magazin

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°7/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 8. November 2019 am Kiosk erwerben.

Mehr: Merck bekommt grünes Licht für die Übernahme des US-Spezialchemieherstellers Versum – und wird damit zu einem führenden Anbieter von Halbleitermaterialien.

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