Kantinenkritik Speisen bei Bulgari: Vier Gänge in 35 Minuten

In der Kantine der italienischen Schmuckgröße Bulgari bekommen die Mitarbeiter Essen wie bei „Mamma“ – nach einem streng festgelegten Zeitplan.
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In der Kantine des Schmuckherstellers Bulgari in Valenza wird zu drei Uhrzeiten gegessen. Quelle: Roberto Caccuri/contrasto/laif
Getaktete Pause

In der Kantine des Schmuckherstellers Bulgari in Valenza wird zu drei Uhrzeiten gegessen.

(Foto: Roberto Caccuri/contrasto/laif)

Valenza Die Mittagspause ist bei Bulgari ganz genau getaktet. In drei Schichten beginnen die Angestellten am Morgen: 7.30, 8.00 und 8.30 Uhr. In dieser Einteilung gehen sie später auch zum „Pranzo“, dem Mittagessen – und haben dafür ziemlich genau 35 Minuten.

Klingt stressig, ist aber vor allem ein Gaumenschmaus: Die Schmuckmanufaktur in Valenza, südwestlich von Mailand, verwöhnt ihre Mitarbeiter jeden Tag mit einem riesigen Speisenangebot.

Immer gibt es Suppe, Salate vom Büfett, eine Auswahl an Vorspeisen. Dazu Pizza und Pasta mit verschiedenen Soßen. Vom Grill kann man sich täglich Fleisch bestellen, eine vegetarische Option ist bei den „Secondi“, den Hauptgerichten, ebenfalls immer dabei.

Wir entscheiden uns beim Testmenü für Salat, die würzige Pasta alla Puttanesca (mit Kapern und Oliven) und den perfekt gegrillten Burger vom Rind aus der Region, dem Piemont. Dazu gibt es eine Frittata aus Cime di Rapa, ein Stängelkohl aus Apulien. Der Abschluss: eine fluffige Erdbeer-Pannacotta – wie alle „Dolci“ hier hausgemacht vom Caterer Cirfood. Vier Gänge in 35 Minuten – und es schmeckt wie bei „Mamma“.

Das hat seinen Grund: Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen. Kostenlos ist das Essen auch noch, genau wie Wasser, Softdrinks und frisch gepresster Orangensaft.

Eine wirkliche Alternative haben sie bei Bulgari, das seit 2011 zum französischen Luxuskonglomerat LVMH gehört, allerdings auch nicht: Die schicke „Manifattura“, die 2017 öffnete, liegt am Stadtrand. Nur wenige essen auswärts oder zu Hause.

Fast alle der 700 Angestellten treffen sich daher hier, auch die Chefetage schnappt sich meist ein Tablett und setzt sich an die Holztische. 600 bis 700 Essen gehen so jeden Tag über die Theke.

Bulgaris Angestellte stammen aus ganz Italien: Römer, Sizilianer, Neapolitaner. Jeden Tag kommen daher Spezialitäten aus allen Regionen des Landes auf den Tisch. Essen wie zu Hause. Auch das verbindet.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°5/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 13. September 2019 am Kiosk erwerben.

Foto: Handelsblatt Magazin

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