Moving to Mars Wie der Mars in London mobil macht

Das Design Museum London lässt alte Sehnsüchte der Raumfahrt wieder aufleben und entwickelt Szenarien für ein Leben auf dem Roten Planeten.
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Die Außenmauern des Gebäudes sollen per 3D-Druck aus dem Marssand errichtet werden. Quelle: © HASSELL + Eckersley O’Callaghan
Marsstation nach Plänen des Büros Hassell

Die Außenmauern des Gebäudes sollen per 3D-Druck aus dem Marssand errichtet werden.

(Foto: © HASSELL + Eckersley O’Callaghan)

London Ausstellungen müssen nicht nur retrospektiv sein. „Moving to Mars“ heißt die große Schau im Design Museum London, die vom 18. Oktober bis 23. Februar den Blick nach vorn richtet. Der Zeitpunkt scheint passend gewählt im 50. Jubiläumsjahr der Mondlandung, die weit mehr als ein wissenschaftlicher Meilenstein war.

In der Popkultur, doch vor allem im Möbel- und Leuchtendesign der 60er- und 70er-Jahre hat sie ebenfalls Spuren hinterlassen. „Wir betreten gerade ein neues Raumfahrtzeitalter, in dem der Mars erneut unsere populäre Vorstellungskraft beflügelt“, sagt Chefkurator Justin McGuirk.

Die Reise zum Roten Planeten soll nicht als Eskapismus hinsichtlich des Klimawandels und anderer irdischer Probleme verstanden werden. McGuirk: „Wir sind daran interessiert, was wir aus dem Entwerfen für den Mars für die Gestaltung auf der Erde lernen können.“

Bereits der – bislang theoretische – siebenmonatige Flug ist eine Gestaltungsaufgabe, angefangen bei den Raumschiffen, der Kleidung und der Frage, was wir essen und trinken werden.

Die Ausstellung zeigt Tabletts der Nasa oder Entwürfe der Raumfahrt-Designerin Galina Balaschowa für sowjetische Raumkapseln der Jahre 1964 bis 1980. Neue Arbeiten sind eigens in Auftrag gegeben worden. Der deutsche Designer Konstantin Grcic hat einen Esstisch entworfen.

Für das Leben auf dem Mars hat die University of North Dakota den „NDX-1 Spacesuit“ aus leichten Materialien entwickelt. Ebenfalls im Originalmaßstab wird eine gesamte Raumstation errichtet, um extraterrestrisches Wohnen anschaulich zu machen.

Nach Plänen des Londoner Architekturbüros Hassell sollen die Außenmauern des Gebäudes per 3D-Druck aus dem Marssand errichtet werden.

Die Kleidung fürs Innere hat der Londoner Modedesigner Christopher Raeburn mit der Frühjahr/Sommer-Kollektion „New Horizons“ für 2020 ersonnen – aus gebrauchten Solardecken und Fallschirmen. Die britische Künstlerin Alexandra Daisy Ginsberg zeigt darüber hinaus, wie sich der Mars entwickeln würde, wenn wir Pflanzen dorthin entsenden.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°6/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 11. Oktober 2019 am Kiosk erwerben.

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