Ruhe bitte! Der Uffizien-Direktor Eike Schmidt entspannt im Garten-Labyrinth von Florenz

Wenn es dem Uffizien-Chef einmal zu viel wird, besucht er Meisterwerke von Michelangelo. Ruhe findet er auch in einem der schönsten Parks der Welt.
21.03.2019 - 10:00 Uhr Kommentieren
Der 51-jährige Deutsche ist seit 2015 Direktor der Uffizien. Das weltberühmte Museum liegt im Zentrum von Florenz. Quelle: Stefano Dal Pozzolo für Handelsblatt /Laif
Eike Schmidt

Der 51-jährige Deutsche ist seit 2015 Direktor der Uffizien. Das weltberühmte Museum liegt im Zentrum von Florenz.

(Foto: Stefano Dal Pozzolo für Handelsblatt /Laif)

Florenz Auch wenn das Alltagsgeschäft einen natürlich immer mal wieder an den Rand der Verzweiflung bringt: Ich mache meinen Job als Museumsdirektor wirklich sehr gerne. Morgens bin ich meist einer der Ersten hier in den Uffizien. Mein Arbeitstag beginnt zwischen sieben und acht Uhr.

Zwar hat man den ganzen Tag dann jede Menge Organisatorisches zu regeln im Büro, aber oft finden Sie mich auch im Museum in einem der vielen Säle. Alles läuft ja gleichzeitig: der Museumsbetrieb, Ausstellungsorganisationen, Pressekonferenzen, Meetings. Im vergangenen Jahr haben wir mit vier Millionen Besuchern einen neuen Rekord aufgestellt.

Zu den Uffizien gehören ja auch der Palazzo Pitti und der Boboli-Garten auf der anderen Seite des Arnos. Auch da muss ich oft in den Abteilungen vorbeischauen. Wir sind immerhin ein Unternehmen mit rund 500 Beschäftigen.

Um dazwischen auch mal echte Ruhe zu finden, würde ich gern mehr reisen, zum Beispiel in die USA, wo ich lange gelebt habe. Aber meist kommt man doch nur zu kurzen Dienst-Trips, die nach zwei Tagen wieder beendet sind.

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    Da ich ein großer Cineast bin, reicht aber auch schon ein Kinobesuch, um mal auf andere Gedanken zu kommen. Mit dem Bürgermeister von Florenz wird selbst aus dieser Leidenschaft dann schon wieder – spannende – Arbeit: Wir organisieren gemeinsam Sommerfestivals mit Themen wie „Film und Kunst“ im Innenhof der Uffizien.

    Und wenn’s mir doch mal zu viel wird, was selten der Fall ist, muss ich nicht weit gehen. Entweder sehe ich mir eines unserer Kunstwerke im Museum an, etwa den „Tondo Doni“, das Meisterwerk von Michelangelo, das die Heilige Familie mit dem Jesuskind zeigt. Das nenne ich auch gern, wenn ich gefragt werde, welche Werke ich als Erstes retten würde, wenn’s hier mal brennt.

    Es ist allerdings so groß und schwer, dass man dafür vier Männer bräuchte. Oder aber ich mache zum Entwickeln neuer Ideen einen kleinen Spaziergang im Boboli-Garten. Das ist mehr als nur ein Park, das ist eine Art gepflanzte Philosophie, die über viele Jahrhunderte hinweg entstanden ist. Am Schönsten sind dort die Randbereiche, etwa bei den Labyrinthen. Ich gehe dort gern zusammen mit den Gärtnern spazieren, die mir dann erzählen, was es gerade zu tun gibt. Okay, damit sind wir schon wieder beim Job. Aber mich entspannt eben auch das: über Projekte nachzudenken oder mit anderen über deren Arbeit zu sprechen.

    Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°2/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 22. März 2019 am Kiosk erwerben.

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