Orange by Handelsblatt Luxus läuft: Was du von Louis Vuitton und Gucci lernen kannst

03.09.2020 - 12:00 Uhr Kommentieren

Wenn jemand weiß, wie man eine unsterbliche Marke aufbaut, dann sind es Louis Vuitton, Gucci und Chanel. Die Luxus-Labels wurden zur Legende – und sie werden es wohl auch bleiben. Wie die Macher dahinter das anstellen, zeigen Phillip und Tobias im Podcast.

Als die ersten Geschäfte nach dem Lockdown wieder aufmachten und man sich als Düsseldorfer wieder in die Nähe der legendären Königsallee wagte, gab es vor keinem Laden eine längere Schlange, als vor Louis Vuitton. Zwar leiden auch die Luxusmarken unter der Coronakrise. Doch Ende Juli gab es schon wieder Lichtblicke: In China geht es bereits wieder aufwärts.

Corona: Louis Vuitton, Gucci und Chanel haben schon einige Krisen gemeistert

Louis Vuitton steht seit 166 Jahren für puren Luxus. Das Rezept? Anstatt den Preis von der Nachfrage bestimmen zu lassen, setzt man ihn selbst extrem hoch an – und signalisiert so, dass es sich um etwas ganz Besonderes handeln muss. Das Label hält sein Angebot künstlich knapp: Wer eine Tasche will, muss meist warten. Superreiche und Celebrities nutzen das, um sich abzugrenzen und werden so zu Werbeträgern.

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    Doch so zeitlos genial diese Formel auch ist: Manchmal brauchen selbst die strahlendsten Gesichter ein bisschen Hyaluron, um die Falten im Leder aufzupolstern.

    Gucci galt zwischenzeitlich als angestaubt. Ein neues Führungsduo, CEO Marco Bizzarri und Kreativdirektor Alessandro Michele, gewann Millennials und die Gen Z für das Traditionsunternehmen. Dabei folgten sie einer klaren Markenstrategie. Dass sie mit Hashtags wie #TFWGucci im Internet ankamen – geschenkt. Vor allem befassten sie sich mit der neuen Zielgruppe und fanden heraus, was die eigene Marken ihr anzubieten hatte.

    Gucci: Millennials und die Generation Z als Käufer gewonnen

    Luxusmarken stehen für Handwerkskunst und Exklusivität. Handwerk schien gut anzukommen, schließlich arbeiten wir alle gerne in hippen „Design Manufakturen“ und trinken Craft Beer am Wochenende. Sich arrogant über die Menschen zu stellen, ist aber out. Also wies Gucci seine Türsteher an, nicht nur kaufkräftige Kundschaft einzulassen. Die Läden wurden zu Ausstellungsräumen der Handwerkskunst.

    Millennials wollen Sinnhaftigkeit, Authentizität und Leidenschaft. Gucci begann, sich sozial zu engagieren. Das Label spendet Geld für die Bekämpfung der Corona-Pandemie und verbannte Pelz aus seinen Läden. Die Luxus-Marken besetzten außerdem zunehmend Themen wie Selbstverwirklichung und Individualität.

    Gucci: Hiphop und E-Sports als Erfolg-Schlüssel bei jungen Kunden

    Doch bei aller politischen Progressivität, darf man den Swag nicht vergessen. Gucci öffnete sich für Jugendkultur, in erster Linie für Hiphop. Designer Dapper Dan hatte in den Neunzigern noch Anwaltspost bekommen, als er Rapper und Box-Superstar Mike Tyson mit selbstgenähten Gucci-Jogginganzügen ausstattete.

    Nun bekam er eine offizielle Gucci-Kollektion. Auch Graffiti-Artist GucciGhost ließ sich einbinden. Lil Pump rappte über seine „Gucci Gang“, Capital Bra trug plötzlich „Nur Noch Gucci“. Parallel dazu wurde Streetwear-Shootingstar Virgil Abloh Artistic Director bei Louis Vuitton und Vetements‘ Demna Gvasalia Creative Director bei Balenciaga.

    Etablierte Marke jung halten: Kollaborationen führen zum Erfolg

    Als nächstes ging man Gaming und E-Sports an: Gucci arbeitete mit dem League of Legends Team Fnatic. Louis Vuitton fertigte in 900 Stunden Handarbeit das Championship Trophy Case für das LoL WORLDS Tournament. Merke: It’s all about Markenstrategie. Und wenn du eine etablierte Marke jung halten willst, sind Kollaborationen dein Hyaluron!

    Außerdem in der neuen Folge des Lrnings Podcasts mit Phillip Böndel und Tobias Kargoll: Wie Coco Chanel ihre eigene Legende erfand, wie Gucci fast an einem Familienstreit zugrunde ging, der sogar zu einem Mord führte, und was du aus all dem für deine eigene Legendenbildung lernen kannst.

    Marke aufbauen – Wichtige Tipps für den Erfolg einer Marke:

    • Das Prinzip „Luxus“: Wenn du dich rar machst, steigt dein Preis.
    • Wenn du eine etablierte Marke jung halten willst, sind Kollaborationen dein Hyaluron.
    • Wenn deine Marke legendär werden soll, kümmer dich um die Legendenbildung.
    • Streite dich nicht um das größte Stück vom Kuchen, back mehr Kuchen.
    • Produkte müssen auf dem Fundament einer klaren Markenstrategie stehen.
    • Wenn du eine neue Zielgruppe begeistern willst, finde die Schnittmenge zwischen deiner Markenidentität und der Kultur dieser Gruppe.
    • Es ist super, wenn etwas knapp ist. Aber achte darauf, Menschen nicht auszuschließen, sondern einzuladen.

    Wenn Sie Anmerkungen, Fragen, Kritik oder Lob zu dieser Folge haben, schreiben Sie uns gerne per E-Mail an [email protected]

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