50 Jahre Harley-Davidson Electra Glide Am Anfang war der kleine weiße Knopf

Eine Ikone feiert Geburtstag: Vor genau 50 Jahren verpasste Harley-Davidson der Reisemaschine „Duo Glide“ ein entscheidendes Upgrade und machte sie mit einem Knopfdruck deutlich bequemer.
  • Ralf Schütze
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Endlose Weiten - und eine Harley Quelle: Harley-Davidson

Endlose Weiten - und eine Harley

Ein 1,2-Liter-Twin im Motorrad hatte Mitte der Sechziger Jahre handfeste Vorteile gegenüber den meist deutlich hubraumschwächeren Motoren der Konkurrenz. Aber bei allem Fahrkomfort dank hoher Durchzugskraft und mächtigem V2-Sound aus den Endrohren fiel ein Nachteil schwer ins Gewicht: 1.213 ccm verteilt auf zwei Zylinder mussten erst einmal angetreten werden, und der kompressionsstarke Twin im Tourer Duo Glide stellte vor allem leichtgewichtige Biker vor schwere Aufgaben.

Dem machte Harley-Davidson 1965 ein Ende: Ein kleiner weißer Knopf neben dem Gasgriff verriet fortan, dass der neue Supertourer „Electra Glide“ seinen mächtigen V2-Motor per Elektrostarter zum Leben erweckte.

Harley feiert 50 Jahre Electra Glide
Die erste Electra Glide kam 1965 auf den Markt
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Die erste Electra Glide kam 1965 auf den Markt

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Aktuelle Harley-Davidson Electra Ultra Limited: Ab 1965 erleichterte ein elektrischer Anlasser das Starten der schweren Harley ganz erheblich. Seit dem hat das Unternehmen bei Kundenwünschen immer ganz genau hingehört.

Heute gehören die ausladende Batwing-Verkleidung und ein dreiteiliges Kofferset zu den typischen Merkmalen der Electra Glide
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Heute gehören die ausladende Batwing-Verkleidung und ein dreiteiliges Kofferset zu den typischen Merkmalen der Electra Glide

Seit Einführung der ersten E-Glide 1965 hat die besonders in USA, aber auch weltweit populäre Baureihe zahlreiche neue Komfort-Features sowie überarbeitete Fahrwerke und neue Motoren erhalten
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Seit Einführung der ersten E-Glide 1965 hat die besonders in USA, aber auch weltweit populäre Baureihe zahlreiche neue Komfort-Features sowie überarbeitete Fahrwerke und neue Motoren erhalten

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Die Electra Glide ist Harley-Davidsons dickstes Eisen und eine Ikone der Marke. Damit noch mehr Fahrer in ihren Genuss kommen können, wird sie als Electra Glide Ultra Limited Low zum Modelljahr 2015 mit einem flacher gehaltenen Sitz angeboten.

Damit wartet das Modell mit der niedrigsten Sitzhöhe unter den Premium-Touring-Bikes auf. Sie beträgt 685 Millimeter – fünfeinhalb Zentimeter weniger als bei der Electra Glide Ultra Classic.

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Es gibt wohl keine Biker, die die Vergangenheit so zelebrieren wie die Fans von Harley-Davidson. Setzen andere Motorradfreaks auf technischen Fortschritt, so beharren sie auf Althergebrachtes: Motoren, die klingen wie vor 50 Jahren, und am besten die damalige Fahrwerkstechnik noch dazu.

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Ein ehernes Gesetz des Harley-Baus ist auch die Luftkühlung der Motoren; der Feinripp der Zylinder gehört zu jeder Harley wie die Lederjacke zum Biker. Doch die Ingenieure tasten sich so langsam vorwärts: 111 Jahre nach Unternehmensgründung präsentieren die Jungs aus Milwaukee die neue E-Glide mit Wasserkühlung – aber auch nur ganz vorsichtig und gut versteckt.

Allein die beiden Electra-Glide-Top-Tourer werden ab diesem Jahr von so genannten „Twin Cooled High Output Twin Can 103“-Motor angetrieben, bei dem – von außen unsichtbar – Flüssigkeit ausschließlich die Auslassventile der Zylinderköpfe kühlt.

Damals lagen bereits beachtliche 17 Produktionsjahre hinter der Baureihe, die jetzt in die  neue Electra Glide mündete. Im Laufe dieser Phase hatte die mit dem „Panhead“-Motor ausgerüstete Reisemaschine zahlreiche Optimierungen erhalten, die zu einem jeweils anderen Namen geführten hatten.

Unter anderem gehörte dazu ab 1949 die „Hydra Glide“, in der statt der bisherigen „Springer“-Federgabel eine Telegabel für Komfort sorgte. 1958 dann der nächste Schritt: Harleys damaliges Flaggschiff wurde zur „Duo Glide“, als ein neues Chassis mit Hinterradschwinge und Federbeinen den bisherigen Starrrahmen ersetzte.

1965 erfolgte ein entscheidender Schritt in neue Komfortzonen. Ein Knopfdruck genügte jetzt, um den V2-Motor zum Laufen zu bringen. Dabei mussten die Entwickler in Milwaukee nur ins Regal greifen: Grundlage für den Starter der neuen Electra Glide war der elektrische Anlasser der sogenannten „Servi-Cars“ – dreirädrige Harleys, mit denen von 1932 bis in die siebziger Jahre unter anderem Polizisten unterwegs waren.

Da sie auch an Nicht-Motorradfahrer verkauft wurden, waren diese Trikes besonders benutzerfreundlich ausgestattet und hatten schon vor den Zweirädern einen E-Starter.

Seit Einführung der ersten E-Glide 1965 hat die besonders in USA, aber auch weltweit populäre Baureihe zahlreiche neue Komfort-Features sowie überarbeitete Fahrwerke und neue Motoren erhalten.

Doch am Anfang stand neben positiven Reaktionen auch Skepsis: Wie meist in solchen Fällen sollen Traditionalisten nichts von der bequemen Starterei per Knopfdruck gehalten haben. Dennoch schlug der E-Starter zunächst positiv ein, denn er führte zu den besten Absatzzahlen seit eineinhalb Jahrzehnten.

Zum sofortigen Verkaufserfolg der Electra Glide trug sicherlich auch bei, dass es sich aufgrund zahlreicher Neuerungen im Grunde um ein komplett neues Modell handelte: Die Batteriespannung stieg von 6 auf 12 Volt, das Gewicht um fast 40 kg, das wiederum machte stärkere Bremsen nötig, ein neuer Rahmen war steifer als bisher, höhere Verdichtung und neue Nockenwellen sorgten in der 1965er-Modell „74FLHB Electra Glide“ für 60 PS Leistung und immerhin 158 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Doch die Laufzeit der ersten Ausgabe währte nicht lange, denn schon 1966 löste der neue „Shovelhead“-Motor den bisherigen „Panhed“ ab – das Aussehen einer Pfanne hatte dem alten V2 den Namen gegeben, der neue glich einem Schaufelkopf, beides allerdings nur mit reichlich Phantasie erkennbar.

Heute gehören die ausladende Batwing-Verkleidung und ein dreiteiliges Kofferset zu den typischen Merkmalen der Electra Glide. Sie bieten sehr guten Wind- und Wetterschutz sowie großzügiges Stauvolumen. Im Modelljahrgang 2015 bildet die Harley-Davidson Electra Glide Ultra Classic FLHTCU die Speerspitze komfortablen Tourens mit dem inzwischen auf 1.690 ccm gewachsenen „TwinCam 103“.

Er leistet 64 kW/87 PS und verwöhnt dank 138 Nm Drehmoment mit reichlich Schubkraft schon bei niedrigen Umdrehungen. Mit ABS (seit 2009 Serie) und elektronischer Bremskraftverteilung ist der Supertourer ab 27.185 Euro zu haben.

Seit 2014 gehören neue Beleuchtungsanlagen und erweitertes Infotainment sowie komfortbetonte Sitze, Verkleidung und Koffer zur aktuellen Grundausstattung der 50 Jahre alten Touren-Ikone Electra Glide.

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