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63. IAA Das große Comeback des kleinen Trabi

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Der Blick enttäuscht: So lang ist die Motorhaube dann doch nicht. Quelle: dpa

Der Blick enttäuscht: So lang ist die Motorhaube dann doch nicht.

(Foto: dpa)

Andere müssen noch überzeugt werden - etwa Christian Kleinhans, Autoexperte bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Einen Preis von unter 20 000 Euro hält er nicht für realistisch, um das Auto mit Gewinn zu verkaufen. Mit einem Preis von 30 000 könne man schon eher rechnen. "Allein die Lithium-Ionen-Batterie wird mindestens 15 000 Euro kosten", sagt Kleinhans. Ohnehin werde es für Neulinge in der Autobranche wie Herpa schwer, in diesem Geschäft zu bestehen und gegen Wettbewerber anzutreten, die deutlich finanzkräftiger sind und die bereits eine Kooperation mit einem Hersteller von Elektrobatterien abgeschlossen haben.

Herpa-Chef Schindler ist das bewusst. Er hofft daher auf politische Unterstützung: "Jetzt müsste eine Akkuprämie kommen", sagt er, "um Elektroautos zu fördern." Doch nicht nur das sei für den Durchbruch der Autos der Zukunft notwendig. Nötig sei "ein Umdenken, dass ich nicht mit dem Sechszylinder zum Einkaufen fahren muss", sagt Schindler.

Bis dahin muss auch das New-Trabi-Konsortium noch einige Hürden nehmen: Vieles sei noch improvisiert, räumt Schindler ein. Im nächsten Schritt werde man jetzt einen Partner für die Serienfertigung suchen. "Wir brauchen einen großen Investor, der rund 30 Millionen Euro investieren kann", sagt Ronald Gerschewski, Geschäftsführer von Indikar. Das sächsische Unternehmen baut Sonderfahrzeuge und Prototypen für Autohersteller und treibt gemeinsam mit Herpa das Comeback des Trabis voran.

Vor 18 Jahren lief der letzte Trabant in Zwickau vom Band. Drei Millionen Autos waren seit Beginn der Produktion Ende der 50er-Jahre verkauft worden. Eigens für den Trabant entwickelte ein Ingenieur das Material Duroplast, eine Mischung aus Harzpulver und Baumwolle. Das Ganze war aus der Not geboren: Eigentlich sollten im sächsischen Zwickau die einstigen Horch- und Audi-Werke nach dem Krieg einen eigenen Volkswagen bauen. Doch es gab zu wenig Blech. Versuche mit Pappe als Ersatz verliefen ganz vielversprechend - bis der erste Regen kam und der Wagen Beulen bekam.

Duroplast war der Ausweg. Der billige Werkstoff brachte dem Wagen später den Spitznamen Rennpappe ein. Auch als Duroplastbomber oder Zweitakt-Zwerg wurde der Trabi geschmäht.

Bis heute hat der kleine Stinker aber zahlreiche Fans. Trabis sind nicht nur Museumsstücke. Erstaunlich viele scheppern noch über Deutschlands Straßen. Etwa 50 000 sind bundesweit zugelassen.

Geht es nach Herpa und Indikar, wird diese Zahl bald steigen - wenn auch die Trabanten, die nicht stinken und nicht qualmen, auf den Markt kommen. Doch die Unternehmen räumen ein: "Technologisch", sagt Indikar-Chef Gerschewski, "ist noch viel zu tun."

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