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70 Jahre Unimog Es gibt immer einen Weg

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Man kauft ein ganzes System
Der Arbeitsplatz im Unimog ist sehr funktional Quelle: Mercedes-Benz
Der Arbeitsplatz im Unimog

Hier geht es in erster Linie funktional zu

Damit der inzwischen nicht mehr in Gaggenau, sondern ein paar Kilometer weiter in Wörth gebaute U5023 sich überhaupt bewegt, arbeitet unter der kurzen Haube ein nicht ganz taufrischer Vierzylinder-Diesel, der sich beim Anlassen heftig schüttelt, aber immerhin die Euro-6-Norm erfüllt. Vier Zylinder, das klingt nicht viel, aber verteilt auf 5,1 Liter Hubraum ergibt das immerhin 170 kW/231 PS und ein enormes Drehmoment von 900 Newtonmetern.

Die verwaltet ein Achtgang-Getriebe, das den Unimog – in allen Zahnradpaarungen – sowohl vorwärts- wie rückwärtsfahren lassen kann und per Untersetzung nochmal so viele Fahrstufen bereitstellt. Hat man die Taste mit dem Esel-Symbol gedrückt, ist die Arbeitsgruppe aktiviert und der Koloss schiebt sich mit nur wenigen km/h über Stock und Stein.

Ist das immer noch zu schnell, stehen außerdem eine Kriechgruppe mit acht Gängen bereit: Im Extremfall macht der Unimog dann noch gut 80 Meter (sic!) pro Stunde und der Fahrer kann sich nebenbei bequem einen Kaffee holen.

Fahren, wo die Piste endet
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Porsche hin, Ferrari her: Kein anderes Fahrzeug dürfte dermaßen den Spieltrieb beim Manne wecken wie der Unimog. Wer mal auf dem Bock dieser Mischung aus Gelände- und Lastwagen gesessen und gespürt hat, zu was das Fahrzeug fähig ist, der will vielleicht gar keinen Sportwagen mehr ...

(Foto: Pressefoto)
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Zu Ehren des Bestellers hat Daimler 2006 sogar ein Museum eingerichtet.

(Foto: Pressefoto)
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„Ein Unimog fährt da weiter, wo andere Fahrzeuge gar nicht erst hinkommen“, sagt Michael Wessel. Wie Recht der Vorsitzende des Unimog-Clubs Gaggenau, einem Städtchen in Baden-Württemberg damit hat, zeigt sich bei einem Blick auf die Mischung aus Lkw und Geländewagen: Der Unimog steuert scheinbar mühelos einen 60 Prozent steilen Hügel hinauf, fährt rückwärts wieder hinunter und überwindet dabei zwei dicke Baumstämme.

(Foto: Pressefoto)
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Erfinder des "Motorgetriebenen Universalgeräts für die Landwirtschaft" ist Albert Friedrich, ehemaliger Leiter der Flugmotorenkonstruktion bei Daimler. Nach ersten Planungen für eine kompakte Zugmaschine während des Zweiten Weltkriegs, beginnt Friedrich unmittelbar nach Kriegsende mit der Entwicklung des Unimog, der damals allerdings noch keinen Namen hat. Er soll sich von klassischen Traktoren abheben, ist aber als landwirtschaftliches Nutzfahrzeugs konzipiert.

(Foto: Pressefoto)
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Erste Zeichnungen Friedrichs zeigen einen Allradantrieb und vier gleich große Räder. 25 PS soll das schlichte Fahrzeug haben, das zunächst auch Schlepper, Erntemaschine, stationäre Antriebsmaschine und Lieferfahrzeug für die Agrarwirtschaft in der Nachkriegszeit gedacht ist. Viele weitere Einsatzmöglichkeiten sollten später folgen ...

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Zunächst sind aber erstmal wählbare sechs Geschwindigkeiten bis 50 km/h geplant, Antrieb für Landgeräte vorn, Schleppeinrichtung hinten, Laderaum in der Mitte. Alles zusammen ein simples, aber trotzdem ungewöhnliches und einzigartiges Konzept, das sich von herkömmlichen Traktoren deutlich abhebt ...

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Als Partner für die Entwicklung des neuen Fahrzeugs findet Friedrich u.a. seinen ehemaligen Kollegen Heinrich Rößler, früher auch in der Pkw- und Motorenentwicklung von Daimler-Benz beschäftigt. Die Sache passt, denn Rößler schlägt sich seit Kriegsende als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft durch, kann daraus viele Erfahrungen einfließen lassen.

(Foto: Pressefoto)

Solches Schleichen ist freilich im Gelände weniger von Nöten, dafür aber zum Beispiel auf dem Bau. Schließlich feiert der Unimog nicht nur als Komplettfahrzeug große Erfolge, sondern insbesondere auch als Geräteträger. Über 250 Partnerunternehmen halten in Summe rund 3.500 spezielle Aufbauten bereit, mit denen sich der Unimog zum maßgeschneiderten Arbeitstier aufrüsten lässt.

In den 50er Jahren waren das vor allem landwirtschaftliche Geräte, die nach dem Krieg dringend benötigt wurden. Inzwischen aber reicht der Einsatz vom Winterdienst-Auto über die Baumaschine und das Wohnmobil für Extrem-Abenteurer bis hin zum Feuerwehr-Wagen.

Auch als sogenanntes Zweiwegefahrzeug hat der Unimog Karriere gemacht Quelle: Mercedes-Benz
Auch als sogenanntes Zweiwegefahrzeug hat der Unimog Karriere gemacht

Dieser Umbau von Zagro ermöglicht dem Unimog das Befahren von Straßen und Schienen

Der Unimog macht seinem Namen also alle Ehre, steht die Bezeichnung doch für nichts anders als Universal-Motor-Gerät. Das betont auch Schnepf immer wieder, wenn als Vereinsvorsitzender interessierten Museums-Besuchern die Welt des Kraxel-Kolosses erklärt: „Wer einen Unimog kauft, kauft nicht nur einen einfachen Lkw, sondern ein ganzes System“, betont er und ergänzt schmunzelnd und mit breitem Dialekt: „Wer nur ä bissle Ladung rumfahre will, der hat’s net verstande!“

Dass dabei nicht jeder Kunde unbedingt die Hardcore-Geländeausführung braucht, ist klar. Genau deswegen bietet Daimler den Unimog in verschiedenen Schärfegraden an. Wenn es aber hart auf hart kommt, muss die ultimative Ausbaustufe ausrücken und die hat nicht zuletzt bei zahlreichen Hilfseinsätzen in Katastrophengebieten auch schon unzählige Menschenleben gerettet.

Der Unimog hat es in seiner 70-jährigen Geschichte auf eine enorme Variantenvielfalt gebracht Quelle: Mercedes-Benz
70-jährige Geschichte

Der Unimog hat es auf eine enorme Variantenvielfalt gebracht

Dort, wo es eigentlich nicht mehr weitergeht, findet der Unimog eben doch noch einen Weg – seit nun mehr 70 Jahren und mit Sicherheit auch in der Zukunft. Mit der knallgrünen Studie Advanced Design haben die Unimog-Macher schon 2011 gezeigt, wie sie sich ihren Dicken in ein paar Jahren vorstellen können: Mit futuristischem Design, doch die innere Werte bleiben ganz die Alten.

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