80 Jahre Toyota-Autobau Von der Kopie zum Original

Bescheidenheit und Beharrlichkeit sind das Erfolgsrezept der Marke, die vom Nischenproduzent zum weltgrößten Autobauer aufstieg. Den Anfang machten Kopien, doch bald zeigte sich Toyota auch als Technik-Pionier.
  • Wolfram Nickel
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Tradition: 80 Jahre Toyota-Autobau - Von der Kopie zum Original Quelle: Toyota
Modell AA von Toyota: Seit 80 Jahren bauen die Japaner Autos

Der erste Pkw der Marke war noch stark von Chrylser-Einflüssen "inspiriert" und mit einem Chevrolet-ähnlichen Motor ausgestattet. Doch er legte 1936 den Grundstein zu der Erfolgsgeschichte legte, die Toyota zum größten Autobauer der Welt machte.

Da staunten die westlichen Autogiganten: Ausgerechnet die bis dahin so bescheiden auftretenden Japaner benannten 1959 stolz eine Stadt nach ihrem größten Autobauer. Passend zur ersten globalen Exportoffensive von Toyota wechselte die alte Festungsstadt Koromo ihren Namen in Toyota, ein bis heute weltweit einzigartiger Vorgang.

In Toyota befinden sich die Hauptverwaltung und nicht weniger als sieben Werke der gleichnamigen Motor Corporation, die erst nächstes Jahr ihr 80. Jubiläum feiern wird. Exakt ein Jahr nach der Präsentation des ersten Pkws vom Typ AA, der 1936 den Grundstein zu der Erfolgsgeschichte legte, die Toyota zum größten Autobauer der Welt machte.

Dabei war der Toyota AA nichts anderes als eine japanische Interpretation des Chrysler Airstream mit einem Chevrolet ähnlichen Motor unter der Haube.

Allerdings zählt Copy and Paste, das im Westen verpönte Kopieren der Werke anderer, im fernöstlichen Kulturkreis traditionell zu den respektierten Praktiken, der sich deshalb anfangs auch Nissan oder Mitsubishi bedienten.

Auto-Highlights aus 80 Jahren
Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie treibt den Toyota Mirai an
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Erst wenige Wasserstoff-Autos sind in Serie gefertigt und auf unseren Straßen unterwegs, hier zählt Toyota zu den Pionieren. Den Grundstein des heutigen Weltkonzerns legte Unternehmensgründer Sakichi Toyoda, der 1891 den ersten automatischen Holz-Webstuhl zum Patent anmeldete. Sein Sohn Kiichiro Toyoda begann ab 1930 zusammen mit Technikern einen Fahrzeugmotor zu konstruieren, nachdem er sich dafür 1929 in Europa und Nordamerika Anregungen holte ...

Modell AA von Toyota: Seit 80 Jahren bauen die Japaner Autos
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Der erste Pkw der Marke war noch stark von Chrylser-Einflüssen "inspiriert" und mit einem Chevrolet-ähnlichen Motor ausgestattet. Doch er legte 1936 den Grundstein zu der Erfolgsgeschichte legte, die Toyota zum größten Autobauer der Welt machte.

Toyota Land Cruiser BJ ab 1951
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Dem Ur-Modell, dem die Ähnlichkeit zum amerikanischen Willys-Jeep nicht nur ins Gesicht geschrieben steht, sollten noch viele weitere Land-Cruiser-Generationen folgen. Bis heute ist er als ausgewachsenes SUV ein Erfolgsmodell auf dem amerikanischen Markt.

Toyota Crown 1960 in Malta
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Bereits seit 1938 wurde bei Toyota nach dem Just-In-Time-Prinzip zugeliefert und montiert. Bis zur kriegsbedingten Produktionsunterbrechung 1943 lieferte Toyota 1.757 Pkw aus. 1945 erlaubten die amerikanischen Militärbehörden Toyota den Wiederbeginn der Fahrzeugproduktion. Nach den ersten Toyopet Trucks (1947) und Pickups folgte das Modell SA als erster Nachkriegs-Pkw.

1951 kam der Land Cruiser, zunächst als Typ Toyota BJ Jeep. 1955 ging der Toyopet Crown als erste Limousine in den Export. Die Pkw-Monatsproduktion betrug damals 700 Einheiten.

Hierzulande eher unbekannt: Toyota Sports 800
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Gebaut wurde der kleine runde Sportler ab 1965. Fünf Jahre zuvor begann Toyota offiziell mit dem Fahrzeugexport nach Europa, zuerst nach Malta und Zypern, dann folgen Dänemark und die Niederlande. Bereits 1962 liefv der einmillionste Toyota vom Band.

Der Toyota 2000 GT wurde ab 1965 gebaut
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Der Traumwagen mit klassischen Proportionen war Japans erster Supersportwagen. Und bekam als offene Version sogar eine Rolle in einem James-Bond-Film.

Toyota Corolla ab 1966
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1966 debütierte der Toyota Corolla als japanisches Volksfahrzeug. In immer neuen Generationen ist er bis heute in Produktion und mit einer Gesamtauflage von über 40 Millionen Einheiten der meistgebaute Pkw aller Zeiten. Im Jahr 1967 stieg Toyota in den USA zur drittgrößten Importmarke auf.

Beflügelt wurde der Aufstieg von Toyota aber erst durch das neuartige Just-in-time-Produktionssystem, das einen bis dahin nicht bekannten Qualitätsanspruch bedingte. Als dann auch noch neue Modellreihen wie Land Cruiser, Corona und Corolla sowie schließlich der Hybrid-Pionier Prius Zeichen setzten, schien das unaufhörliche Wachstum des automobilen Giganten nichts mehr stoppen zu können.

Eine Fehleinschätzung, wie die Wirtschaftskrise von 2008/2009 und große Rückrufaktionen zeigten. Rückschläge, von denen sich der Branchenprimus und Hybridspezialist in Deutschland bis heute nicht gänzlich erholt hat. Richten sollen es emotionalere Modelle – so wie einst, als die schnellsten Samurai unter den Sportwagen das Toyota-Logo trugen.

Es war Kiichiro Toyoda, der seinen Vater Sakichi Toyoda Ende der 1920er Jahre überzeugte, innerhalb des Textilunternehmens Toyoda Automatic Loom Works eine Autosparte zu gründen.

Toyota 2000 GT ab 1965 Quelle: Toyota
Der Toyota 2000 GT wurde ab 1965 gebaut

Der Traumwagen mit klassischen Proportionen war Japans erster Supersportwagen. Und bekam als offene Version sogar eine Rolle in einem James-Bond-Film.

Überzeugungsarbeit, die dem jungen Kiichiro wohl nur gelang, weil schon Sakichi ein visionärer Erfinder war, der Lizenzen seiner Webstuhlentwicklungen bis nach England verkaufte. Dagegen steckte der japanische Autobau noch in den Kinderschuhen, was auch daran lag, dass die frühen Fahrzeuge aus Nippon für das schlecht ausgebaute Straßennetz völlig ungeeignet waren.

Kiichiro reiste deshalb in die USA, um sich ein Bild davon zu machen, wie sich die dortige Automobilindustrie entwickelt hatte. Besonders die soliden Chevrolet überzeugten Kiichiro Toyoda, wenig später begeisterte er sich zudem für das Stromliniendesign von Chrysler. Weshalb er ab 1930 ein Team von Ingenieuren um sich scharte und anhand der amerikanischen Vorbilder eine Limousine entwickelte.

Fünf Jahre später, im Mai 1935, erlebte der erste Pkw-Prototyp A-1 sein Rollout. Mit frustrierendem Ergebnis, denn das Fahrzeug streikte nach wenigen Kilometern und wurde von einem Pferd zurück ins Werk gezogen.

Böswillige Zungen behaupten bis heute, Kiichiros Ingenieure kopierten einfach zu perfekt. Denn der 3,4-Liter-Sechszylinder nach Chevrolet-Vorlage war zwar ebenso robust wie das truckähnliche Fahrwerk, aber die Komponenten wurden offenbar in ebenso lausiger Qualität zusammengefügt wie beim Chrysler Airstream, der als Designvorlage diente. Probleme, die bis 1936 ausgeräumt waren, dann war nicht nur das Modell AA serienreif, sondern auch ein offener Phaeton vom Typ AB.

Luxus mit Lexus erst ab 1989
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