ADAC-Studie Autohersteller schützen unzureichend vor Tacho-Betrug

30 Sekunden benötigen Fachleute, um den Tachostand eines modernen Autos zu manipulieren. Laut ADAC wäre ein Schutz gegen den Tacho-Betrug nicht teuer – gemessen am volkswirtschaftlichen Schaden von sechs Milliarden Euro.
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Ist dieses Auto wirklich nur 7.636 Kilometer gefahren? Beim Verkauf eines Gebrauchtwagens wird häufig der Kilometerstand am Tacho manipuliert. Quelle: ap

Ist dieses Auto wirklich nur 7.636 Kilometer gefahren? Beim Verkauf eines Gebrauchtwagens wird häufig der Kilometerstand am Tacho manipuliert.

(Foto: ap)

MünchenDer ADAC hat den Autoherstellern vorgeworfen, ihre Fahrzeuge nicht ausreichend gegen Tacho-Betrug zu schützen. Die Hersteller verzichteten auf neueste Sicherheitstechnik, weshalb viele Autos bereits ab Werk für Manipulationen „vorbereitet“ seien, heißt es in einer am Montag in München veröffentlichten Studie des Automobilclubs und der Universität Magdeburg. Dies ermögliche es Tacho-Tricksern vielfach erst, mit frei erhältlichen Manipulationsgeräten den Kilometerstand eines Autos schnell und einfach zu verändern.

Nach offiziellen Angaben beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden durch Tachomanipulationen auf jährlich etwa sechs Milliarden Euro. Dem gegenüber würde es nur etwa drei Millionen Euro kosten, um die drei Millionen jährlich in Deutschland verkauften Neuwagen wirksam gegen Betrug zu schützen, erklärte der ADAC. Tacho-Betrüger hätten es deutlich schwerer, wenn Autoproduzenten und Zulieferer aktuelle Sicherheitstechnik einsetzen würden. Entsprechende Technologien seien teilweise bereits in den Steuergeräten der Fahrzeuge vorhanden, aber nicht aktiviert.

Als einen Grund für die mangelnde Sicherung des Kilometerzählers vermutet der ADAC, dass gelegentlich erforderliche Werks-Probefahrten vor der Fahrzeugauslieferung gelöscht werden, um dem Kunden ein „ungefahrenes“ Neufahrzeug übergeben zu können. Weitere Praxistests des hätten gezeigt, dass sich neben den in der Studie untersuchten drei Fahrzeugen auch bei vielen weiteren Modellen der Kilometerstand in Sekundenschnelle und ohne Ausbau des Tachos manipulieren lasse. Das Sicherheitsproblem sei herstellerübergreifend.

Der ADAC hatte bereits im vergangenen Jahr vor Tacho-Manipulationen an Gebrauchtwagen gewarnt. Die Manipulation des Kilometerstandes dauere meist nicht länger als 30 Sekunden. Ein Ausbau des Tachos oder anderer Steuergeräte sei nicht erforderlich.

  • afp
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2 Kommentare zu "ADAC-Studie: Autohersteller schützen unzureichend vor Tacho-Betrug "

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  • Häh? Darf ihne aber nicht egal sein, wenn Jahreswagen als Neuwagen verkauft werden...

  • Die Autofirmen wollen neue Autos verkaufen, die gebrauchten sind ihnen egal. Betrug ist willkommen.

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